Geschichte der Hanfpflanze

Die Geschichte der Hanfpflanze

Lange bevor Baumwolle aus Indien Europa erreichte und Papier industriell aus Holz entstand, war es Hanf, der Schiffe segeln, Bücher binden und Kleidung tragen ließ. Über mehrere Jahrtausende zieht sich die Spur dieser Pflanze durch die Geschichte der Menschheit, von neolithischen Siedlungen am Gelben Fluss über persische Märkte bis in die Werkstätten von Boston und Philadelphia. Wer sich heute ein Stück Hanfseil oder ein Hanftextil in die Hand nimmt, hält ein Material, das den Menschen seit mindestens zwölftausend Jahren begleitet.1 Dieser Beitrag folgt der Reise von Cannabis sativa durch die Epochen, gestützt auf archäologische Funde, peer-reviewte Forschung und amtliche Quellen.

Von Aktualisiert: April 2026 7 Min. Lesezeit ca. 1.520 Wörter 7 Quellen geprüft
Inhaltsverzeichnis 8 Abschnitte

Wo Hanf seine Reise begann

Über den geografischen Ursprung der Hanfpflanze wird unter Archäobotanikern bis heute diskutiert. Die meisten Hinweise deuten auf die Steppenregionen Zentralasiens, irgendwo zwischen dem heutigen Kasachstan, der Mongolei und der nordwestchinesischen Region Xinjiang. Genetische Untersuchungen und frühe Pflanzenfunde stützen die These, dass die ersten gezielt angebauten Cannabis-Populationen in dieser Region entstanden, von wo sie sich entlang früher Handelswege ausbreiteten.1 Eine zweite Hypothese verortet den Ursprung etwas südlicher, in der Verbindung zwischen Hindukusch und nördlichem Indien.

Eindrucksvolle Belege liefern Grabfunde in Xinjiang. Im Yanghai-Friedhof bei Turpan haben Archäologen 2006 in einem etwa 2.700 Jahre alten Grab knapp 800 Gramm getrocknetes Cannabismaterial mit nachweisbarem THC-Gehalt geborgen. Die Pflanze lag dort offenbar nicht zufällig, sondern war Teil ritueller Beigaben für einen Schamanen, was darauf hindeutet, dass die Kultivierung bewusst auch auf psychoaktive Eigenschaften hin erfolgte.2 Faserspuren auf neolithischer Keramik verschieben den Beginn der Nutzung sogar in eine Zeit weit vor diesen Beigaben.

Hanf in der Antike, von China bis ins römische Reich

In China ist die Pflanze tief in den frühen Schriftquellen verankert. Im sogenannten Shennong Bencao Jing, einer klassischen Pharmakopöe, finden sich Hinweise auf medizinische Hanfanwendungen, deren Ursprünge mündlich teils bis in die mythische Frühzeit Kaiser Shennongs zurückgeführt werden. Hanfseile aus chinesischen Werkstätten datieren auf etwa 2.800 vor Christus. Etwa zwei Jahrtausende später, zwischen 140 und 87 vor Christus, entstand in derselben Kulturregion das vermutlich älteste Papier der Welt, hergestellt aus Hanffasern.3

Mit dem Ausbau der Seidenstraße fand die Pflanze ihren Weg nach Persien, weiter in den Mittelmeerraum und in den Norden. Bei Herodot, dem griechischen Historiker des 5. Jahrhunderts vor Christus, ist eine berühmte Passage überliefert, in der er beschreibt, wie skythische Nomaden Hanfsamen auf glühenden Steinen verdampfen ließen. Im Imperium Romanum diente Hanf als Material für Schiffstaue und grobe Textilien, gleichzeitig nutzten römische Ärzte wie Dioskurides Cannabissamen für medizinische Zwecke.4

Karl der Große und der mittelalterliche Hanfanbau

Mit dem Zerfall der antiken Strukturen verschob sich der Schwerpunkt der europäischen Hanfwirtschaft nach Norden. Im Jahr 812 erließ Karl der Große seine berühmte Capitulare de Villis, eine Verordnung zur Bewirtschaftung der königlichen Güter, in der unter anderem der Hanfanbau gefordert wird. Damit wurde Hanf in Europa für die kommenden tausend Jahre zu einem strategischen Rohstoff, dessen Bedeutung sich an der Größe der Flotte eines Königreichs ablesen ließ.1

Klöster, allen voran die Benediktiner und Zisterzienser, kultivierten Hanf systematisch. Hildegard von Bingen erwähnt die Pflanze im 12. Jahrhundert in ihren naturkundlichen Schriften als Mittel gegen Magenbeschwerden. Über Russland, das Baltikum und Skandinavien gelangten zudem große Mengen ostslawischer Faser nach Mittel- und Westeuropa. Die hanseatischen Häfen importierten russischen Hanf, der bis ins 19. Jahrhundert als der qualitativ beste seines Fachs galt.

