Cannabis Legalisierung Deutschand

Cannabis Legalisierung Deutschand

Seit dem 1. April 2024 ist Cannabis in Deutschland teilweise legal. Das Konsumcannabisgesetz, kurz KCanG, hat eine der restriktivsten Drogenpolitiken Europas über Nacht neu geordnet. Für Erwachsene gelten jetzt klare Grenzen für Besitz, Anbau und Konsum, und mit den Anbauvereinigungen ist ein völlig neues Modell entstanden. Dieser Artikel erklärt dir, was genau erlaubt ist, wie sich die wichtigsten Cannabinoide CBD, THC, HHC und H4CBD voneinander unterscheiden und warum CBD aus rechtlicher, gesundheitlicher und praktischer Sicht für die meisten Anwender die bessere Wahl bleibt.

Aktualisiert: April 2026 ca. 12 Minuten Lesezeit ~2.300 Wörter Christian Eckmair
Inhaltsverzeichnis
  1. Das KCanG: Deutschlands neue Cannabis-Realität
  2. Die Cannabinoid-Familie: CBD, THC, HHC, H4CBD
  3. Wie THC im Gehirn wirkt
  4. CBD: Wirkung ohne Rauschzustand
  5. Nebenwirkungen im direkten Vergleich
  6. Qualitätsrisiko: THC-Spuren in CBD-Produkten
  7. Die US-Erfahrung: Was zehn Jahre Legalisierung lehren
  8. Warum CBD für die meisten die bessere Wahl bleibt
  9. Häufige Fragen
CBD vs THC und die Cannabis-Legalisierung in Deutschland

Das KCanG: Deutschlands neue Cannabis-Realität

Mit dem Konsumcannabisgesetz hat der Bundestag eine der größten drogenpolitischen Weichenstellungen der letzten Jahrzehnte beschlossen.1 Seit dem 1. April 2024 ist der Besitz und Konsum von Cannabis für Erwachsene innerhalb klar definierter Grenzen straffrei. Einen freien Handel wie in Kanada oder einigen US-Staaten gibt es allerdings nicht. Die Abgabe läuft entweder über private Selbstversorgung oder über Anbauvereinigungen, die seit dem 1. Juli 2024 zugelassen werden können.

Für alle, die sich in der neuen Rechtslage zurechtfinden wollen, sind vier Eckdaten entscheidend.

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Bis 25 g in der Öffentlichkeit

Erwachsene dürfen bis zu 25 Gramm getrocknetes Cannabis mitführen. Beim Transport vom Club nach Hause greift die gleiche Obergrenze.

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Bis 50 g zu Hause

In der eigenen Wohnung sind bis zu 50 Gramm erlaubt. Die Lagerung muss kindersicher erfolgen, sonst drohen Ordnungsstrafen.

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Drei Pflanzen privat

Bis zu drei blühende Cannabispflanzen pro erwachsener Person sind zulässig. Die Samen und Stecklinge dürfen nur über Anbauvereinigungen bezogen werden.

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Anbauvereinigungen

Bis zu 500 Mitglieder pro Club, Abgabe nur an Mitglieder, die seit mindestens sechs Monaten in Deutschland wohnen. Monatslimit: 50 Gramm für Erwachsene.

Ergänzend gelten Konsumverbote in einem 100-Meter-Radius um Schulen, Kitas, Spielplätze und Sportstätten. In Fußgängerzonen ist der Konsum tagsüber zwischen 7 und 20 Uhr untersagt. Für unter 18-Jährige bleibt Cannabis komplett verboten, für 18- bis 20-Jährige gelten niedrigere Obergrenzen und ein THC-Deckel von 10 Prozent bei der Clubabgabe.

Die Cannabinoid-Familie: CBD, THC, HHC, H4CBD

Cannabis enthält über hundert Cannabinoide, die alle auf dasselbe körpereigene Empfangssystem wirken, das Endocannabinoid-System. Grundlagenforschung zu diesem System gehört zu den bestuntersuchten Kapiteln der modernen Pharmakologie.6 Die vier Cannabinoide, um die es in diesem Artikel geht, unterscheiden sich in Wirkung und Rechtsstatus teils erheblich.

