Kaffee CBD

CBD im Kaffee: Die ultimative Kombi für Koffein-Junkies?

Für viele Menschen beginnt der Tag nicht mit dem Wecker, sondern mit der ersten Tasse Kaffee. Das Koffein bringt das Nervensystem in Fahrt, sorgt für Wachheit und Fokus, hat aber auch zwei Schattenseiten, die jeder Vielkaffeetrinker kennt: innere Unruhe und ein Nachmittagstief, sobald der Pegel fällt. An dieser Stelle taucht seit einigen Jahren ein neuer Begleiter in der Tasse auf, der diese Kanten abmildern soll: ein paar Tropfen CBD Öl direkt in den frisch gebrühten Kaffee.

Dieser Beitrag ordnet die Kombination sachlich ein. Er erklärt den pharmakologischen Hintergrund, warum CBD und Koffein an denselben Rezeptoren andocken und über dieselbe Leberbahn abgebaut werden, wie Sie den richtigen Tropfen zum richtigen Zeitpunkt in die Tasse geben und für wen diese Mischung weniger geeignet ist. Die Grundlage sind pharmakologische Fachpublikationen, die Sie am Ende des Artikels vollständig eingesehen finden.

Aktualisiert: April 2026 11 Minuten Lesezeit 2.500 Wörter Geprüft von Josef Eckmair MBA
Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist CBD Kaffee
  2. Wie CBD und Koffein im Körper zusammenwirken
  3. Was Anwender an der Kombination schätzen
  4. CBD Kaffee zubereiten: drei Methoden im Vergleich
  5. Dosierung und Timing in der Praxis
  6. Die Studienlage zur CBD Koffein Interaktion
  7. Für wen CBD Kaffee nicht geeignet ist
  8. Häufige Fragen
  9. Fazit
  10. Quellen und Studien

Was ist CBD Kaffee

Hinter dem Trendbegriff steckt etwas erstaunlich Einfaches: eine ganz normale Tasse Kaffee, in die ein paar Tropfen CBD Tropfen gegeben werden. Meist reicht ein Vollspektrum CBD Öl in niedriger bis mittlerer Konzentration. Kurz umrühren, fertig. Der Gedanke dahinter geht aber über das reine Mixgetränk hinaus. Wer CBD in den Kaffee gibt, versucht zwei sehr unterschiedlich wirkende Naturstoffe so zu kombinieren, dass sie sich nicht gegenseitig ausschalten, sondern ergänzen.

Koffein ist das meistkonsumierte Genussmittel der Welt. Es belebt, hebt die Stimmung, erhöht die Aufmerksamkeit und unterdrückt Müdigkeit. Genau diese Effekte erklären, warum täglich geschätzt über zwei Milliarden Tassen Kaffee zubereitet werden. Die unerwünschten Begleiterscheinungen sind ebenso bekannt: Herzklopfen, Nervosität, erhöhter Blutdruck, bei empfindlichen Menschen auch Zittern oder innere Unruhe. CBD hat ein völlig anderes Wirkprofil. Cannabidiol ist der zweitwichtigste Wirkstoff der Hanfpflanze, wirkt nicht berauschend und wird in der Forschung vor allem mit anxiolytischen, also angstlösenden Eigenschaften in Verbindung gebracht.

Die Idee, beides zu kombinieren, ist deshalb kein Marketinggag, sondern folgt einer pharmakologisch nachvollziehbaren Logik. Beide Substanzen wirken auf dasselbe Neurotransmittersystem, das Adenosinsystem, und werden in der Leber über dasselbe Enzym namens CYP1A2 abgebaut 15. Wer diese beiden Mechanismen versteht, versteht auch, warum die Kombination mehr sein kann als nur die Summe ihrer Einzeleffekte.

Wie CBD und Koffein im Körper zusammenwirken

Der Schlüssel zum Verständnis liegt in einem kleinen Molekül namens Adenosin. Adenosin ist ein Neurotransmitter, der sich im Laufe des Tages in unseren Zellen aufbaut und an eigenen Rezeptoren im Gehirn das Signal der Müdigkeit erzeugt. Je länger wir wach sind, desto mehr Adenosin bindet und desto dringender das Ruhebedürfnis.