Vom Schiffstau bis zur Verfassung, Hanf in Amerika

Mit Christoph Kolumbus und den nachfolgenden spanischen und englischen Expeditionen reiste die Pflanze über den Atlantik. Schiffe ohne Hanf waren in dieser Epoche schlicht nicht denkbar, ein einziges großes Segelschiff verbrauchte mehrere Tonnen Hanf für Segel, Tauwerk und Dichtmaterial.5 In der jungen Kolonie Virginia verpflichtete eine Verordnung des Jahres 1619 die Siedler, Hanf anzubauen. Wer dem nicht nachkam, riskierte Strafen.

In den folgenden zwei Jahrhunderten war Hanf für die nordamerikanischen Kolonien das, was Stahl für das 20. Jahrhundert wurde. Die Pflanze diente als Steuermittel, als Versicherungsdeckung für Schiffe und als Rohstoff für Papier, Kleidung und Seile. Einige populäre Erzählungen, etwa dass die Entwürfe der Unabhängigkeitserklärung auf Hanfpapier verfasst worden seien, lassen sich aus heutiger Sicht nicht eindeutig belegen, der breitere wirtschaftliche Stellenwert von Hanf in der Kolonialzeit hingegen schon. Auch Levi Strauss verwendete für seine ersten Arbeitshosen ab 1873 Segeltuchstoffe, deren Faserzusammensetzung neben Baumwolle auch Hanf umfasste.

Die Hanfpflanze begleitet den Menschen seit Jahrtausenden, zuerst als vielseitiger Rohstoff, dann als beinahe vergessene Kulturpflanze und nun als umweltfreundliches, traditionsreiches Gewächs, das eine Renaissance erlebt.

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Der lange Schatten der Prohibition

Das 20. Jahrhundert markiert einen scharfen Bruch in der Hanfgeschichte. In den USA bildete sich in den 1930er Jahren eine Allianz aus Boulevardpresse, Holz- und Erdölindustrie sowie Politik gegen Cannabis. Die Hetzkampagnen des Zeitungsmagnaten William Randolph Hearst spielten dabei eine zentrale Rolle, sein Imperium hatte massive Investitionen in Holzpapier und sah in Hanf eine ökonomische Bedrohung. Mit dem Marihuana Tax Act von 1937 wurde der Anbau de facto unmöglich gemacht.4

In Deutschland verlief der Prozess langsamer, aber ebenso konsequent. Das 1929 eingeführte Opiumgesetz wurde am 22. Dezember 1971 grundlegend überarbeitet und in Betäubungsmittelgesetz umbenannt. Cannabis wurde im neuen Gesetzestext erstmals namentlich in Anlage I aufgenommen und damit vollständig verboten, das Inkrafttreten erfolgte am 1. Januar 1972.6 Die Industriehanfsorten teilten dieses Schicksal trotz ihres marginalen THC-Gehalts. Erst 1996 wurde der kontrollierte Anbau von Nutzhanf in Deutschland wieder zugelassen, und mit dem Konsumcannabisgesetz von 2024 öffnete sich schließlich auch der Privatkonsum von THC-haltigem Cannabis unter klar definierten Bedingungen.

Hanfnutzung im historischen Vergleich

Wer die historischen Stationen nebeneinanderlegt, erkennt einen wiederkehrenden Mechanismus. Hanf wurde immer dann groß, wenn Gesellschaften langlebiges, robustes Material zu kleinem Preis brauchten, und er wurde immer dann verdrängt, wenn neue Technologien oder neue Politik andere Wege öffneten.

