CBD Akne

Wie CBD gegen Akne helfen kann

Akne ist mehr als ein kosmetisches Problem. Sie sitzt im Spiegel, im Selbstbild, manchmal in der Stimmung. Cannabidiol hat in der Hautforschung der letzten zehn Jahre einen Platz erobert, den kaum ein anderer pflanzlicher Wirkstoff einnimmt: gezeigt wurde, dass CBD die Talgproduktion reguliert, Entzündungen dämpft und das Wachstum bestimmter Hautzellen direkt beeinflusst. In diesem Beitrag finden Sie, was die Studienlage wirklich aussagt, wo die Grenzen liegen und wie sich CBD im Alltag bei unreiner Haut sinnvoll einsetzen lässt.

Aktualisiert: April 2026 9 Min. Lesezeit 1.780 Wörter Josef Eckmair MBA 7 Quellen
Inhaltsverzeichnis
  1. Was passiert bei Akne in der Haut
  2. Wie CBD die Haut wirklich beeinflusst
  3. Praktische Anwendung bei unreiner Haut
  4. CBD im Vergleich zu klassischen Akne-Mitteln
  5. Weitere positive Effekte von CBD für die Haut
  6. Sicherheit, Nebenwirkungen und Grenzen
  7. Häufig gestellte Fragen
  8. Quellen & Studien

Was passiert bei Akne in der Haut

Akne ist eine der häufigsten Hauterkrankungen weltweit. Sie tritt meist während der Pubertät auf, kann sich aber auch ins Erwachsenenalter ziehen oder erst dort einsetzen. Die typischen Stellen sind das Gesicht, der obere Rücken, das Dekolleté und die Schultern. Was aussieht wie ein einzelner Pickel, ist tatsächlich ein zusammengesetzter biologischer Vorgang in den Talgdrüsen der Haut.

Drei Faktoren wirken zusammen, wenn sich Akne entwickelt. Erstens stimulieren Androgene wie Testosteron und Dihydrotestosteron die Talgdrüsen, mehr Sebum zu produzieren als die Haut braucht3. Zweitens verändert sich die Verhornung im Bereich der Haarfollikel, sodass abgestorbene Hautzellen die Pore verstopfen. Und drittens vermehrt sich in dieser geschlossenen Umgebung das Bakterium Cutibacterium acnes, das eine Entzündungsreaktion auslöst. Der Pickel, den man sieht, ist das sichtbare Ende dieser Kette.

Akne ist deshalb keine reine Hygienefrage. Sie entsteht in tieferen Hautschichten und wird stark durch Hormone, Genetik, Stress und Ernährung mitgesteuert. Das ist auch der Grund, weshalb klassische Behandlungen oft so individuell wirken: Was bei einer Person funktioniert, lässt bei der nächsten kaum sichtbare Veränderungen zurück.

Wann CBD nicht der richtige Weg ist

Bei leichter bis mittelschwerer Akne, also bei Pickeln, Mitessern und gelegentlichen Entzündungen, kann CBD eine sinnvolle Ergänzung sein. Bei schweren Verlaufsformen wie Akne conglobata oder Akne fulminans mit tief sitzenden Knoten, Zystenbildung und drohender Narbenbildung gehört die Behandlung in dermatologische Hand. CBD ersetzt in solchen Fällen weder Isotretinoin noch eine antibiotische Therapie. Es kann höchstens begleitend eingesetzt werden, und auch das nur nach Rücksprache mit der Hautärztin oder dem Hautarzt.

Wie CBD die Haut wirklich beeinflusst

Die Haut hat ein eigenes Endocannabinoid-System. Cannabinoid-Rezeptoren wie CB1 und CB2, der körpereigene Botenstoff Anandamid und mehrere TRP-Kanäle befinden sich nicht nur im Gehirn oder im Immunsystem, sondern auch in Talgdrüsen, Haarfollikeln, Keratinozyten und Melanozyten2. Dieses Netzwerk reguliert, wie viel Talg produziert wird, wie schnell sich Hautzellen teilen und wie stark die Haut auf Reize entzündlich reagiert. CBD greift in dieses System ein, ohne das Endocannabinoid-Gleichgewicht zu kippen.

