Hanf zum Kochen

Hanf zum Kochen: Leckere Rezepte und wichtige Tipps

Hanf in der Küche ist kein Trend mehr, sondern ein leiser Klassiker mit erstaunlich solider Ernährungsbilanz. Wer Hanfsamen, Hanföl oder Hanfmehl ein paar Wochen lang einbaut, merkt schnell, warum Ernährungswissenschaftler die kleinen Nüsschen als eines der vollständigsten pflanzlichen Lebensmittel überhaupt bezeichnen. Wir gehen die drei Zutaten der Reihe nach durch, zeigen schnelle Rezepte, die Sie heute Abend probieren können, und beantworten die zwei Fragen, die in der Praxis am häufigsten auftauchen: Wie hoch darf die Pfanne werden, und welche Hanfprodukte taugen wirklich?

Von Aktualisiert: Mai 2026 9 Min. Lesezeit ca. 1.900 Wörter 7 Quellen geprüft
Inhaltsverzeichnis 8 Abschnitte

Welche Hanfprodukte zum Kochen es gibt

Drei Zutaten haben sich in der Hanfküche durchgesetzt, und sie ergänzen sich erstaunlich gut. Hanföl liefert die Fettsäuren, Hanfsamen die Proteine und Mineralien, Hanfmehl die Backsubstanz mit etwas mehr Eiweiß als das Weizenpendant. Wir gehen sie der Reihe nach durch.

Hanföl, das nussige Salatöl

Kaltgepresstes Hanfsamenöl hat einen unverwechselbar nussigen, leicht heuartigen Geschmack und eine grünlich-braune Farbe, die von den sekundären Pflanzenstoffen in der Samenschale stammt. Die ernährungsphysiologisch interessante Eigenschaft liegt aber im Fettsäureprofil. Die klassische Analyse von Leizer und Kollegen an der Rutgers University zeigte, dass Hanföl rund 55 Prozent Linolsäure (Omega-6) und 22 Prozent Alpha-Linolensäure (Omega-3) enthält, in einem Verhältnis von etwa 3:1.3 Das ist nahe am Bereich, den Ernährungsforscher um Artemis Simopoulos für eine antientzündliche Ernährung empfehlen, während die typische westliche Kost bei 15:1 oder höher liegt.7

Hanföl eignet sich für kalte Anwendungen wunderbar. Über den fertigen Salat geträufelt, in ein Joghurtdressing gerührt oder als Topping auf gedünstetem Gemüse. Zum scharfen Anbraten ist es ungeeignet, dazu kommen wir später noch ausführlich.

Hanfmehl, das Backpartner mit mehr Eiweiß

Hanfmehl entsteht als Nebenprodukt der Ölgewinnung, wenn aus dem entölten Presskuchen ein feines Mehl gemahlen wird. Es enthält bis zu 33 Prozent Rohprotein, das sind etwa drei bis vier Mal so viel wie in Weizenmehl. Die Forschungsgruppe um James House an der University of Manitoba hat 2010 die Proteinqualität nach der PDCAAS-Methode bewertet und gezeigt, dass entschältes Hanfprotein einen Score von 0,63 bis 0,66 erreicht, vergleichbar mit Hülsenfrüchten und höher als bei Weizen.2 Lysin ist die erste limitierende Aminosäure, was im Mischungsverhalten mit Getreidemehlen aber gut auszugleichen ist.

In der Praxis lässt sich Hanfmehl nicht eins zu eins gegen Weizenmehl tauschen, weil es kein Gluten enthält und Teige weniger Bindung haben. Bewährt hat sich, etwa 15 bis 25 Prozent des Weizenmehls durch Hanfmehl zu ersetzen, dann bleibt die Krume luftig und der Brotgeschmack bekommt eine angenehm nussige Note. Außerdem eignet sich Hanfmehl, um Saucen zu binden und ihnen mehr Körper zu geben.