Epoche Region Hauptnutzung Belege
Neolithikum (10.000 bis 3.000 v. Chr.) Ostasien Faser und Samen Tonscherben mit Hanfschnüren in China und Taiwan
Antike (3.000 v. bis 500 n. Chr.) China, Indien, Mittelmeerraum Seile, Papier, Medizin Yanghai-Grabfunde, römische Schiffstaue
Frühmittelalter (500 bis 1.000) Frankenreich, Russland Textilien, Segel Capitulare de Villis von 812
Spätmittelalter (1.000 bis 1.500) Hanseraum, Mittelmeer Schifffahrt, Bauwesen Russische Faserimporte, Klosteranbau
Kolonialzeit (1.500 bis 1.800) Nordamerika, Europa Schiffstaue, Papier, Steuerwährung Virginia Hempling Act von 1619
Industriezeit (1.800 bis 1.900) Westeuropa, USA Schrittweise Verdrängung Aufkommen der Baumwoll-Egreniermaschine
Prohibition (1900 bis 2000) Weltweit Verbote, Untergrundnutzung Marihuana Tax Act 1937, BtMG 1971
Gegenwart (ab 2000) Global CBD, Bauwesen, Lebensmittel, Forschung EU-Sortenkatalog, KCanG 2024

Die Renaissance, Hanf im 21. Jahrhundert

Seit Beginn dieses Jahrhunderts erlebt die Pflanze eine bemerkenswerte Wiederentdeckung. Die Treiber sind nicht romantischer Natur, sondern höchst praktisch. Hanf bindet pro Hektar mehr Kohlendioxid als die meisten konventionellen Nutzpflanzen, kommt mit wenig Wasser aus, benötigt fast keine Pestizide und verbessert die Bodenstruktur für nachfolgende Kulturen.7 In einer Zeit, in der die Frage nach klimaverträglicher Materialwirtschaft drängender wird, geraten diese Eigenschaften wieder in den Blickpunkt.

Parallel hat sich der Markt für Cannabinoid-haltige Produkte stark professionalisiert. CBD ist heute in den meisten europäischen Ländern als Bestandteil von Lebensmitteln, Kosmetik und Wellnessprodukten regulär erhältlich. Der Anbau von Nutzhanf in der EU ist seit 1995 wieder zugelassen, die Sortenvielfalt nimmt jährlich zu. Wer sich für moderne Hanfprodukte aus österreichischem Bio-Anbau interessiert, findet eine kuratierte Auswahl in der Kollektion für Hanflebensmittel oder im klassischen Bio Hanfsamenöl. Was über Jahrtausende selbstverständlich war, wird langsam wieder zu einem Bestandteil des Alltags.

FAQ zur Geschichte des Hanfs

Wann wurde Cannabis in Deutschland legalisiert?

Eine vollständige Legalisierung im rechtlichen Sinn gibt es bis heute nicht. Mit dem Inkrafttreten des Konsumcannabisgesetzes am 1. April 2024 wurden der Besitz und der private Anbau von Cannabis für Erwachsene unter klar definierten Bedingungen entkriminalisiert. Industriehanf mit niedrigem THC-Gehalt ist in Deutschland bereits seit 1996 wieder zum Anbau zugelassen, eingebettet in das EU-Recht. Medizinisches Cannabis ist seit 2017 auf Rezept verfügbar.

Warum wurde Hanf im 20. Jahrhundert verboten?

Die Gründe waren weniger gesundheitlicher als wirtschafts- und ordnungspolitischer Natur. In den USA betrieben einflussreiche Industrien rund um Erdöl, Kunstfaser und Holzpapier in den 1930er Jahren intensive Lobbyarbeit, die in den Marihuana Tax Act von 1937 mündete. Über internationale Konventionen verbreitete sich diese restriktive Linie weltweit. In Deutschland wurde Cannabis 1971 mit dem Betäubungsmittelgesetz formal verboten, der Industriehanf war von dieser Regelung jahrzehntelang miterfasst, obwohl er praktisch keine psychoaktive Wirkung hat.

Was ist der Unterschied zwischen Nutzhanf und Cannabis?

Botanisch handelt es sich um dieselbe Art, Cannabis sativa L. Der Unterschied liegt in der Sortenwahl und im Wirkstoffprofil. Nutzhanf, in der Fachsprache auch Industriehanf genannt, wird auf Faser, Samen und niedrigen THC-Gehalt selektiert. In der EU dürfen zugelassene Sorten höchstens 0,3 Prozent THC enthalten. Cannabis im umgangssprachlichen Sinn meint dagegen Sorten, die auf hohe Konzentrationen psychoaktiver Cannabinoide gezüchtet wurden, was seit 2024 in Deutschland unter strengen Vorgaben für Erwachsene zulässig ist.