CBD

Cannabidiol

Nicht psychoaktiv, am besten erforscht. Moduliert CB1-Rezeptoren indirekt, wirkt anxiolytisch und entzündungshemmend. In Deutschland und der EU bei THC unter 0,2 Prozent frei verkäuflich.

THC

Tetrahydrocannabinol

Psychoaktiv, direkter CB1-Agonist. Verursacht das klassische Rauschgefühl. In Deutschland seit KCanG für Erwachsene in klar definierten Mengen erlaubt.

HHC

Hexahydrocannabinol

Halbsynthetisches Cannabinoid, strukturell eng mit THC verwandt. Wirkung milder als THC, Datenlage zu Langzeitfolgen ist dünn. In mehreren EU-Ländern 2024 verboten worden.

H4CBD

Hydrogeniertes CBD

Chemisch hydriertes CBD mit höherer Bioverfügbarkeit. Minimal psychoaktiv, in Studien als moderater CB1-Agonist beschrieben. Rechtlich noch nicht einheitlich eingeordnet.

Wie THC im Gehirn wirkt

THC dockt im zentralen Nervensystem vor allem an CB1-Rezeptoren an, die besonders dicht im Hippocampus, im präfrontalen Kortex und im Kleinhirn sitzen. Die Bindung löst eine Kaskade aus, an deren Ende unter anderem Dopamin im Belohnungssystem ausgeschüttet wird.3 Das erklärt das typische Rauschgefühl, das sich bei den meisten Konsumenten nach 5 bis 30 Minuten einstellt, je nach Applikationsweg.

Die Wirkung hat Schattenseiten. Kurzzeitig treten häufig eine verringerte Reaktionsgeschwindigkeit, beeinträchtigtes Arbeitsgedächtnis und bei einem Teil der Konsumenten Angstzustände auf. Regelmäßiger hochdosierter Konsum in jungen Jahren ist nach heutigem Stand mit einem erhöhten Risiko für psychotische Störungen assoziiert, die Evidenz dazu ist in großen Kohortenstudien konsistent. Im Straßenverkehr bleibt THC unabhängig vom KCanG ein Ausschlusskriterium.

CBD: Wirkung ohne Rauschzustand

CBD wirkt auf dasselbe System wie THC, aber auf einem anderen Weg. Statt den CB1-Rezeptor zu aktivieren, moduliert CBD ihn indirekt, hemmt Abbauenzyme körpereigener Cannabinoide wie Anandamid und wirkt zusätzlich über Serotonin- und Vanilloid-Rezeptoren.7 Das Ergebnis ist eine Wirkung, die Menschen als entspannend, ausgleichend oder schmerzlindernd beschreiben, ohne Rausch und ohne Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit.

Genau diese Eigenschaft macht CBD aus Konsumentensicht interessant. Wer abends runterkommen möchte, nach dem Sport schneller regenerieren will oder in stressigen Phasen einen Puffer sucht, greift zu einem hochwertigen CBD-Öl. Die typische Tagesdosis in Beobachtungsstudien liegt zwischen 15 und 50 Milligramm, verteilt auf zwei Einnahmen.

Nebenwirkungen im direkten Vergleich

Beide Cannabinoide haben Nebenwirkungsprofile, aber in völlig unterschiedlicher Größenordnung. Die folgende Übersicht fasst zusammen, was in klinischen und Beobachtungsstudien am häufigsten dokumentiert wurde.

Nebenwirkung CBD THC
Rauschgefühl Nein Ja, ausgeprägt
Mundtrockenheit Selten Häufig
Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigt Nein Ja, dosisabhängig
Erhöhte Herzfrequenz Nein Häufig
Müdigkeit / Schläfrigkeit Möglich bei hohen Dosen Häufig
Angstzustände Nein, eher gegenteilig Möglich bei hohen Dosen
Fahrtauglichkeit Unbeeinflusst Stark beeinträchtigt

Die WHO hat CBD bereits 2018 als sicher und nicht missbrauchsfähig eingestuft. Für THC gilt das nicht, weshalb es auch im KCanG strikter reglementiert ist als andere legalisierte Substanzen wie Alkohol.

Die Legalisierung ändert den Rechtsrahmen, nicht die Pharmakologie. CBD bleibt die unaufgeregte Option für alle, die vom Pflanzenspektrum profitieren wollen, ohne ihre Reaktionsfähigkeit oder Arbeitsleistung aufs Spiel zu setzen.