Hanfsamen, geschält oder ungeschält

Hanfsamen liefern bei rund 25 bis 30 Prozent Eiweißanteil alle neun essentiellen Aminosäuren in einem ausgewogenen Verhältnis, dazu Magnesium, Phosphor, Eisen, Zink und Folsäure.1 Der entscheidende Unterschied zwischen geschälten und ungeschälten Samen liegt in zwei Eigenschaften: Geschält sind sie weicher, schmecken milder und ähneln Sonnenblumenkernen oder Sesam, eignen sich also gut zum Bestreuen von Salaten oder Müsli. Ungeschält bringen sie zusätzlich rund 28 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm mit, ein Gewinn für die Verdauung.4

Wer Hanfsamen lange ungeöffnet im Schrank stehen hat, sollte vor dem Verzehr riechen, ob sie noch frisch sind. Aufgrund des hohen Anteils an mehrfach ungesättigten Fettsäuren werden sie schneller ranzig als andere Saaten. Geöffnete Packungen gehören in den Kühlschrank.

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Schonend kaltgepresstes Bio-Hanfsamenöl der österreichischen Manufaktur Hanfland aus regionalem Vertragsanbau in Niederösterreich und dem Burgenland. Mit charakteristisch nussigem Geschmack, hohem Anteil an Alpha-Linolensäure und einem natürlichen Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 nahe 3:1. Verfeinert Salatdressings, Aufstriche, Dips und Erdäpfelspeisen.

  • Schonend kaltgepresst, etwa 2 Liter pro Stunde tropfenweise
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Warum Hanf in der Küche ernährungsphysiologisch sinnvoll ist

Wenn man die drei Hanfprodukte zusammen betrachtet, ergibt sich ein Profil, das in der pflanzlichen Ernährung selten ist. Ausgewogenes Omega-Fettsäuren-Verhältnis, vollständiges Aminosäureprofil mit Edestin als leicht verdaulichem Hauptprotein, und eine Mineraliendichte, die mit Nüssen und Samen mithalten kann.1 Vier Aspekte machen den Unterschied im Alltag.

1

Vollständiges Protein

Alle neun essentiellen Aminosäuren, leicht verdaulich durch das humanähnliche Edestin.

2

Günstige Fettsäuren

Verhältnis Omega-6 zu Omega-3 nahe 3:1, deutlich besser als die meisten Speiseöle.

3

Reich an Mineralien

Magnesium, Phosphor, Eisen und Zink in pflanzlich gut verfügbarer Form.

4

Faser und Sättigung

Ungeschälte Samen liefern etwa 28 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm.

Das ist keine Heilversprechung, sondern eine nüchterne Bestandsaufnahme der ernährungsphysiologischen Grundlagen. Wer mit Hanf kocht, macht keine Diät, sondern hebt die Nährstoffdichte einer Mahlzeit ohne großen Aufwand an. Genau das ist im Alltag oft mehr wert als jedes Wundermittel.

Sechs Lieblingsrezepte mit Hanf

Wir haben über die Jahre einige Rezepte zusammengestellt, die ohne lange Vorbereitung gelingen und in den meisten Haushalten mit Standardzutaten klappen.

Hanf-Salatdressing

Was Olivenöl kann, kann Hanföl in vielen Salaten ebenfalls. Drei Esslöffel Hanföl, ein Esslöffel Apfelessig oder Limettensaft, etwas Senf, Salz und frisch gemahlener Pfeffer. Wer es kräftiger mag, gibt einen Teelöffel Honig oder Ahornsirup dazu. Über Blattsalat, Tomaten und etwas Avocado geträufelt entsteht ein nussiges Dressing mit hoher Nährstoffdichte. Eine etwas gehaltvollere Variante ist das Cashew-Hanf-Dressing aus dem Kochbuch Protein Ninja, bei dem eingeweichte Cashewkerne, Hanföl, Hefeflocken und Zitronensaft im Mixer zu einer cremigen Sauce werden.

Hanfpesto in fünf Minuten

Eine Handvoll geröstete Hanfsamen, eine Knoblauchzehe, ein guter Bund frisches Basilikum, geriebener Parmesan oder Hefeflocken und Hanföl. Alles zusammen in den Mixer, mit Salz und einem Spritzer Zitronensaft abschmecken, fertig. Die Konsistenz lässt sich über die Ölmenge steuern. Auf Pasta, als Dip oder auf einer Scheibe Sauerteigbrot ist das eine Mahlzeit, die in fünf Minuten auf dem Tisch steht.