Die Studie, die alles verändert hat

Eine Forschungsgruppe um Tamás Bíró an der Universität Debrecen veröffentlichte 2014 im Journal of Clinical Investigation die erste größere Untersuchung an menschlichen Talgdrüsenzellen. Das Team kultivierte Sebozyten, behandelte sie mit Substanzen, die einen Akne-ähnlichen Zustand auslösen, und gab dann Cannabidiol dazu. Drei Effekte zeigten sich gleichzeitig: CBD bremste die übermäßige Lipidproduktion, hielt die Sebozyten am unkontrollierten Wachstum, und unterdrückte die Ausschüttung entzündlicher Botenstoffe wie TNF-alpha und IL-1beta1. Der Wirkmechanismus läuft unter anderem über den TRPV4-Kanal und über die Hemmung des NF-kB-Signalwegs. Diese Studie ist bis heute die wissenschaftliche Grundlage für nahezu alle Aussagen, die zu CBD und Akne formuliert werden.

Was die neuere Forschung ergänzt

Eine Forschergruppe der Seoul National University Medical School zeigte 2024, dass CBD an menschlichen Sebozyten auch über den AMPK-SREBP-1-Signalweg wirkt. Dieser Weg steuert die Lipidsynthese in der Talgdrüse direkt. Zusätzlich wurden Apoptose-Effekte beobachtet, die helfen können, eine überschießende Sebozyten-Vermehrung einzudämmen. Auch entzündliche Marker wie CXCL8 und IL-1alpha gingen zurück. Gleichzeitig stimulierte CBD im selben Modell die Bildung von Elastin, Kollagen 1 und Kollagen 3, was für die Frage nach Aknenarben relevant ist4.

Eine klinische Untersuchung aus Israel ging 2023 einen Schritt weiter und testete eine topische Formulierung mit 1 % CBD in Kombination mit Centella asiatica und Silymarin an 33 Personen mit leichter bis mittelschwerer Akne. Nach 56 Tagen täglicher Anwendung verringerten sich entzündliche und nicht-entzündliche Läsionen messbar, ohne dass relevante Nebenwirkungen auftraten5. Die Studie ist klein und die Formulierung enthielt mehrere Wirkstoffe, sie zeigt aber, dass die Laborergebnisse sich grundsätzlich auf die echte Haut übertragen lassen.

Eine Sebumregulation, kein einseitiger Hemmer

Ein wichtiges Detail aus einer Folgearbeit der Bíró-Gruppe: CBD agiert nicht als simpler Hemmstoff, sondern als Regulator. In Talgdrüsen mit überhöhter Lipidproduktion drosselt CBD die Synthese, in Zellen mit zu geringer Lipidproduktion lässt sich diese sogar leicht steigern6. Für die Haut bedeutet das, dass CBD seborrhoische, ölige Haut beruhigen kann, ohne trockene Haut zusätzlich auszutrocknen. Genau dieser Doppelmechanismus macht den Unterschied zu vielen klassischen Aknemitteln, die nur in eine Richtung wirken.

Wenn die Haut unruhig ist, kann die gezielte Nutzung von CBD-Produkten helfen, sie mit Bedacht zu beruhigen und die Talgproduktion in Einklang zu bringen. Qualität, Konsistenz und Aufklärung sind dabei entscheidend.

Josef Eckmair MBA, Geschäftsführer CBDNOL

Praktische Anwendung bei unreiner Haut

Die meisten Studien wurden mit topisch aufgetragenen CBD-Formulierungen durchgeführt. Das hat einen guten Grund: Die Haut ist erreichbar, die Wirkstoffkonzentration lässt sich an Ort und Stelle hoch halten, und systemische Nebenwirkungen sind kaum zu erwarten. Cremes, Seren, Salben und Reinigungsschäume mit CBD sind die naheliegendste Form für unreine, zu Akne neigende Haut. CBD Öl, das oral eingenommen wird, kann begleitend sinnvoll sein, etwa wenn Stress eine Rolle spielt, ersetzt aber nicht die direkte Anwendung an der betroffenen Stelle.