Welche Rolle spielte William Randolph Hearst beim Hanfverbot?

Der amerikanische Zeitungsmagnat hatte erhebliche wirtschaftliche Interessen an Holzpapier und besaß große Waldflächen. Als in den 1930er Jahren die maschinelle Verarbeitung von Hanffasern wirtschaftlich konkurrenzfähig wurde, sah Hearst seine Geschäftsgrundlage bedroht. Seine Boulevardpresse veröffentlichte über Jahre eine Reihe alarmistischer Artikel, die Cannabis und Marihuana mit Gewalt und Verbrechen verknüpften. Diese Kampagne gilt als wesentlicher Treiber der politischen Stimmung, aus der 1937 der Marihuana Tax Act hervorging.

Hinweis: Dieser Artikel behandelt die mehrtausendjährige Geschichte der Hanfpflanze und gibt den derzeitigen Forschungsstand wieder. Historische und archäologische Belege sind naturgemäß fragmentarisch, exakte Jahreszahlen aus dem Altertum sind als Schätzungen auf Basis archäologischer Funde zu verstehen. Angaben zu rechtlichen Rahmenbedingungen beziehen sich auf den Stand April 2026 und ersetzen keine rechtliche Beratung. CBDNOL vertreibt ausschließlich Hanfprodukte mit einem THC-Gehalt unter 0,2 Prozent, hergestellt aus EU-zertifiziertem Nutzhanf.
Christian Eckmair, Gründer CBDNOL