Hanfpizza für Genussfreaks

Der Pizzateig wird klassisch aus Mehl, Hefe und Wasser angesetzt, dann werden zwei bis drei Esslöffel ungeschälte Hanfsamen direkt in den Teig geknetet. Die Samen geben einen leichten Biss und einen nussigen Hintergrundton, ohne den Teig schwer zu machen. Belag wie immer nach Geschmack, von Margherita bis Gemüse mit Mozzarella. Bei 220 Grad Celsius rund 15 bis 20 Minuten backen, fertig.

Backwaren mit Hanf

Kekse, Brot, Muffins und Brownies vertragen Hanf erstaunlich gut. Ersetzen Sie 15 bis 20 Prozent des Mehls durch Hanfmehl, oder mahlen Sie Hanfsamen selbst und geben Sie das Mus in den Teig. Bei Brownies passt Hanf besonders gut zu dunkler Schokolade. Wenn Sie ohne Gluten backen, kombinieren Sie Hanfmehl mit Buchweizen oder Reismehl, sonst wird der Teig zu krümelig.

Hanfeis und gefrorene Desserts

Wer eine Eismaschine hat oder einen leistungsstarken Mixer, kann gefrorene Bananen mit Hanfsamen, etwas Kakao und einem Schuss Hanföl zu einer Art Soft-Eis verarbeiten. Klassischer wird es mit dem Walnuss-Hanfeis-Rezept, das die Köche von kochbar.de entwickelt haben, mit dunkler Mousse au Chocolat und einem feinen Hanfkrokant aus geschälten Samen.

Hanf-Smoothies und selbstgemachte Hanfmilch

Smoothies sind die einfachste Einstiegsstrecke. Eine Banane, eine Handvoll Beeren, einen Esslöffel Hanfsamen, etwas Hafermilch und ein Spritzer Zitronensaft mixen, fertig. Wer einen Schritt weiter geht, stellt Hanfmilch selbst her: Eine halbe Tasse ungeschälte Hanfsamen mit drei Tassen Wasser und zwei Datteln im Hochleistungsmixer eine Minute lang verarbeiten, durch ein Nussmilchtuch abseihen. Hält sich drei Tage im Kühlschrank, schmeckt frischer als jede Pflanzenmilch aus dem Supermarkt.

Mit Hanf zu kochen heißt, Genuss und Ernährung zu verbinden. Ein nussiges Hanföl im Salat, ein Löffel geschälter Samen im Joghurt oder etwas Hanfmehl im Pizzateig, das macht aus jedem Gericht eine Mahlzeit, die nicht nur schmeckt, sondern dem Körper auch wirklich etwas mitgibt.

Christian Eckmair, Gründer CBDNOL

Was Sie beim Kochen mit Hanf beachten sollten

Drei Punkte entscheiden in der Praxis darüber, ob ein Hanfgericht gelingt oder enttäuscht. Temperatur, Fettlöslichkeit und Dosierung. Die folgende Tabelle ordnet die wichtigsten Anwendungen nach Hitzeempfindlichkeit und gibt Richtwerte für den Einsatz.

Anwendung Hanfprodukt Temperatur Was zu beachten ist
Salatdressing Hanföl Kalt Volles Aroma, alle Fettsäuren erhalten
Pesto, Dip, Aufstrich Hanföl, Samen Bis 40 Grad Geröstete Samen verstärken die Nussnote
Smoothie, Joghurt, Müsli Samen, Öl Kalt Geschälte Samen lösen sich besser, ungeschält bringen mehr Faser
Backwaren, Brot, Pizza Mehl, Samen Bis 200 Grad Im Teigverbund sind Cannabinoide weitgehend geschützt
Pfanne, Sauteuse Niemals Hanföl Über 145 Grad Olivenöl oder Rapsöl, Hanföl erst nach dem Garen darüber