Welche Konzentration ist sinnvoll

Die Forschungsliteratur arbeitet mit topischen Konzentrationen zwischen 1 und 5 Prozent CBD. Die Cohen-Studie nutzte 1 Prozent in Kombination mit anderen Wirkstoffen, andere klinische Tests prüfen 3 bis 5 Prozent. Für den Hautalltag ist eine seriös deklarierte CBD-Kosmetik mit klar ausgewiesener Konzentration wichtiger als ein hoher Prozentsatz auf der Verpackung. Achten Sie darauf, dass auf der Inhaltsstoffliste tatsächlich Cannabidiol oder Cannabis sativa Leaf Extract steht und nicht nur Hanfsamenöl, das zwar hautpflegend ist, aber kein nennenswertes CBD enthält.

So integrieren Sie CBD in die Hautpflege

Reinigen Sie die Haut morgens und abends sanft, ohne aggressive Tenside. Tragen Sie ein CBD-Serum oder eine CBD-Creme dünn auf die betroffenen Stellen auf. Bei reaktiver Haut beginnen Sie mit einer Anwendung pro Tag und steigern langsam. Erste sichtbare Veränderungen brauchen meist drei bis sechs Wochen. Akne ist ein Zellprozess, und Zellen halten sich nicht an Wochenenden. Geben Sie der Haut Zeit, ohne ständig die Routine zu wechseln.

Ein CBD Öl oral, ein paar Tropfen morgens, kann ergänzend wirken, wenn Stress oder Schlafmangel das Hautbild zusätzlich belasten. Wer ohnehin schon ein Vollspektrum-Produkt nutzt, profitiert von den begleitenden Cannabinoiden und Terpenen, deren entzündungsmodulierende Wirkung in mehreren Untersuchungen beschrieben wurde.

Patch-Test, bevor Sie loslegen. Auch wenn CBD selten allergische Reaktionen auslöst, gilt für jede neue Hautpflege: einmal in der Armbeuge testen, 24 Stunden warten, dann erst ins Gesicht. Reizungen kommen häufiger durch andere Inhaltsstoffe als durch CBD selbst, etwa durch Konservierungsmittel oder ätherische Öle. Bei Hautrötung, Brennen oder Juckreiz absetzen.

CBD im Vergleich zu klassischen Akne-Mitteln

Damit klar wird, wo CBD steht: Die folgende Tabelle ordnet CBD im Verhältnis zu den gängigsten dermatologischen Wirkstoffen ein. Sie ersetzt keine ärztliche Beratung und ist ausdrücklich keine Aussage über bessere oder schlechtere Therapien. Für mittelschwere bis schwere Akne sind die genannten klassischen Therapien zugelassen, CBD ist es nicht.

Wirkstoff Hauptwirkung Typische Nebenwirkungen Verfügbarkeit
Benzoylperoxid Antibakteriell, leicht keratolytisch Trockenheit, Bleicheffekt auf Textilien Apotheke, frei
Topische Retinoide (Adapalen, Tretinoin) Reguliert Verhornung, antientzündlich Trockenheit, Lichtempfindlichkeit, Schälen Apotheke, teils rezeptpflichtig
Antibiotika (topisch oder oral) Reduziert Cutibacterium acnes Resistenzen, Magen-Darm Rezeptpflichtig
Isotretinoin (oral) Drosselt Talgproduktion stark Trockene Haut, teratogen, Leberwerte Rezeptpflichtig, ärztlich überwacht
Salicylsäure Löst verstopfte Poren Leichte Reizung möglich Drogerie, Apotheke
CBD topisch Reguliert Talg, dämpft Entzündung Selten, in Studien meist gut verträglich Drogerie, Onlineshop
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Weitere positive Effekte von CBD für die Haut

Der Nutzen von CBD bleibt nicht auf Akne beschränkt. Aus den vorhandenen Studien lassen sich mehrere zusätzliche Effekte ableiten, die für unreine, gestresste oder reife Haut interessant sind.