Christian Eckmair, Gründer CBDNOL

Qualitätsrisiko: THC-Spuren in CBD-Produkten

Ein nüchterner Befund aus Karlsruhe macht deutlich, warum die Qualitätsfrage bei CBD-Produkten alles andere als ein Marketingthema ist. Ein Forscherteam um Dirk Lachenmeier analysierte 181 CBD-Lebensmittelprodukte vom deutschen Markt und fand bei 12 Prozent THC-Werte über dem niedrigsten beobachteten Nebenwirkungslevel.2 Mit anderen Worten: Ein relevanter Anteil der verkauften CBD-Produkte enthielt genug THC, um unerwartete Wirkungen auszulösen, obwohl niemand mit dieser Wirkung gerechnet hatte.

Für Konsumenten ist das aus zwei Gründen wichtig. Erstens: Angebliche Nebenwirkungen von CBD-Produkten stammen in vielen Fällen nicht vom CBD selbst, sondern von undeklariertem THC. Zweitens: Wer Vollspektrum-Produkte einnimmt, sollte auf einem aktuellen Analysezertifikat bestehen, das THC-Gehalt, Schwermetalle und Pestizide transparent ausweist. Ein seriöser Anbieter stellt dieses Zertifikat chargengenau bereit.

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Der klassische Mittelweg. Vollspektrum mit kontrolliertem THC unter 0,2 Prozent, Analysezertifikat für jede Charge. Ideal für alle, die CBD abseits vom Rauschmittel-Thema kennenlernen wollen.

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Die US-Erfahrung: Was zehn Jahre Legalisierung lehren

CBD und THC im Cannabis-Markt

Deutschland betritt kein Neuland. Colorado hat 2012 als erster US-Bundesstaat Cannabis vollständig legalisiert, seither folgten über zwanzig weitere. Eine Auswertung im Fachjournal World Psychiatry bilanziert die gesundheitlichen Folgen dieser Entwicklung mit gemischtem Ergebnis.4 Auf der positiven Seite: Der Schwarzmarkt schrumpfte, Qualitätskontrollen senkten gesundheitliche Risiken, und Steuereinnahmen flossen in Prävention und Forschung. Auf der Risikoseite: Die Zahl der cannabisbezogenen Notaufnahmen stieg, vor allem durch versehentlichen Konsum von Edibles durch Kinder.

Eine ergänzende Analyse von Smart und Pacula zeigt, dass der Konsum bei Erwachsenen moderat zunahm, bei Jugendlichen dagegen nicht signifikant anstieg.5 Der viel zitierte Effekt einer rasanten Normalisierung bei Teenagern blieb also aus, zumindest in den ersten Jahren. Für die deutsche Debatte ist das ein bemerkenswerter Befund, denn genau diese Sorge war eines der Hauptargumente der Legalisierungsgegner im Bundestag.

Wichtig Deutschland hat mit dem Anbauvereinigungs-Modell bewusst einen engeren Rahmen gewählt als die USA. Kein freier Einzelhandel, keine Edibles im Supermarkt, strenge Jugendschutzregeln. Ob dieser Mittelweg funktioniert, zeigt die Evaluierung, die bis 2028 vorliegen soll.

Warum CBD für die meisten die bessere Wahl bleibt

Für den typischen Anwender, der Schlaf, Stress oder Alltagsbeschwerden adressieren möchte, ist CBD auch nach der Legalisierung die pragmatischere Option. Die Gründe sind nüchtern: rechtlich unbedenklich im Alltag und bei Reisen, keine Rauschwirkung, keine Einschränkung der Fahrtüchtigkeit, gut verträglich. Für viele Menschen ist das die passendere Eingangstür ins Pflanzenspektrum als THC, gerade weil die Einnahme im Berufsalltag unkompliziert bleibt.

Wer mehr wissen möchte, bevor er oder sie startet, findet bei uns tiefergehende Artikel etwa zu den Unterschieden zwischen Vollspektrum und Isolat oder zur Frage, wie CBD den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflusst. Bei THC-Produkten und Cannabisblüten empfiehlt sich für Einsteiger die Beratung in einer zugelassenen Anbauvereinigung oder der Austausch mit einer medizinischen Fachperson, die auch die Interaktion mit verordneten Medikamenten einschätzen kann.