Koffein wirkt als Adenosin Antagonist. Es setzt sich an die Adenosinrezeptoren, blockiert sie und verhindert damit, dass das Müdigkeitssignal durchkommt. Die Fredholm Arbeit aus dem Jahr 1999 im Standardwerk Pharmacological Reviews beschreibt diesen Mechanismus bis heute mustergültig 5. Das Ergebnis spüren wir als Wachheit, Fokus und leichte Euphorie.

CBD wirkt an demselben System, aber mit umgekehrter Stoßrichtung. Die Arbeit von Carrier und Kollegen in den Proceedings of the National Academy of Sciences zeigte, dass CBD den equilibrativen Nukleosidtransporter ENT1 hemmt, der Adenosin normalerweise aus dem Extrazellulärraum in die Zelle aufnimmt 2. Wenn dieser Transporter blockiert ist, bleibt mehr Adenosin außerhalb der Zelle, und das körpereigene Beruhigungssignal wird tendenziell verstärkt. Ergänzend dazu belegt die Review von Ferré und Mitarbeitern im British Journal of Pharmacology, dass Adenosin A2A und Cannabinoid CB1 Rezeptoren im Striatum funktionelle Heteromere bilden. Beide Rezeptoren sitzen also physisch nebeneinander und modulieren sich gegenseitig 3. Das liefert den neurobiologischen Rahmen für die im Volksmund beschriebene Balance zwischen wach und entspannt.

In einem Satz zusammengefasst: Koffein blockiert das Müdigkeitssignal, CBD erhöht die Grundverfügbarkeit des ausgleichenden Neurotransmitters und dämpft parallel die Stressachse. Das ist die eigentliche Synergie, nicht Marketing.

Der zweite entscheidende Punkt ist die Leber. Sowohl Koffein als auch CBD werden über das Enzym CYP1A2 abgebaut. Die einzige klinische Humanstudie, die CBD und Koffein direkt gemeinsam untersucht hat, stammt von Tayo und Kollegen aus dem Jahr 2021. Sie zeigte, dass CBD die Aktivität von CYP1A2 signifikant hemmt 1. Praktisch bedeutet das: Wenn CBD parallel zum Kaffee vorhanden ist, wird das Koffein langsamer metabolisiert. Seine Wirkung hält länger an, die Plasmakonzentration steigt. Bei der im Alltagseinsatz üblichen Mikrodosis CBD sind diese Effekte mild, bei hohen CBD Dosen im dreistelligen Milligrammbereich können sie klinisch relevant werden. Auf die Konsequenzen für Dosierung und Wechselwirkungen gehen wir weiter unten ein.

„Die Kombination von CBD und Kaffee soll das belebende Erlebnis von Koffein mit den ausgleichenden Eigenschaften von Cannabidiol verbinden. Ziel ist es, den Kaffeegenuss harmonischer zu gestalten und mögliche Begleiterscheinungen von Koffein sanfter wirken zu lassen. Entscheidend bleiben Qualität, eine niedrige Einstiegsdosis und eine realistische Erwartung an das, was eine Tasse Kaffee leisten kann."

Josef Eckmair MBA, Mitgründer und CFO CBDNOL

Was Anwender an der Kombination schätzen

Aus Erfahrungsberichten und der vorhandenen pharmakologischen Literatur lassen sich vier wiederkehrende Gründe ableiten, warum Menschen CBD in ihren Kaffee geben. Keiner davon ist ein Heilsversprechen. Alle basieren auf plausiblen Mechanismen, teilweise auf klinischen Daten.