CBD beruhigt gerötete und gereizte Hautareale, weil es proinflammatorische Zytokine herunterreguliert. Bei zu Trockenheit neigender Haut hilft die bidirektionale Sebumregulation dabei, ein gesundes Gleichgewicht zu finden, statt zu unterdrücken. Antioxidative Eigenschaften, die in mehreren Untersuchungen gezeigt wurden, schützen die Haut zusätzlich vor oxidativem Stress, einem der Mitauslöser vorzeitiger Hautalterung. Wer Aknenarben begleitend behandeln möchte, profitiert möglicherweise von der in Lee 2024 beschriebenen Stimulation der Kollagensynthese, auch wenn die klinischen Belege dafür noch ausstehen4.

Vertiefend zu den positiven Effekten von CBD für das gesamte Hautbild lohnt sich auch unser Beitrag Hautpflege mit Hanf: Deshalb wird Ihre Haut CBD lieben.

Sicherheit, Nebenwirkungen und Grenzen

Ein umfangreicher Sicherheitsreview kommt zum Schluss, dass CBD bei moderaten Dosierungen, sowohl topisch als auch oral angewendet, in der Regel ohne klinisch relevante Nebenwirkungen vertragen wird7. Topische CBD-Produkte erreichen den Blutkreislauf nur in geringem Umfang, was sie auch für jüngere Menschen mit pubertärer Akne attraktiv macht. Der Vergleich mit Isotretinoin, das teratogen wirkt, oder mit oralen Antibiotika, die Resistenzen begünstigen, fällt in puncto Sicherheit klar zugunsten der CBD-Hautpflege aus.

Trotzdem gibt es Punkte, die Sie kennen sollten. CBD kann mit bestimmten Medikamenten in Wechselwirkung treten, weil es Leberenzyme beeinflusst. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, klärt eine ergänzende orale Anwendung daher mit Arzt oder Apotheke. Während Schwangerschaft und Stillzeit gilt grundsätzliche Zurückhaltung. Allergische Reaktionen auf CBD selbst sind selten, häufiger reagieren Anwenderinnen und Anwender auf andere Inhaltsstoffe der Formulierung. Eine offen gelegte Inhaltsstoffliste und ein veröffentlichter Laborbericht sind in dieser Hinsicht entscheidende Qualitätsmerkmale. Mehr zu unseren Qualitätsstandards und zu den Laborberichten finden Sie auf unseren Service-Seiten.

Wann zur Hautärztin oder zum Hautarzt. Wenn die Akne plötzlich stark zunimmt, wenn sich tiefe Knoten oder Zysten bilden, wenn Narben entstehen oder die Haut nach mehreren Wochen konsequenter CBD-Pflege keine Veränderung zeigt, gehört der nächste Schritt in dermatologische Hände. CBD ist eine sinnvolle Option im milden bis mittleren Bereich, kein Ersatz für eine medizinische Therapie bei schwerer Akne.