Rechtlicher und gesundheitlicher Hinweis Dieser Artikel gibt den Stand der deutschen Cannabis-Rechtslage zum Aktualisierungsdatum wieder. Das KCanG wird bis 2028 evaluiert, Änderungen sind möglich. Bundesländer können ergänzende Regelungen erlassen, insbesondere zu Konsumverbotszonen. Informiere dich vor jeder Anwendung über den aktuellen Rechtsstand. CBD-Produkte sind keine Arzneimittel und nicht zur Behandlung, Heilung oder Vorbeugung von Krankheiten bestimmt. Bei bestehender Medikamenteneinnahme, insbesondere bei Wirkstoffen, die über die Leberenzyme CYP3A4 oder CYP2C19 verstoffwechselt werden, vor der ersten Anwendung ärztlichen Rat einholen. Während Schwangerschaft und Stillzeit wird von der Einnahme abgeraten. Für Minderjährige bleibt der Konsum von Cannabis und THC-haltigen Produkten in Deutschland verboten.

Häufige Fragen zur Cannabis-Legalisierung und zu CBD

Fallen CBD-Produkte unter das neue KCanG?

Nein. Das KCanG regelt ausschließlich Konsumcannabis mit einem THC-Gehalt, der die psychoaktive Wirkung auslöst. CBD-Produkte mit THC unter 0,2 Prozent unterliegen weiterhin den EU-Lebensmittel- und Novel-Food-Regeln und sind in Deutschland frei verkäuflich. Das bedeutet auch: CBD-Öle, CBD-Kapseln oder CBD-Kosmetik fallen nicht unter die Mengenbegrenzungen des KCanG und müssen weder über eine Anbauvereinigung bezogen noch deklariert werden.

Wichtig ist trotzdem, dass das gekaufte Produkt ein aktuelles Analysezertifikat hat. Überschreitet der tatsächliche THC-Gehalt den Grenzwert, gilt das Produkt rechtlich als Betäubungsmittel. Seriöse Anbieter stellen das Zertifikat chargengenau bereit.

Wie viel Cannabis darf ich nach KCanG besitzen und privat anbauen?

Für Erwachsene ab 18 Jahren gelten drei Obergrenzen: bis zu 25 Gramm getrocknetes Cannabis in der Öffentlichkeit, bis zu 50 Gramm am Wohnsitz und bis zu drei blühende Pflanzen für den privaten Eigenanbau. Die Lagerung zu Hause muss kindersicher sein, sonst drohen Ordnungsstrafen. Wer mehrere Haushalte hat, darf die 50 Gramm pro Wohnsitz nicht einfach addieren, sondern muss sie auf den Hauptwohnsitz beziehen.

Für Personen unter 18 Jahren bleibt Besitz und Konsum komplett verboten. Für 18- bis 20-Jährige gilt zusätzlich eine Sonderregel bei Anbauvereinigungen: maximal 30 Gramm Abgabe pro Monat und maximal 10 Prozent THC-Gehalt in den abgegebenen Produkten.

Was unterscheidet HHC und H4CBD von THC und CBD?

HHC und H4CBD sind halbsynthetische Cannabinoide, die im Labor aus pflanzlichen Ausgangsstoffen wie CBD hergestellt werden. HHC ist strukturell eng mit THC verwandt und wirkt an denselben CB1-Rezeptoren, allerdings meist milder. Die Datenlage zu Langzeitfolgen ist begrenzt, weshalb mehrere EU-Länder HHC 2024 in die Liste kontrollierter Substanzen aufgenommen haben. In Deutschland ist HHC seit Juni 2024 als Neue-psychoaktive-Substanz (NpSG) reguliert.

H4CBD entsteht durch Hydrierung von CBD und soll laut ersten Untersuchungen eine bessere Bioverfügbarkeit haben. Die Wirkung ist minimal psychoaktiv. Rechtlich ist H4CBD in Deutschland noch nicht eindeutig eingeordnet, was bei Einkauf und Reise Vorsicht erfordert. CBD und THC sind natürlich in der Pflanze vorkommende Cannabinoide und damit am besten erforscht und rechtlich klar geregelt.