Cannabinoide brauchen Fett oder Alkohol

Cannabinoide, also CBD und seine Verwandten, sind stark lipophil. Sie lösen sich in Fetten und in Alkohol, kaum aber in Wasser. Der pharmakologische Klassiker dazu stammt von Franjo Grotenhermen am Nova-Institut in Hürth: Die Bioverfügbarkeit oral aufgenommener Cannabinoide steigt deutlich, wenn sie zusammen mit Fett verzehrt werden, weil das Fett die Aufnahme über die Lymphbahn ermöglicht und den ersten Leberdurchgang teilweise umgeht.5 In der Küche heißt das praktisch: Wenn Sie ein cannabinoidhaltiges Hanföl oder Hanfextrakt nutzen, geben Sie immer eine kleine Fettquelle wie Olivenöl, Butter, Kokosmilch oder Avocado dazu. Nur Wasser, ohne Fett, und der Wirkstoff geht zum großen Teil ungenutzt durch.

Temperatur, der entscheidende Punkt

Cannabinoide und auch die feinen Aromastoffe in Hanföl sind hitzeempfindlich. Romano und Hazekamp haben in ihrer Analyse zur Decarboxylierung gezeigt, dass die optimale Aktivierung von CBDA zu CBD bei rund 145 Grad Celsius über 30 Minuten verläuft, bei höheren Temperaturen und längerer Einwirkung steigt der Verlust durch Oxidation und ungewollte Abbauprodukte deutlich.6 Für die Hausküche bedeutet das: Hanföl gehört nicht in die heiße Pfanne. Drüberträufeln nach dem Kochen ja, scharf anbraten nein. Backwerke unter 200 Grad sind unkritisch, weil das Hanföl dort im Teig verbunden ist und nicht direkt erhitzt wird.

Qualität, Lagerung und Einkauf

Drei Kriterien lohnen den Blick beim Kauf. Erstens die Herkunft. Bio-zertifizierter Anbau aus der EU ist hier der Standard, alles andere bringt unnötige Risiken bei Pestizidrückständen oder Schwermetallen mit sich, weil Hanf als Phytoremediator besonders viele Schadstoffe aus dem Boden zieht. Zweitens die Pressung. Hanföl sollte kaltgepresst und in dunklen Glasflaschen abgefüllt sein, weil Licht und Sauerstoff die ungesättigten Fettsäuren in wenigen Wochen oxidieren lassen. Drittens das Mindesthaltbarkeitsdatum, gerade bei Hanföl. Frischer ist immer besser, ungeöffnet hält gutes Hanföl etwa zehn Monate, geöffnet sollten Sie es innerhalb von drei Monaten verbrauchen und im Kühlschrank lagern.

Eine ergänzende Übersicht zu den Nährwerten und gesundheitlichen Effekten von Hanf finden Sie in unserem Beitrag Hanfprotein, gesund aber natürlich. Wer den Unterschied zwischen Hanfsamenöl und CBD Öl noch nicht klar hat, dem hilft der Artikel CBD Öl und Hanfsamenöl im Vergleich. Eine schöne Auswahl an Hanf-Lebensmitteln, Mehl, Samen und Öl, gibt es in unserer Hanf-Superfood-Kollektion.

Fazit auf einen Blick

Das Wichtigste in fünf Punkten

  • Hanföl, Hanfsamen und Hanfmehl ergänzen sich. Öl liefert Fettsäuren, Samen das vollständige Aminosäureprofil, Mehl bringt mehr Eiweiß als Weizenmehl.
  • Cannabinoide und feine Aromastoffe sind hitzeempfindlich. Hanföl niemals in die heiße Pfanne, sondern erst nach dem Kochen darüber träufeln.
  • Cannabinoide lösen sich in Fett und Alkohol, nicht in Wasser. Mit etwas Olivenöl, Butter oder Kokosmilch dazu wird die Aufnahme messbar besser.
  • Beim Einkauf zählen Bio-Anbau aus der EU, Kaltpressung und ein frisches Mindesthaltbarkeitsdatum. Geöffnete Flasche in den Kühlschrank.
  • Wer mit kleinen Mengen anfängt, gewöhnt sich schneller an den Geschmack und findet die Dosis, die zur eigenen Küche passt.

Häufige Fragen rund um Hanf in der Küche

Wie viel Hanföl pro Tag ist ernährungsphysiologisch sinnvoll?