Ziel Wissenschaftlicher Hintergrund
Weniger Herzklopfen und Blutdruckspitzen Die placebokontrollierte Crossover Studie von Jadoon und Mitarbeitern zeigte, dass eine einmalige CBD Dosis den systolischen Ruheblutdruck bei gesunden Probanden um etwa sechs Millimeter Quecksilbersäule senkt 4. Koffein wirkt gegenläufig. Beides zusammen kann für empfindliche Konsumenten zu einem flacheren Verlauf führen.
Ruhigere Wachheit statt Nervosität Die große Fallserie von Shannon und Kollegen dokumentierte eine Angstreduktion bei 79,2 Prozent der Teilnehmer innerhalb eines Monats 6. Die berüchtigte Kaffee Nervosität überschneidet sich pharmakologisch mit leichten Angstzuständen, weshalb der Mechanismus übertragbar erscheint.
Länger anhaltender Fokus Durch die Hemmung von CYP1A2 durch CBD verlängert sich die Halbwertszeit von Koffein tendenziell 1. In der Praxis berichten Anwender von einem sanfteren, längeren Wirkverlauf ohne das abrupte Nachmittagstief.
Bessere Verträglichkeit bei sensiblen Mägen CBD gilt als generell gut verträglich. Der umfassende Sicherheitsreview von Iffland und Grotenhermen fasst das niedrige Nebenwirkungsprofil auf Basis klinischer Daten zusammen 7. Das macht es zu einem geeigneten Begleiter für Menschen, die auf Kaffee allein unruhig reagieren.

Wichtig bleibt: Bisher gibt es keine Studie, die spezifisch das Getränk CBD Kaffee untersucht. Die Aussagen leiten sich aus der Pharmakologie der Einzelsubstanzen und ihrer dokumentierten Interaktion auf Rezeptor und Enzymebene ab.

CBD Kaffee zubereiten: drei Methoden im Vergleich

Wer zum ersten Mal CBD in den Kaffee gibt, hat prinzipiell drei Zubereitungsarten zur Auswahl. Jede hat ihre Vorzüge, und die richtige Methode hängt weniger vom Geschmack ab als von der Art, wie man Kaffee ohnehin zubereitet.

Tropfen direkt in die Tasse

Die einfachste und häufigste Variante. Brühen Sie Ihren Kaffee wie gewohnt, filtern Sie ihn in die Tasse, und geben Sie zwei bis fünf Tropfen eines Vollspektrum CBD Öls direkt hinein. Kurz umrühren. Fertig. Der Vorteil: volle Kontrolle über die Dosis, schnell umsetzbar, funktioniert mit Filterkaffee ebenso wie mit French Press oder Instantkaffee. Weil CBD fettlöslich ist, verteilt es sich in der Kaffeeflüssigkeit nicht ideal. Ein kleiner Schuss Milch, Hafermilch oder MCT Öl kann die Verteilung verbessern.

Latte Macchiato, Cappuccino, Flat White

Getränke mit Milchanteil eignen sich besonders gut, weil das Milchfett das CBD lipidisch bindet. Das sorgt für eine homogenere Verteilung in der Tasse und dämpft den leicht krautigen Grundton, den Vollspektrum Öle mitbringen können. Die Tropfen gibt man am besten nach dem Milchaufschäumen dazu und rührt kurz um. Mit einem Stick aus Bio Honig oder einem Hauch Vanille lässt sich das Aromaprofil weiter glätten.

Cold Brew und Iced Coffee

Für warme Tage und Leute, die Kaffee eher funktional als heiß konsumieren, ist Cold Brew eine unterschätzte Variante. Das CBD Öl wird einfach in das fertige kalte Getränk getropft. Da die Extraktion über Stunden erfolgt, ist Cold Brew von sich aus milder und säurearmer, was den Eigengeschmack des CBD weniger in Konkurrenz zum Kaffee stellt. Wer möchte, mischt das Ganze mit Kokoswasser oder Hafermilch zu einem alltagstauglichen Nachmittagsgetränk.

Geschmacksnotiz: Vollspektrum CBD Öl hat einen erdigen, leicht nussigen Eigengeschmack. Bei Mikrodosen unter fünf Milligramm geht er in der Tasse so gut wie unter. Bei höheren Dosen werden Hafermilch, Schokoladensirup oder ein Schuss Zimt zu hilfreichen Gegenspielern.