Häufig gestellte Fragen

Wie schnell wirkt CBD bei Akne?
Erste subjektive Effekte wie weniger Spannungsgefühl und Rötungsabnahme bemerken viele bereits nach einigen Tagen. Eine messbare Veränderung der Akne-Läsionen erfordert dagegen mehrere Wochen. Die kontrollierte Studie von Cohen und Kollegen aus dem Jahr 2023 zeigte über 56 Tage einen signifikanten Rückgang entzündlicher und nicht-entzündlicher Läsionen. Wer mit CBD-Hautpflege beginnt, sollte ihr daher mindestens vier bis sechs Wochen Zeit geben, bevor das Bild ehrlich beurteilt werden kann.
Welche CBD-Konzentration ist bei Akne sinnvoll?
Die meisten klinischen Studien arbeiten mit topischen Konzentrationen zwischen 1 und 5 Prozent CBD. Höher ist nicht automatisch besser, weil die Aufnahme durch die Haut ohnehin begrenzt ist und die Trägerformulierung mindestens so wichtig ist wie der Wirkstoffanteil. Für den Einstieg sind seriöse Kosmetikprodukte mit klar ausgewiesener Konzentration im einstelligen Prozentbereich und einem nachvollziehbaren Laborbericht eine gute Wahl. Wichtig ist, dass tatsächlich Cannabidiol enthalten ist und nicht nur Hanfsamenöl, das pflegend, aber nicht akneaktiv wirkt.
Kann CBD Aknenarben mildern?
Eine Zellstudie aus Korea zeigte 2024, dass CBD an menschlichen Hautzellen die Bildung von Elastin und Kollagen Typ 1 und 3 stimuliert, beides Proteine, die für die Reparatur und Festigkeit der Haut entscheidend sind. Diese Daten stammen aus dem Labor und wurden noch nicht in einer großen Humanstudie zu Aknenarben überprüft. CBD-Pflege kann begleitend zur Narbenbehandlung sinnvoll sein, ersetzt aber etablierte Verfahren wie Microneedling, fraktionierten Laser oder chemische Peelings nicht. Bei stärker eingesunkenen Narben ist eine dermatologische Beratung der bessere Weg.
Bei welcher Form von Akne hilft CBD nicht?
Bei schweren Verlaufsformen wie Akne conglobata, Akne fulminans oder ausgeprägter Hidradenitis suppurativa reicht eine kosmetische CBD-Pflege nicht aus. Hier sind tief liegende Knoten, Zysten und systemisch entzündliche Prozesse beteiligt, die eine medizinische Therapie verlangen. Auch bei stark hormonell getriebener Akne, etwa beim polyzystischen Ovarialsyndrom, sollte die Ursache zuerst angegangen werden. CBD kann in solchen Fällen begleitend Hautirritationen mildern, die eigentliche Behandlung läuft aber über die Hautärztin oder den Hautarzt.
Medizinischer Hinweis. Die Inhalte dieses Beitrags ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. CBD-Kosmetik ist ein kosmetisches Produkt und kein zugelassenes Arzneimittel zur Behandlung von Akne. Bei mittelschwerer bis schwerer Akne, bei akuter Verschlechterung des Hautbildes, bei Narbenbildung oder anhaltender psychischer Belastung empfiehlt sich der Besuch bei einer Dermatologin oder einem Dermatologen. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, schwanger ist oder stillt, klärt die Anwendung von CBD vorher mit Arzt oder Apotheker.
Josef Eckmair MBA
Geprüft von
Josef Eckmair MBA
Geschäftsführer CBDNOL · Hanf-Experte mit langjähriger Branchenerfahrung
Geprüft Inhaltlich geprüft von · Geschäftsführer CBDNOL · Stand: April 2026
1
Landmark-Studie (CBD an menschlichen Talgdrüsenzellen, Sebostase und Antientzündung)
Cannabidiol exerts sebostatic and antiinflammatory effects on human sebocytes
The Journal of Clinical Investigation, 124(9), 3713–3724
PMID: 25061872 · PMCID: PMC4151231 · DOI: 10.1172/JCI64628