Ein Esslöffel Hanföl, also rund 15 Gramm, liefert die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit empfohlene tägliche Aufnahmemenge an Alpha-Linolensäure. Mehr ist möglich, aber nicht zwingend nötig. Wichtig ist die Regelmäßigkeit, nicht die einzelne große Portion. Wer das Öl über Salate, Aufstriche oder fertige Suppen verteilt, integriert es ohne Aufwand in den Alltag. Wer parallel Leinöl oder fetten Seefisch isst, kann die Hanfdosis kleiner halten, weil Alpha-Linolensäure dann ohnehin reichlich vorhanden ist.

Macht Hanf in Speisen high oder berauscht?

Nein. Speisehanf, also Hanfsamen, Hanföl und Hanfmehl, stammt aus zertifiziertem Nutzhanf mit einem THC-Gehalt unter 0,2 Prozent im Endprodukt. Die psychoaktive Wirkung von THC tritt erst bei Mengen ein, die durch normale Speiseanwendungen praktisch nicht erreicht werden. Auch wer reichlich Hanfsamen ins Müsli oder Hanföl in den Salat gibt, wird davon nicht berauscht. Cannabidiol, kurz CBD, wirkt grundsätzlich nicht psychoaktiv, sondern wird im Körper über das Endocannabinoid-System verarbeitet, ohne den Bewusstseinszustand zu verändern. Eine ausführliche Einordnung dazu findet sich in unserem Beitrag 5 Mythen über CBD Öl.

Kann ich Hanfmehl als Ersatz für Weizenmehl verwenden?

Nicht eins zu eins. Hanfmehl enthält kein Gluten, deshalb fehlt einem reinen Hanfmehlteig die Bindung und Elastizität, die im Brot oder in Pizzateig für Krume und Volumen sorgen. In der Praxis bewährt sich, 15 bis 25 Prozent des Weizenmehls durch Hanfmehl zu ersetzen. Der Teig bekommt dann eine angenehm nussige Note und wird ernährungsphysiologisch deutlich aufgewertet, ohne an Backeigenschaften zu verlieren. Bei glutenfreien Backwaren kombinieren Sie Hanfmehl mit Buchweizen, Reis- oder Maismehl plus einem Bindemittel wie Flohsamenschalen oder Xanthan, sonst zerfällt der Teig.

Was passiert eigentlich mit Hanföl, wenn ich es in die Pfanne gebe?

Hanföl hat einen niedrigen Rauchpunkt von etwa 165 Grad Celsius. Schon ab rund 145 Grad beginnen die mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu oxidieren, das nussige Aroma weicht einer leicht bitteren Note, und ab dem Rauchpunkt entstehen ungesunde Abbauprodukte wie Acrolein. Auch enthaltene Cannabinoide werden bei diesen Temperaturen unkontrolliert verändert, mit zunehmendem Anteil von CBN und anderen Zerfallsprodukten. Praktisch heißt das: Anbraten und scharfes Erhitzen mit Hanföl kostet die ernährungsphysiologischen Vorteile, schmeckt schlechter und lohnt sich schlicht nicht. Verwenden Sie zum Anbraten Olivenöl oder Rapsöl und geben Sie das Hanföl erst nach dem Kochen über das fertige Gericht.

Hinweis: Hanfsamen, Hanföl und Hanfmehl sind in Deutschland und Österreich frei erhältliche Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel, keine Arzneimittel. Die in diesem Beitrag genannten Nährwerteigenschaften beziehen sich auf die wissenschaftlich gut belegten Effekte der enthaltenen Fettsäuren, Proteine und Mineralien, nicht auf pharmakologische Wirkungen. Wer chronische Erkrankungen hat, regelmäßig Medikamente einnimmt oder schwanger ist, sollte größere Ernährungsumstellungen mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer qualifizierten Ernährungsberatung besprechen. Bei Fragen zu CBD oder anderen Cannabinoiden in Lebensmitteln gelten die jeweils aktuellen lebensmittelrechtlichen Bestimmungen Ihres Landes.
Christian Eckmair, Gründer CBDNOL