Dosierung und Timing in der Praxis

Bei CBD gilt die Grundregel, mit einer niedrigen Dosis zu starten und schrittweise zu erhöhen. Für CBD Kaffee hat sich ein Einstiegsbereich etabliert, der in der internationalen Literatur und in Erfahrungsberichten konsistent genannt wird: rund fünf Milligramm CBD pro Tasse. Das entspricht bei einem Fünfprozent Öl etwa zwei bis drei Tropfen, bei einem Zehnprozent Öl etwa ein bis zwei Tropfen. Wer bereits regelmäßig CBD verwendet, kann auch im Bereich von zehn Milligramm pro Tasse starten.

Das Timing entscheidet

Der beste Zeitpunkt für CBD Kaffee ist der Vormittag bis frühe Nachmittag. Zwei Gründe sprechen dafür. Erstens: Durch die CYP1A2 Hemmung durch CBD wird Koffein langsamer abgebaut, seine Wirkung hält länger an 1. Eine späte Tasse kann so unbeabsichtigt in den Abend hineinreichen und das Einschlafen erschweren. Zweitens: Die circadiane Müdigkeit, also der natürliche Ruhepunkt zwischen 13 und 15 Uhr, lässt sich mit CBD Kaffee gut überbrücken, weil das CBD die Koffein Peaks abfedert.

Nicht am Abend: Koffein hat eine Halbwertszeit von fünf bis sieben Stunden. In Kombination mit CBD, das den Abbau verlängert, kann eine Nachmittagstasse nach 16 Uhr die Einschlafzeit messbar nach hinten schieben. Für die Abendroutine eignet sich stattdessen ein entkoffeiniertes Getränk mit ein paar Tropfen CBD oder ein klassisches CBD Öl unter der Zunge.

Drei Schritte für den Einstieg

  1. Woche 1: Fünf Milligramm CBD zu einer Tasse am Vormittag. Beobachten, wie sich Wachheit, Konzentration und etwaige Koffein Nebenwirkungen verhalten.
  2. Woche 2: Dosis bei Bedarf auf sieben bis zehn Milligramm erhöhen oder die Frequenz anpassen. Zwei Tassen über den Tag verteilt sind für die meisten Anwender die Obergrenze.
  3. Dauerhaft: Ein festes Ritual etablieren. Konsistenz bringt mehr als gelegentliche Höchstdosen. Bei spürbarer Gewöhnung die Dosis eher reduzieren als ausweiten.
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Die Studienlage zur CBD Koffein Interaktion

Wer sich eine klinische Studie zum fertigen Getränk CBD Kaffee wünscht, findet sie nicht. Die Forschung arbeitet aus nachvollziehbaren Gründen mit isolierten Substanzen und standardisierten Dosen. Trotzdem ist die Datenlage zur Interaktion der beiden Wirkstoffe nicht dünn. Drei Befunde liefern den wissenschaftlichen Rahmen, der die Praxis trägt.

Geteilter Leberabbau über CYP1A2

Die bereits erwähnte Phase 1 Humanstudie von Tayo und Kollegen ist bisher die einzige Arbeit, die CBD und Koffein direkt gemeinsam bei Menschen getestet hat. Das Ergebnis: CBD hemmt dosisabhängig die Aktivität des Leberenzyms CYP1A2, das primär für den Abbau von Koffein zuständig ist 1. Bei den wenigen Tropfen CBD im Alltagskaffee bleibt dieser Effekt mild, bei therapeutischen CBD Dosen im dreistelligen Milligrammbereich wird er klinisch relevant. Das erklärt, warum die Leber mehr Zeit braucht, um Koffein abzubauen, sobald beide Substanzen gleichzeitig im Blut sind.

Gemeinsame Rezeptorbasis im Gehirn

Die Arbeiten von Carrier und Ferré belegen auf zellulärer und systemischer Ebene, dass CBD und Koffein nicht einfach parallel wirken, sondern an überlappenden Signalwegen zusammentreffen. CBD erhöht über die ENT1 Hemmung den extrazellulären Adenosinspiegel 2, Koffein blockiert Adenosinrezeptoren 5, und beide Rezeptortypen, A2A und CB1, bilden im Striatum funktionelle Heteromere 3. Diese molekulare Verzahnung ist das stärkste wissenschaftliche Argument für eine spezifische Synergie beider Wirkstoffe.