Die zentrale Originalarbeit der Forschungsgruppe um Tamás Bíró an der Universität Debrecen. Erstmals wurde Cannabidiol an menschlichen Sebozyten und in Hautorgan-Kulturen getestet. CBD hemmte die durch Arachidonsäure und durch eine Kombination aus Linolsäure und Testosteron ausgelöste übermäßige Lipidproduktion, drosselte die Vermehrung der Talgdrüsenzellen über den TRPV4-Kanal und reduzierte gleichzeitig die Ausschüttung proinflammatorischer Zytokine wie TNF-alpha, IL-1beta und IL-6 über eine A2a-Adenosinrezeptor-abhängige Hemmung des NF-kB-Signalwegs. Diese Dreifach-Wirkung macht die Studie bis heute zur wichtigsten wissenschaftlichen Grundlage für die Aussage, dass CBD pharmakologisch sinnvoll auf Akne wirken kann. Sie ist die Quelle aller im Artikel zitierten Aussagen zur direkten Talgdrüsen- und Sebozyten-Wirkung von CBD.
2
Review (Endocannabinoid-System der Haut, Rezeptoren in Talgdrüsen und Haarfollikeln)
Cannabinoid Signaling in the Skin: Therapeutic Potential of the C(ut)annabinoid System
Molecules, 24(5), 918
PMID: 30845666 · PMCID: PMC6429381 · DOI: 10.3390/molecules24050918
Umfassender Review der Bíró-Gruppe zur Rolle des Endocannabinoid-Systems in der Haut. CB1- und CB2-Rezeptoren sowie mehrere TRP-Kanäle sind in Talgdrüsen, Haarfollikeln, Keratinozyten, Melanozyten und Schweißdrüsenzellen exprimiert. Anandamid und 2-Arachidonoylglycerin als körpereigene Endocannabinoide regulieren über diese Rezeptoren Talgproduktion, Hautzell-Vermehrung, Pigmentierung und Entzündungsreaktionen. CBD greift in dieses Netzwerk ein, ohne es zu kippen, und nutzt dabei sowohl klassische Cannabinoid-Rezeptoren als auch nicht-klassische Wege wie TRP-Kanäle und PPAR-Rezeptoren. Diese Arbeit ist der mechanistische Beleg für die Aussage des Artikels, dass die Haut ein eigenes Endocannabinoid-System hat, in dem CBD ansetzen kann.
3
Review (Hormonelle Aknepathogenese, Androgene und Sebogenese)
Acne: Hormonal Concepts and Therapy
Clinics in Dermatology, 22(5), 419–428
PMID: 15127345 · DOI: 10.1016/j.clindermatol.2004.03.015
Klassischer dermatologischer Review zum hormonellen Mechanismus der Akne vulgaris. Androgene wie Testosteron und Dihydrotestosteron binden an Androgenrezeptoren in den Sebozyten und stimulieren direkt die Sebumproduktion. Während der Pubertät steigen die Androgenspiegel bei beiden Geschlechtern, was die Talgdrüsenaktivität deutlich erhöht. Die erhöhte Sebumproduktion in Kombination mit gestörter Follikelverhornung führt zu Komedobildung, anschließender bakterieller Besiedelung mit Cutibacterium acnes und schließlich zur entzündlichen Reaktion. Diese Arbeit untermauert den Abschnitt des Artikels, der den hormonellen Hintergrund der Akne beschreibt, und ist Grundlage für die Aussage, dass Akne eine multifaktorielle, primär hormonell getriebene Erkrankung ist.
4
Studie (CBD an SEB-1 Sebozyten, Akne und Aknenarben, Akt/AMPK-SREBP-1-Signalweg)
Potential of cannabidiol as acne and acne scar treatment: novel insights into molecular pathways of pathophysiological factors
Archives of Dermatological Research, 316(7), 428
PMID: 38904694 · PMCID: PMC11192675 · DOI: 10.1007/s00403-024-03131-9
Aktuelle Studie der Seoul National University Medical School an SEB-1 Sebozyten und HaCaT Keratinozyten. Cannabidiol senkte konzentrationsabhängig die Vitalität überaktiver Talgdrüsenzellen, induzierte gezielt Apoptose in höheren Konzentrationen und reduzierte die Ausschüttung proinflammatorischer Zytokine wie CXCL8, IL-1alpha und IL-1beta. Mechanistisch wirkt CBD auf den Akt/AMPK-SREBP-1-Signalweg, der die Lipidsynthese reguliert, und auf das Verhornungsprotein Keratin 16. Bemerkenswert ist die parallele Stimulation der Bildung von Elastin, Kollagen 1 und Kollagen 3, die für die Heilung von Aknenarben relevant sein könnten. Die Studie ist die mechanistische Grundlage für die Artikelaussagen zur neueren CBD-Forschung und zum Narbenpotenzial.
5
Klinische Studie (Topisches CBD bei leichter bis mittelschwerer Akne, 33 Probanden)
Development of an Effective Acne Treatment Based on CBD and Herbal Extracts: Preliminary In Vitro, Ex Vivo, and Clinical Evaluation
Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine, 2023, 4474255
PMID: 37101713 · PMCID: PMC10125735 · DOI: 10.1155/2023/4474255