Christian Eckmair

Gründer CBDNOL und CBD-Autor

Geprüft Inhaltlich geprüft von · Gründer CBDNOL und CBD-Autor · Stand: Mai 2026
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Übersichtsarbeit
Hempseed as a nutritional resource: An overview
Euphytica, 140(1-2), 65 bis 72 · Universität Kuopio, Finnland
DOI: 10.1007/s10681-004-4811-6
Standardreferenz der Hanf-Ernährungsforschung. Justus Callaway dokumentiert das vollständige Nährstoffprofil von Hanfsamen: 25 bis 35 Prozent Eiweiß hoher biologischer Wertigkeit mit allen neun essentiellen Aminosäuren, 25 bis 35 Prozent Fett mit überwiegend mehrfach ungesättigten Fettsäuren in einem Verhältnis von etwa 3:1 Omega-6 zu Omega-3, dazu Vitamin E, Magnesium, Phosphor und Zink. Die Arbeit wird in nachfolgenden Hanfreviews durchgehend als zentrale Quelle zitiert und liefert die wissenschaftliche Grundlage für die Bewertung von Hanfsamen als eines der vollständigsten pflanzlichen Nahrungsmittel überhaupt.
2
Bioassay-Studie
Evaluating the Quality of Protein from Hemp Seed (Cannabis sativa L.) Products Through the Use of the Protein Digestibility-Corrected Amino Acid Score Method
Journal of Agricultural and Food Chemistry, 58(22), 11801 bis 11807 · University of Manitoba, Kanada
PMID: 20977230 · DOI: 10.1021/jf102636b
Kontrollierte Proteinqualitätsstudie der University of Manitoba. Drei Hanfprodukte wurden mit der PDCAAS-Methode bewertet, mit folgenden Werten: Vollkorn-Hanfsamen 49 bis 53 Prozent, Hanfmehl 46 bis 51 Prozent und entschälte Hanfsamen 63 bis 66 Prozent. Lysin ist die erste limitierende Aminosäure in allen Produkten. Die Verdaulichkeit liegt zwischen 84 und 97 Prozent, vergleichbar mit anderen pflanzlichen Proteinquellen. Damit liefert die Arbeit den direkten wissenschaftlichen Beleg für die Aussage, dass Hanfprotein qualitativ über vielen Getreideproteinen liegt und mit Hülsenfrüchten konkurriert. Grundlage für die Empfehlung, Hanfmehl als Eiweißlieferant in Backwaren einzusetzen.
3
Lebensmittelchemie
The Composition of Hempseed Oil and Its Potential as an Important Source of Nutrition
Journal of Nutraceuticals, Functional & Medical Foods, 2(4), 35 bis 53 · Rutgers University, USA
DOI: 10.1300/J133v02n04_04
Detaillierte lebensmittelchemische Analyse der Fettsäurenzusammensetzung von Hanföl. Die Autoren zeigen, dass kaltgepresstes Hanfsamenöl etwa 55 Prozent Linolsäure, 22 Prozent Alpha-Linolensäure, 4 Prozent Gamma-Linolensäure und 2 Prozent Stearidonsäure enthält. Das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 liegt bei rund 3:1, deutlich näher am ernährungsphysiologisch wünschenswerten Bereich als die meisten gängigen Speiseöle. Hanföl gehört damit zu den wenigen Pflanzenölen mit günstigem Fettsäureprofil und liefert zusätzlich seltene mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Gamma-Linolensäure, die im Stoffwechsel antientzündliche Eikosanoide bilden.
4
Vergleichsanalyse
Physicochemical and quality characteristics of cold-pressed hemp, flax and canola seed oils
Journal of Food Composition and Analysis, 30(1), 26 bis 31 · University of Otago, Neuseeland
DOI: 10.1016/j.jfca.2013.01.004
Vergleichsstudie zur Lebensmittelchemie von kaltgepressten Saatenölen aus Hanf, Lein und Raps. Die Autoren dokumentieren für Hanfsamen einen besonders hohen Tocopherolgehalt, eine günstige Kombination aus Phenolsäuren und Flavonoiden sowie das im Text genannte Mineralienprofil. Die Ergebnisse stützen die Empfehlung, dass Hanfsamenöl gut gelagert werden muss, weil sein Reichtum an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ihn anfällig für Oxidation macht. Tocopherole und Polyphenole im Öl bilden ein natürliches Antioxidans-System, das diesen Effekt teilweise kompensiert. Direkter Beleg für die Mineraliendichte ungeschälter und entschälter Samen, die im Artikel genannt sind.