Wie funktioniert der Beitritt zu einer Anbauvereinigung?

Eine Anbauvereinigung, umgangssprachlich Cannabis-Club, ist ein eingetragener Verein, der bis zu 500 Mitglieder aufnehmen darf. Der Beitritt erfordert drei Voraussetzungen: Mindestalter 18 Jahre, Hauptwohnsitz seit mindestens sechs Monaten in Deutschland und Mitgliedschaft in nur einer einzigen Vereinigung gleichzeitig. Touristen und Mehrfachmitgliedschaften sind per Gesetz ausgeschlossen.

Die monatliche Abgabe ist auf 50 Gramm je erwachsenes Mitglied begrenzt, bei 18- bis 20-Jährigen auf 30 Gramm mit THC-Deckel. Die Vereinigungen dürfen nicht gewerblich handeln, sondern nur die Kosten der gemeinschaftlichen Produktion decken. Werbung ist strikt verboten, ebenso jeder Vertrieb an Nichtmitglieder. Die Wartezeiten bei neuen Clubs sind oft lang, weil das Genehmigungsverfahren durch die Landesbehörden aufwendig ist.

Christian Eckmair, Gründer CBDNOL

Christian Eckmair

Gründer CBDNOL & CBD-Autor

Geprüft Inhaltlich geprüft von Christian Eckmair · Gründer CBDNOL & CBD-Autor · Stand: April 2026
1
Gesetz (Offizielle Rechtsquelle – KCanG)
Deutscher Bundestag (2024)
Gesetz zum Umgang mit Konsumcannabis (Konsumcannabisgesetz – KCanG)
Bundesgesetzblatt — in Kraft getreten am 1. April 2024
gesetze-im-internet.de/kcang/
Das KCanG ist die gesetzliche Grundlage aller im Artikel beschriebenen Eckdaten zur deutschen Cannabis-Legalisierung: Erwachsene dürfen bis zu 25 g Cannabis in der Öffentlichkeit besitzen, bis zu 50 g zuhause lagern und bis zu drei Pflanzen privat anbauen. Anbauvereinigungen sind unter strengen Auflagen erlaubt. Jugendschutz, THC-Grenzwerte und Abgabebeschränkungen sind explizit geregelt. Das Gesetz markiert einen historischen Wandel von der Betäubungsmittelgesetz-Kriminalisierung hin zu einem regulierten Konsumrahmen für Erwachsene.
Quelle ansehen (Bundesrecht)
2
Studie (THC-Kontamination in CBD-Produkten)
Lachenmeier D. W. et al. (2021)
Are adverse effects of cannabidiol (CBD) products caused by tetrahydrocannabinol (THC) contamination?
F1000Research, 8, 1394
DOI: 10.12688/f1000research.19931.4
Analyse von 181 CBD-Lebensmittelprodukten auf dem deutschen Markt: 12 Prozent der Produkte enthielten THC-Werte über dem niedrigsten beobachteten Nebenwirkungslevel. Die Autoren schließen daraus, dass berichtete Nebenwirkungen von CBD-Produkten häufig nicht auf CBD selbst, sondern auf undeklarierte THC-Rückstände zurückzuführen sind. Unmittelbar relevant für die Artikelaussage, dass transparente Analysezertifikate bei CBD-Produkten eine gesundheitliche und rechtliche Notwendigkeit sind.
Quelle ansehen (F1000Research)
3
Konsensusbericht (Gesundheitseffekte von Cannabis)
National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine (2017)
The Health Effects of Cannabis and Cannabinoids: The Current State of Evidence and Recommendations for Research
The National Academies Press, Washington D.C.
PMID: 28182367
Umfassender wissenschaftlicher Konsensusbericht zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Cannabis und Cannabinoiden: Über 10.000 Abstracts ausgewertet, 100 Schlussfolgerungen zu therapeutischen Nutzen und Risiken. Starke Evidenz für therapeutische Wirksamkeit bei chronischen Schmerzen, Spastizität und Chemotherapie-induzierter Übelkeit. Gleichzeitig dokumentiert der Bericht Risiken regelmäßigen Konsums, insbesondere für Jugendliche und bei psychischen Erkrankungen. Wissenschaftliche Grundlage für die ausgewogene Darstellung von THC-Risiken und CBD-Vorteilen im Artikel.