Herz und Kreislauf in entgegengesetzte Richtungen

Jadoon und Mitarbeiter zeigten in einer Crossover Studie, dass bereits eine Einmaldosis CBD den systolischen Blutdruck bei gesunden Menschen moderat senkt und die Reaktion auf Stress abfedert 4. Koffein wirkt kardiovaskulär entgegengesetzt. Das ist kein Nullsummenspiel, aber es erklärt, warum manche Konsumenten nach einer Tasse mit CBD weniger Herzklopfen oder weniger Blutdruckspitzen bemerken als nach klassischem Espresso.

Für wen CBD Kaffee nicht geeignet ist

So freundlich das Profil beider Substanzen in der Regel ist, gibt es eindeutige Gruppen, für die der Mix nicht gedacht ist. Diese Liste ist kurz, sollte aber ernst genommen werden.

In diesen Situationen bitte verzichten oder ärztlich abklären

  • Schwangerschaft und Stillzeit. Für CBD fehlen belastbare Langzeitdaten in dieser Phase. Hoher Koffeinkonsum ist zusätzlich mit einem erhöhten Risiko für Wachstumsstörungen verbunden.
  • Kinder und Jugendliche. Weder Koffein in größeren Mengen noch CBD sind in dieser Altersgruppe ausreichend untersucht. Die Kombination ist nicht indiziert.
  • Bestehende Herzrhythmusstörungen oder unbehandelter Bluthochdruck. Kaffee alleine kann hier schon problematisch sein. Die zusätzliche Pharmakodynamik von CBD macht die individuelle Abklärung notwendig.
  • Einnahme von Medikamenten, die über CYP1A2 abgebaut werden. Dazu zählen unter anderem Theophyllin, bestimmte Antidepressiva wie Duloxetin, einige Neuroleptika und exogenes Melatonin. Hier gilt: vor dem ersten CBD Kaffee mit dem Arzt oder der Apotheke sprechen 7.
  • Starke individuelle Koffeinempfindlichkeit. Wer schon nach einem Espresso zittert, gewinnt durch die verlängerte Wirkdauer durch CBD wenig. Hier ist reduzierter Kaffee oder entkoffeinierter Kaffee mit CBD Tropfen die sinnvollere Option.

Häufige Fragen

Wie viele Tropfen CBD Öl gehören in einen Kaffee?

Für den Einstieg haben sich etwa fünf Milligramm CBD pro Tasse als sinnvoll erwiesen. Bei einem Öl mit fünf Prozent CBD Gehalt entspricht das zwei bis drei Tropfen, bei einem zehnprozentigen Öl ein bis zwei Tropfen. Wer CBD neu kennenlernt, startet besser noch niedriger und steigert nach einer Woche. Mehr als zehn Milligramm pro Tasse bringen in der Praxis selten einen spürbaren Zusatznutzen, können aber die Koffeinwirkung durch die stärkere CYP1A2 Hemmung deutlich verlängern. Zwei Tassen mit je fünf Milligramm über den Tag verteilt sind für die meisten Anwender die Obergrenze.

Verändert CBD den Geschmack von Kaffee?

Bei niedriger Dosierung kaum. Vollspektrum CBD Öl hat einen eigenen, leicht krautigen bis nussigen Grundton, der bei zwei bis drei Tropfen in einer vollen Tasse nahezu unbemerkt bleibt, besonders bei kräftigem Filterkaffee, Espresso oder einem Latte Macchiato mit Milchanteil. Spürbar wird der Eigengeschmack ab etwa vier bis fünf Tropfen oder in sehr dünn aufgebrühten Kaffees. Wer den Ton komplett unterdrücken möchte, greift zu einem Kaffee mit Milch oder Hafermilch oder würzt die Tasse mit etwas Vanille, Kardamom oder Zimt. CBD Öle auf MCT Basis schmecken in der Regel neutraler als hanföldominierte Produkte.

Zu welcher Tageszeit passt CBD Kaffee am besten?