Mehrstufige Studie mit drei Untersuchungsebenen. In vitro hemmten CBD und ergänzende Pflanzenextrakte das Wachstum von Cutibacterium acnes und reduzierten die Ausschüttung von IL-1beta und TNF-alpha aus Immunzellen. Im Hautorgan-Modell ex vivo dämpfte die Formulierung mit 1 % CBD, 1 % Centella-asiatica-Triterpenen und 1 % Silymarin eine LPS-induzierte Entzündung. In der klinischen Phase erhielten 33 Probanden mit leichter bis mittelschwerer Akne im Alter zwischen 15 und 40 Jahren die topische Formulierung über 56 Tage. Sowohl entzündliche als auch nicht-entzündliche Akne-Läsionen gingen messbar zurück, ohne dass relevante Nebenwirkungen auftraten. Die Studie ist eine der wenigen aktuellen klinischen Belege dafür, dass die Laborbefunde sich am Menschen reproduzieren lassen, allerdings mit den Einschränkungen einer kleinen Stichprobe und einer Multi-Wirkstoff-Formulierung.
6
Vergleichsstudie (Bidirektionale Sebumregulation, Phytocannabinoide auf Sebozyten)
Differential effectiveness of selected non-psychotropic phytocannabinoids on human sebocyte functions implicates their introduction in dry/seborrhoeic skin and acne treatment
Experimental Dermatology, 25(9), 701–707
PMID: 27094344 · DOI: 10.1111/exd.13042
Folgestudie der Bíró-Gruppe, in der CBD, CBC, CBDV, CBG, CBGV und THCV vergleichend an menschlichen Sebozyten geprüft wurden. CBC, CBDV und insbesondere THCV verhielten sich CBD-ähnlich mit potenten anti-akne Effekten in vitro, während CBG und CBGV die Lipidsynthese leicht steigerten und damit für trockenheits- und entzündungsbegleitete Hautzustände interessant sein könnten. Die Studie ist die wissenschaftliche Grundlage für die Aussage des Artikels, dass CBD nicht als einseitiger Hemmer wirkt, sondern als bidirektionaler Regulator der Talgproduktion. Sie erklärt auch, warum CBD seborrhoische Haut beruhigen kann, ohne trockene Haut weiter auszutrocknen, und ist die Basis für die Empfehlung, Vollspektrum-Produkte mit ergänzenden Cannabinoiden in Betracht zu ziehen.
7
Sicherheitsreview (CBD topisch und oral, Verträglichkeit, Wechselwirkungen)
An Update on Safety and Side Effects of Cannabidiol: A Review of Clinical Data and Relevant Animal Studies
Cannabis and Cannabinoid Research, 2(1), 139–154
PMID: 28861514 · PMCID: PMC5569602 · DOI: 10.1089/can.2016.0034
Umfassender Sicherheitsreview zu Cannabidiol auf Basis klinischer und tierexperimenteller Daten. CBD wird in moderaten Dosierungen, sowohl oral als auch topisch, im Allgemeinen gut vertragen. Topische Formulierungen erreichen den Blutkreislauf nur in geringem Umfang, was sie für die Hautanwendung bei Akne, auch bei jüngeren Anwenderinnen und Anwendern, attraktiv macht. Bekannte Effekte sind in der Regel mild und reversibel, etwa Müdigkeit, Veränderungen im Appetit oder Verdauungsthemen bei oraler Einnahme. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind über die CYP-450-Leberenzyme dokumentiert. Im Vergleich zu Isotretinoin oder oralen Antibiotika fällt das Sicherheitsprofil deutlich günstiger aus. Diese Arbeit ist die Grundlage des Sicherheits- und Verträglichkeits-Abschnitts des Artikels.
Hinweis zur Forschungslage. Die wissenschaftliche Evidenz zu CBD bei Akne hat sich seit der Landmark-Studie von 2014 deutlich verbreitert. Mehrere Zellstudien und kleinere klinische Untersuchungen stützen die im Artikel beschriebenen Wirkmechanismen. Größere randomisierte kontrollierte Studien zu reinem topischem CBD bei Akne stehen noch aus. CBD-Kosmetik ist ein kosmetisches Produkt und kein Arzneimittel zur Behandlung von Akne. Bei mittelschwerer bis schwerer Akne, anhaltender Verschlechterung des Hautbildes oder Narbenbildung ist eine dermatologische Beratung der bessere Weg. Mehr zu unseren Qualitätsstandards und unseren Laborberichten.

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