Quelle ansehen (PubMed)
4
Review-Artikel (Public-Health nach US-Legalisierung)
Hall W., Stjepanović D., Caulkins J. et al. (2020)
Assessing the public health impacts of legalizing recreational cannabis use: the US experience
World Psychiatry, 19(2), 179–186
PMID: 32394566
Auswertung der Public-Health-Folgen der Cannabis-Legalisierung in US-Bundesstaaten: Die Legalisierung führte zur Qualitätskontrolle und Schwächung des Schwarzmarkts, erhöhte aber auch cannabisbezogene Notaufnahmen, insbesondere durch versehentlichen Konsum von Edibles durch Kinder. Jugendschutzmaßnahmen zeigten gemischte Ergebnisse. Empirische Grundlage für beide Seiten der im Artikel beschriebenen Legalisierungsdebatte und für die deutsche Entscheidung gegen freien Einzelhandel.
Quelle ansehen (PubMed)
5
Studie (Konsumentwicklung nach Legalisierung)
Smart R. & Pacula R. L. (2019)
Early evidence of the impact of cannabis legalization on cannabis use, cannabis use disorder, and the use of other substances
American Journal of Drug and Alcohol Abuse, 45(6), 644–663
PMCID: PMC6934162
Auswertung früher Befunde zur Auswirkung der Cannabis-Legalisierung auf Konsumraten, Abhängigkeitsstörungen und den Konsum anderer Substanzen in legalisierten US-Bundesstaaten: Der Konsum stieg moderat bei Erwachsenen, bei Jugendlichen jedoch nicht signifikant. Cannabis-Abhängigkeitsstörungen zeigten keinen eindeutigen Anstieg. Entlastender empirischer Befund gegen die Befürchtung einer raschen Normalisierung bei Teenagern, relevant für die deutsche Debatte.
Quelle ansehen (PubMed Central)
6
Review-Artikel (Endocannabinoid-System)
Pacher P. & Kunos G. (2013)
Modulating the endocannabinoid system in human health and disease: successes and failures
FEBS Journal, 280(9), 1918–1943
PMCID: PMC3684164
Grundlegender Review zum Endocannabinoid-System (ECS) und seiner pharmakologischen Modulierbarkeit. THC bindet als direkter CB1-Agonist, was die psychoaktive Wirkung, Dopaminausschüttung und das Rauschgefühl erklärt. CBD wirkt dagegen als negativer allosterischer Modulator und indirekter Regulator — ohne CB1-Aktivierung, ohne Rausch. Liefert die neurobiologische Grundlage für die zentrale Artikelaussage, warum CBD nicht „high" macht und dennoch auf dasselbe Rezeptorsystem einwirkt wie THC.
Quelle ansehen (PubMed Central)
7
Review-Artikel (CBD-THC-Wechselwirkungen)
Niesink R. J. M. & van Laar M. W. (2013, aktualisiert 2017)
Clinical and Preclinical Evidence for Functional Interactions of Cannabidiol and Δ9-Tetrahydrocannabinol
Neuropsychopharmacology Reviews (Nature)
DOI: 10.1038/npp.2017.209
Systematischer Review zu klinischen und präklinischen Wechselwirkungen zwischen CBD und THC: CBD moduliert die Wirkung von THC und kann dessen psychoaktive und anxiogene Effekte abschwächen, indem es als CB1-Antagonist die THC-Bindung hemmt. Produkte mit höherem CBD-zu-THC-Verhältnis haben ein günstigeres Nebenwirkungsprofil. Direkt relevant für den Artikelabschnitt über Nebenwirkungen und die pharmakologische Begründung des EU-THC-Grenzwerts in CBD-Produkten.
Quelle ansehen (Nature)
Rechtlicher Hinweis: Das Konsumcannabisgesetz (KCanG) ist seit dem 1. April 2024 in Kraft. Die Evaluierung ist bis 2028 geplant, Änderungen sind möglich. Bundesländer können ergänzende Konsumverbotszonen festlegen. Für Informationen zu CBD-Produktqualität siehe unsere Qualitätsstandards und Laborberichte.

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