Vormittag bis früher Nachmittag. Die beste Zeit ist zwischen acht und elf Uhr, wenn die körpereigene Kortisolkurve abflacht und Koffein sinnvoll unterstützt. Eine zweite Option ist das Mittagstief zwischen 13 und 15 Uhr. Danach wird es kritisch. Weil CBD den Abbau von Koffein durch Hemmung des Leberenzyms CYP1A2 tendenziell verlangsamt, reicht eine Tasse am späten Nachmittag häufig unbeabsichtigt bis in den Abend hinein und kann das Einschlafen erschweren. Nach 16 Uhr ist ein entkoffeinierter Kaffee mit CBD oder ein klassisches CBD Öl unter der Zunge die klügere Wahl.

Funktioniert die Kombination mit Espresso, Cold Brew oder Instantkaffee gleich gut?

Funktional ja, praktisch gibt es Unterschiede. Espresso ist sehr konzentriert und aromaintensiv, der CBD Eigengeschmack verschwindet darin fast vollständig. Nachteil: Die kleine Menge erschwert das gleichmäßige Mischen. Ein kurzer Schuss Milch löst das Problem. Filterkaffee und French Press bieten die entspannteste Grundlage, weil die Tassenmenge groß genug ist, die Tropfen ordentlich zu verteilen. Cold Brew ist ideal für warme Tage und Menschen mit empfindlichem Magen, weil er weniger Säure enthält und der CBD Eigengeschmack in der kalten Basis weniger hervortritt. Instantkaffee funktioniert ebenfalls, schmeckt aber je nach Marke deutlich flacher, sodass das CBD schneller geschmacklich präsent wird. Fazit: Die Zubereitungsart ist Geschmackssache, die pharmakologische Wirkung ist weitgehend unabhängig davon.

Fazit

CBD Kaffee ist kein Heilgetränk und keine Zauberformel, sondern eine plausible Kombination zweier Naturstoffe, deren pharmakologische Verzahnung wissenschaftlich dokumentiert ist. Beide wirken an überlappenden Signalwegen im Gehirn, werden über dasselbe Leberenzym abgebaut und bringen komplementäre Profile mit. Koffein hebt an, CBD bremst scharfe Ausschläge ab. Für viele Anwender entsteht daraus ein sanfterer, länger anhaltender Wirkverlauf mit weniger Nervosität und weniger Blutdruckspitzen.

Entscheidend ist der nüchterne Umgang mit der Kombination. Eine kleine Startdosis im Bereich von fünf Milligramm CBD pro Tasse, ein Timing zwischen Vormittag und frühem Nachmittag, Verzicht bei Schwangerschaft, in der Stillzeit, bei Kindern und Jugendlichen sowie bei Einnahme CYP1A2 abhängiger Medikamente. Wer diese Leitplanken einhält, bekommt ein alltagstaugliches Genussmittel mit nachvollziehbarer Pharmakologie und ohne abruptes Nachmittagstief.

Hinweis zu Gesundheit und Recht: Dieser Artikel dient der sachlichen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. CBD ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz als Nahrungsergänzung beziehungsweise als Novel Food mit noch offenen regulatorischen Fragen auf EU Ebene einzustufen und kein zugelassenes Arzneimittel. Bei Vorerkrankungen, in der Schwangerschaft oder Stillzeit, bei Kindern und Jugendlichen sowie bei gleichzeitiger Einnahme verschreibungspflichtiger Medikamente, die über das Enzym CYP1A2 abgebaut werden, sollten Sie vor der Anwendung einen Arzt oder Apotheker konsultieren. Die Wirksamkeit kann individuell unterschiedlich ausfallen. Laborberichte aller CBDNOL Produkte finden Sie unter cbdnol.com/pages/labor-zertifizierung.
Geprüft Inhaltlich geprüft von Josef Eckmair MBA · Mitgründer und CFO CBDNOL · Stand: April 2026
1
Humanstudie Phase 1 (CBD hemmt CYP1A2: gemeinsamer Leberabbau von CBD und Koffein)

Tayo, B., Court, M. H., Ghosh, S. et al. (2021)

A Phase 1 Open-Label, Fixed-Sequence Pharmacokinetic Drug Interaction Trial to Investigate the Effect of Cannabidiol on the CYP1A2 Probe Caffeine in Healthy Subjects