Christian Eckmair

Gründer & Geschäftsführer CBDNOL

Geprüft Inhaltlich geprüft von · Gründer CBDNOL · Stand: April 2026
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Historischer Review
History of Cannabis and Its Preparations in Saga, Science, and Sobriquet
Chemistry & Biodiversity, 4(8), 1614 bis 1648
PMID: 17712811 · DOI: 10.1002/cbdv.200790144
Umfassendster peer-reviewter Überblick zur Hanf- und Cannabisgeschichte, verfasst von Ethan B. Russo, einem der weltweit bekanntesten Cannabinoid-Forscher. Die Arbeit dokumentiert die zentralasiatische Herkunft der Hanfpflanze, ihre Ausbreitung über die Seidenstraße in den Mittelmeerraum und ihre Erwähnung in karolingischen Quellen, darunter die Capitulare de Villis von 812 nach Christus. Wissenschaftliche Grundlage für die Abschnitte über den Ursprung der Pflanze und den mittelalterlichen Hanfanbau in Europa.
2
Studie
A new insight into Cannabis sativa (Cannabaceae) utilization from 2500-year-old Yanghai Tombs, Xinjiang, China
Journal of Ethnopharmacology, 108(3), 414 bis 422 · Chinese Academy of Sciences, Beijing
PMID: 16879937 · DOI: 10.1016/j.jep.2006.05.034
Archäobotanische Analyse von rund 800 Gramm Cannabis-Pflanzenmaterial aus den Yanghai-Gräbern bei Turpan in Xinjiang, datiert auf etwa 700 vor Christus. Die Funde wiesen einen nachweisbaren THC-Gehalt auf und lagen in unmittelbarer Nähe einer Schamanenbestattung, was auf eine bewusste Kultivierung psychoaktiver Sorten und ihre rituelle Verwendung hindeutet. Direkter archäologischer Beleg für die im Artikel beschriebene zentralasiatisch-chinesische Frühgeschichte des Hanfs.
3
Ethnobotanik
The Origin and Use of Cannabis in Eastern Asia: Their Linguistic-Cultural Implications
Economic Botany, 28(3), 293 bis 301 · Morris Arboretum, University of Pennsylvania
JSTOR: 4253528 · DOI: 10.1007/BF02861426
Klassiker der ethnobotanischen Literatur zur ostasiatischen Hanfgeschichte. Li dokumentiert auf Basis chinesischer Schriftquellen und archäologischer Befunde die Datierung der ersten Hanfseile auf etwa 2.800 vor Christus sowie die früheste belegte Papierherstellung aus Hanffasern in der Han-Dynastie zwischen 140 und 87 vor Christus. Quelle für die im Artikel genannten Datierungen zu chinesischer Frühgeschichte und Papierproduktion.
4
Review
Cannabis sativa: A comprehensive ethnopharmacological review of a medicinal plant with a long history
Journal of Ethnopharmacology, 227, 300 bis 315 · Università degli Studi di Brescia, Italien
PMID: 30205181 · DOI: 10.1016/j.jep.2018.09.004
Umfassender ethnopharmakologischer Review der Universität Brescia. Die Arbeit verfolgt die globale Ausbreitung der Hanfpflanze von Zentralasien über das antike Persien und Griechenland bis ins Imperium Romanum, beschreibt die Verbreitung nach Amerika ab dem 16. Jahrhundert und dokumentiert die wirtschaftspolitischen Hintergründe der Prohibition im 20. Jahrhundert. Wissenschaftliche Grundlage für die Antike- und Prohibitionsabschnitte des Artikels.
5
Review
Industrial Hemp: Renewed Opportunities for an Old Crop
Advances in Agronomy, 137, 43 bis 80 · Virginia Polytechnic Institute and State University
DOI: 10.1016/bs.agron.2015.12.001
Agronomischer Review von John Fike (Virginia Tech) zu Industriehanf in Nordamerika. Fike dokumentiert die koloniale Hanfpolitik, darunter den Anbauzwang in Virginia ab 1619, die zentrale Rolle von Hanf für die Marine bis ins 19. Jahrhundert sowie den Niedergang durch den Marihuana Tax Act von 1937. Quelle für den Abschnitt über Hanf in Amerika und die kolonialzeitlichen Anbaugesetze.
6
Bundesgesetz
Gesetz über den Verkehr mit Betäubungsmitteln (Betäubungsmittelgesetz, BtMG)
Bundesgesetzblatt I, BGBl. 1971 S. 2092 ff.
Ausgefertigt: 22. Dezember 1971 · In Kraft: 1. Januar 1972
Amtliches deutsches Bundesgesetz, das am 22. Dezember 1971 ausgefertigt und am 1. Januar 1972 in Kraft trat. Mit der Umbenennung des Opiumgesetzes zum Betäubungsmittelgesetz wurde Cannabis erstmals namentlich in Anlage I aufgenommen und vollständig verboten. Direkter Primärquellenbeleg für die im Artikel zitierte deutsche Cannabisprohibition. Das BtMG ist in seiner aktuellen Fassung samt aller Änderungen, zuletzt durch das Konsumcannabisgesetz von 2024, auf den Seiten des Bundesjustizministeriums öffentlich einsehbar.
7
Review
Challenges towards Revitalizing Hemp: A Multifaceted Crop
Trends in Plant Science, 22(11), 917 bis 929 · University of Kentucky, USA
PMID: 28886910 · DOI: 10.1016/j.tplants.2017.08.004
Peer-reviewter Übersichtsartikel der University of Kentucky zur modernen Wiederbelebung von Industriehanf. Die Autoren dokumentieren die agronomischen Vorteile der Pflanze, darunter geringen Wasserverbrauch, niedrigen Pestizidbedarf, hohe CO2-Bindung und positive Wirkung auf die Bodenstruktur, und ordnen sie in den Kontext globaler Nachhaltigkeitsdiskussionen ein. Wissenschaftliche Grundlage für den Renaissance-Abschnitt des Artikels.
Hinweis zur Natur historischer Quellen: Dieser Artikel behandelt die Jahrtausende alte Geschichte der Hanfpflanze. Historische und archäologische Belege sind naturgemäß fragmentarisch, exakte Jahreszahlen aus dem Altertum (etwa 5.000 vor Christus oder 2.800 vor Christus) sind Schätzungen auf Basis archäologischer Funde und sollten als Größenordnungen verstanden werden. Einige populäre Erzählungen der amerikanischen Hanfgeschichte (etwa Hanfpapier für die Unabhängigkeitserklärung) sind Teil der kollektiven kulturellen Überlieferung und lassen sich anhand von Primärquellen nicht mit letzter Sicherheit belegen, der breitere historische Kontext (Hanf als unverzichtbarer Kolonialrohstoff) ist hingegen akademisch gut dokumentiert. Das BtMG (Quelle 6) ist ein amtliches Dokument und in Wortlaut und Datum eindeutig verifizierbar.

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