5
Pharmakokinetik-Review 🇩🇪 Nova-Institut Hürth
Pharmacokinetics and Pharmacodynamics of Cannabinoids
Clinical Pharmacokinetics, 42(4), 327 bis 360 · Nova-Institut, Hürth, Deutschland
PMID: 12648025 · DOI: 10.2165/00003088-200342040-00003
Grundlegender Review von Franjo Grotenhermen am Nova-Institut Hürth zur Pharmakokinetik aller wichtigen Cannabinoide. Cannabinoide sind ausgeprägt lipophil, sie lösen sich gut in Fetten und in Ethanol, kaum in Wasser. Bei oraler Aufnahme zusammen mit fetthaltigen Speisen steigt die Bioverfügbarkeit gegenüber nüchterner Einnahme deutlich an, weil Fett die Absorption über das Lymphsystem ermöglicht und den hepatischen First-Pass-Effekt teilweise umgeht. Liefert den pharmakologischen Beleg für die Empfehlung im Artikel, beim Einsatz cannabinoidhaltiger Hanfprodukte stets eine kleine Fettquelle zuzugeben.
6
Analytische Studie
Cannabis Oil: chemical evaluation of an upcoming cannabis-based medicine
Cannabinoids, 7(1), 1 bis 11 · Bedrocan BV, Niederlande und Universität Siena, Italien
Cannabinoids 2013 · Vol 7, Issue 1, May 5 · nicht in PubMed indexiert
Analytische Studie zur thermischen Stabilität von Cannabinoiden in Cannabisölen. Die Autoren zeigen, dass die optimale Decarboxylierung von CBDA zu CBD bei rund 145 Grad Celsius über 30 Minuten verläuft. Bei höheren Temperaturen oder längerer Einwirkung steigt der Anteil unerwünschter Abbauprodukte wie CBN und Cannabicyclol, während gewünschte Cannabinoide thermisch zerstört werden. Die Arbeit liefert die analytische Grundlage für die Aussage, dass Hanföl und Cannabinoid-haltige Hanfprodukte nicht in die heiße Pfanne gehören. Bei Backwaren unter 200 Grad ist der Abbau im Teigverbund vergleichsweise gering.
7
Ernährungsepidemiologie
The importance of the ratio of omega-6/omega-3 essential fatty acids
Biomedicine & Pharmacotherapy, 56(8), 365 bis 379 · Center for Genetics, Nutrition and Health, Washington DC, USA
PMID: 12442909 · DOI: 10.1016/s0753-3322(02)00253-6
Eine der meistzitierten Arbeiten der Ernährungsepidemiologie. Artemis Simopoulos zeigt, dass der Mensch evolutionär an ein Omega-6 zu Omega-3 Verhältnis von etwa 1:1 angepasst ist, während die typische westliche Ernährung mit 15:1 bis 17:1 weit davon abweicht. Ein ungünstiges Verhältnis fördert systemisch-entzündliche Prozesse und wird mit kardiovaskulären Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen und chronischen Entzündungszuständen in Verbindung gebracht. Hanföl mit seinem 3:1 Verhältnis gehört zu den wenigen Speiseölen, die diese epidemiologisch wünschenswerte Bilanz mitbringen, was den Einsatz im Alltag ernährungsphysiologisch sinnvoll macht.
Hinweis zu den Quellen: Alle hier zitierten Studien stammen aus peer-reviewten Fachzeitschriften, ergänzt um eine Veröffentlichung im Cannabinoid-Fachjournal. Hanfsamen, Hanföl und Hanfmehl sind Lebensmittel, keine Arzneimittel. Wer mit chronischen Erkrankungen lebt oder Medikamente einnimmt, bespricht größere Ernährungsumstellungen am besten mit Ärztin oder Arzt. Mehr zu unseren Qualitätsstandards finden Sie unter Qualität und Produktion.

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