Clinical Pharmacology in Drug Development, 10(11), 1279 bis 1289

PMID: 33951339 · DOI: 10.1002/cpdd.952

Kontrollierte Humanpharmakokinetik Studie, bislang die einzige klinische Arbeit, die CBD und Koffein direkt gemeinsam untersucht hat. CBD hemmt signifikant das Leberenzym CYP1A2, das primär für den Abbau von Koffein verantwortlich ist. Wird CBD parallel zum Kaffee aufgenommen, verläuft der Koffeinabbau langsamer, die Wirkdauer verlängert sich, die Plasmakonzentration steigt. Diese Studie liefert den exakten pharmakologischen Hintergrund für die im Artikel beschriebene Synergie und ist zugleich die Grundlage für die Wechselwirkungshinweise bei CYP1A2 abhängigen Medikamenten.

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2
Grundlagenstudie (CBD erhöht Adenosin über ENT1 Hemmung: Gegenspieler von Koffein)

Carrier, E. J., Auchampach, J. A. & Hillard, C. J. (2006)

Inhibition of an equilibrative nucleoside transporter by cannabidiol: A mechanism of cannabinoid immunosuppression

Proceedings of the National Academy of Sciences USA, 103(20), 7895 bis 7900

PMID: 16672367 · PMCID: PMC1472541 · DOI: 10.1073/pnas.0511232103

Mechanistische Studie zu einem zentralen CBD Wirkweg: CBD hemmt den equilibrativen Nukleosidtransporter ENT1, der Adenosin aus dem Extrazellulärraum in die Zelle aufnimmt. Dadurch akkumuliert Adenosin außerhalb der Zelle, der Botenstoff der Müdigkeits und Ruhesignale. Koffein wirkt genau umgekehrt, indem es Adenosinrezeptoren blockiert. CBD erhöht also das Angebot, Koffein blockiert die Andockstellen. Diese gegenläufige Dynamik erklärt, warum die Kombination einen balancierten Wachheitszustand fördern kann, ohne die typische Koffein Nervosität zu verstärken.

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3
Review (A2A und CB1 Rezeptoren bilden Heteromere im Striatum)

Ferré, S., Lluís, C., Justinova, Z. et al. (2010)

Adenosine-cannabinoid receptor interactions. Implications for striatal function

British Journal of Pharmacology, 160(3), 443 bis 453

PMID: 20590556 · PMCID: PMC2931547 · DOI: 10.1111/j.1476-5381.2010.00723.x

Review zu den direkten molekularen Wechselwirkungen zwischen Adenosin und Cannabinoid Rezeptoren im Striatum. A1 und A2A Adenosinrezeptoren sowie CB1 Cannabinoid Rezeptoren bilden funktionelle Heteromere, sitzen also physisch nebeneinander auf denselben Neuronen und modulieren sich gegenseitig. Da Koffein ein A2A Antagonist ist und CBD indirekt auf CB1 wirkt, treffen die beiden Substanzen an überlappenden Rezeptorkomplexen aufeinander. Das ist der neurobiologische Unterbau für synergistische Effekte auf Wachheit, Fokus und Stimmung ohne gegenseitige Verstärkung unerwünschter Koffein Nebenwirkungen.

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4
Randomisierte Crossover Studie (CBD senkt Blutdruck und Herzfrequenz: Ausgleich zu Koffein)

Jadoon, K. A., Tan, G. D. & O'Sullivan, S. E. (2017)

A single dose of cannabidiol reduces blood pressure in healthy volunteers in a randomized crossover study

JCI Insight, 2(12), e93760

PMID: 28614793 · PMCID: PMC5470879 · DOI: 10.1172/jci.insight.93760

Placebokontrollierte Crossover Studie an neun gesunden Männern. Eine einmalige Dosis von 600 Milligramm CBD senkte den systolischen Ruheblutdruck um durchschnittlich sechs Millimeter Quecksilbersäule und reduzierte die Schlagvolumenamplitude. Der Effekt war unter Stress besonders ausgeprägt. Da Koffein kardiovaskulär entgegengesetzt wirkt, also Blutdruck und Herzfrequenz kurzfristig erhöht, liefert diese Studie den klinischen Beleg für die Artikelaussage, dass CBD die blutdrucksteigernden Effekte von Koffein abfedern kann. Für sensible Koffeinkonsumenten ist das einer der wichtigsten praktischen Anknüpfungspunkte.

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5
Standardreview (Koffein als Adenosin Antagonist: klassischer Wirkungsmechanismus)

Fredholm, B. B., Bättig, K., Holmén, J., Nehlig, A. & Zvartau, E. E. (1999)

Actions of caffeine in the brain with special reference to factors that contribute to its widespread use

Pharmacological Reviews, 51(1), 83 bis 133

PMID: 10049999

Bis heute das meistzitierte Standardwerk zur Pharmakologie von Koffein. Die Autoren um Bertil Fredholm am Karolinska Institut zeigen im Detail, dass Koffein primär als nicht selektiver Adenosin Rezeptor Antagonist wirkt, vorrangig an A1 und A2A Rezeptoren im Gehirn. Indem Koffein Adenosin von seinen Rezeptoren verdrängt, verhindert es das Einsetzen der Müdigkeit und erhöht die Dopamin und Noradrenalinausschüttung. Das ist der pharmakologische Gegenpol zur CBD Wirkung auf Adenosin und liefert den Rahmen, um die Ergänzung beider Substanzen zu verstehen.

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6
Klinische Fallserie (CBD reduziert Angst: Ausgleich zur Koffein Nervosität)

Shannon, S., Lewis, N., Lee, H. & Hughes, S. (2019)

Cannabidiol in Anxiety and Sleep: A Large Case Series

The Permanente Journal, 23, 18 bis 041

PMID: 30624194 · PMCID: PMC6326553 · DOI: 10.7812/TPP/18-041

Klinische Fallserie mit 72 erwachsenen Patientinnen und Patienten am Wholeness Center in Fort Collins. CBD reduzierte Angst bei 79,2 Prozent der Teilnehmer innerhalb des ersten Monats, und die Schlafqualität verbesserte sich bei 66,7 Prozent. Koffeininduzierte Nervosität gehört pharmakologisch in die Nähe leichter Angstzustände, weil sie über eine vergleichbare adrenerge Aktivierung entsteht. CBDs anxiolytische Wirkung über 5 HT1A Serotoninrezeptoren und CB1 Modulation wirkt dieser Koffein Nebenwirkung direkt entgegen. Die Studie untermauert damit die Erfahrungsberichte zur ruhigeren Wachheit bei CBD Kaffee.

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7
Review (CBD Sicherheitsprofil, Verträglichkeit, Wechselwirkungen)

Iffland, K. & Grotenhermen, F. (2017)

An Update on Safety and Side Effects of Cannabidiol: A Review of Clinical Data and Relevant Animal Studies

Cannabis and Cannabinoid Research, 2(1), 139 bis 154

PMID: 28861514 · PMCID: PMC5569602 · DOI: 10.1089/can.2016.0034

Umfassender Sicherheitsreview des nova Instituts auf Basis klinischer Human und Tierdaten. CBD ist in moderaten Dosen sehr gut verträglich, ohne Missbrauchs oder Abhängigkeitspotenzial und ohne psychoaktive Effekte. Für den CBD Kaffee Kontext wichtig: Bei den im Alltagseinsatz üblichen wenigen Tropfen Öl ist keine klinisch relevante Koffein Akkumulation zu erwarten. Die Arbeit liefert zugleich die Grundlage für die Wechselwirkungshinweise in diesem Artikel, insbesondere bei CYP1A2 abhängigen Medikamenten wie Theophyllin, Duloxetin oder exogenem Melatonin.

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Josef Eckmair MBA

Josef Eckmair MBA

Mitgründer und CFO von CBDNOL, aktiv im europäischen CBD Markt seit 2017. Sein MBA Studium an der FH Burgenland schloss er mit einer Masterarbeit zur Marke CBDNOL und zur Entwicklung des europäischen CBD Marktes ab. Über 45 Fachbeiträge zu CBD, Cannabinoiden, Dosierung und Anwendung, basierend auf wissenschaftlichen Quellen und regelmäßig aktualisiert.


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