CBD und Drogentest

CBD und Drogentest: 5 Fakten, die Sie wissen sollten

Wer regelmäßig CBD nimmt und morgen vielleicht in eine Verkehrskontrolle gerät, hat eine sehr konkrete Sorge. Schlägt der Schnelltest an, kostet das im schlimmsten Fall den Führerschein. Die kurze Antwort lautet: Reines Cannabidiol ist im Drogentest praktisch unsichtbar. Die längere Antwort ist deutlich nuancierter und hängt vom Produkt, der Dosis, der Konsumdauer und der Sorgfalt des Herstellers ab. Wir gehen die fünf entscheidenden Punkte durch, die seit dem Konsumcannabisgesetz und dem neuen 3,5-ng/ml-Grenzwert wichtiger geworden sind, als viele meinen.

Von Aktualisiert: Mai 2026 8 Min. Lesezeit ca. 1.700 Wörter 8 Quellen geprüft
Inhaltsverzeichnis 7 Abschnitte

Cannabidiol selbst gilt rechtlich nicht als Betäubungsmittel. Das hat der Europäische Gerichtshof im November 2020 im Verfahren Kanavape ausdrücklich klargestellt: CBD aus der gesamten Hanfpflanze fällt nicht unter das Einheitsübereinkommen der Vereinten Nationen über Suchtstoffe.8 Auch die Weltgesundheitsorganisation kam in ihrem Critical Review Report bereits 2018 zum Schluss, dass reines CBD weder ein Missbrauchspotenzial noch eine erkennbare Abhängigkeitsgefahr zeigt.6

Entscheidend ist der THC-Anteil im Endprodukt. In Deutschland wurde der Grenzwert für Nutzhanf rückwirkend zum 1. Januar 2023 von 0,2 auf 0,3 Prozent THC angehoben. Damit gilt seither ein Produkt unter diesem Wert grundsätzlich als verkehrsfähig. Mit dem Konsumcannabisgesetz, das am 1. April 2024 in Kraft getreten ist, hat sich auch der Grenzwert für Autofahrer verändert. Seit dem 22. August 2024 liegt der gesetzliche THC-Grenzwert im Blutserum bei 3,5 ng/ml, ersetzt also den früheren 1-ng/ml-Wert.7 Wer in der Probezeit ist oder unter 21, für den gilt nach §24c StVG weiterhin der niedrigere analytische Grenzwert von 1 ng/ml.

Praktisch heißt das: Wer ein zertifiziertes CBD-Produkt mit weniger als 0,3 Prozent THC kauft und es in normaler Dosierung verwendet, bewegt sich rechtlich auf der sicheren Seite. Problematisch wird es nur, wenn das Produkt nicht hält, was die Etikette verspricht.

CBD wirkt nicht psychoaktiv und macht nicht fahruntüchtig

Anders als THC bindet CBD nicht direkt an den CB1-Rezeptor im Gehirn. Es entsteht kein Rausch, keine Euphorie, keine veränderte Wahrnehmung. Die WHO bestätigt das in ihrer ausführlichen Übersicht aus 2018: Cannabidiol zeigt im Tiermodell keinen Substitutionseffekt für THC und beim Menschen keine Hinweise auf Abhängigkeitspotenzial.6

In hohen Dosen, etwa ab 50 mg pro Einnahme, berichten manche Anwender von leichter Müdigkeit oder Entspannung. Das ist keine Beeinträchtigung im rechtlichen Sinn, kann aber individuell die Reaktionsfähigkeit dämpfen, ähnlich wie ein leichter Tee mit Baldrian oder Kamille. Wer zum ersten Mal eine größere Menge CBD nimmt, sollte deshalb erst beobachten, wie der eigene Körper reagiert, bevor er ans Steuer geht. Eine kontrollierte Studie der University of Sydney mit oralen Dosen von 15, 300 und 1.500 mg CBD fand keinen messbaren Einfluss auf die simulierte Fahrleistung der Probanden.1

Warum CBD selten Anlass für eine Kontrolle gibt

Eine Polizeikontrolle mit Drogentest braucht einen Anfangsverdacht. Den klassischen Cannabis-Verdacht erkennen Beamte an Ausfallerscheinungen: gerötete Augen, verzögerte Reflexe, langsame Sprache, der typische Geruch. Reines CBD verursacht keines dieser Anzeichen. Das heißt nicht, dass eine Kontrolle ausgeschlossen ist, denn der Verdacht kann auch durch andere Faktoren entstehen, etwa durch eine auffällige Fahrweise oder einen Verkehrsunfall.

Praktischer Hinweis aus jahrelanger Beratungserfahrung: Sprechen Sie den CBD-Konsum bei einer Routinekontrolle nicht aktiv an. Viele Beamte sind zwar inzwischen besser geschult, aber das Wort Cannabis löst in der Praxis manchmal eine reflexhafte Reaktion aus, die zu unnötigem Aufwand führt. Wenn ein Test angeordnet wird, kooperieren Sie ruhig, aber bestehen Sie bei Bedarf auf einer Bestätigungsanalyse durch ein Labor (siehe Kapitel zum Urintest weiter unten).

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Keine sichtbaren Symptome

CBD verändert weder die Pupillen noch die Reflexe oder die Sprache, anders als THC oder Alkohol.

2

Kein typischer Geruch

Wer kein Hanfblütenprodukt verdampft oder raucht, gibt auch keinen verdächtigen Geruch ab.

3

Klare Etikettierung hilft

Die Originalverpackung mit Laborzertifikat im Handschuhfach kann Missverständnisse schnell auflösen.

4

Bluttest schlägt Schnelltest

Bei einem positiven Vortest klärt eine LC-MS-Analyse zuverlässig, ob THC tatsächlich relevant vorhanden ist.

Was ein Drogentest tatsächlich misst

Standardtests in Deutschland zielen auf THC und seinen Hauptmetaboliten 11-Nor-9-carboxy-Δ9-Tetrahydrocannabinol, kurz THC-COOH. CBD spielt darin keine Rolle. Das amerikanische College of Medical Toxicology hat das in seinem Positionspapier 2020 ausdrücklich festgehalten: Ein positiver Cannabis-Befund weist immer auf THC hin, nicht auf Cannabidiol.3

Eine viel beachtete Studie von McCartney und Kollegen an der University of Sydney testete genau das, was viele Konsumenten wissen wollen. Die Forscher gaben gesunden Erwachsenen orale CBD-Dosen von 15, 300 und 1.500 mg, also bis zur klinisch eingesetzten Höchstmenge, und prüften anschließend mit zwei in Deutschland und Österreich gängigen Speichelschnelltests, dem Securetec DrugWipe 5S und dem Dräger DrugTest 5000. Das Ergebnis war eindeutig: Bei keinem der 256 durchgeführten Tests zeigte sich ein falsch-positives Ergebnis für THC, obwohl beide Cannabinoide chemisch eng verwandt sind.1

Eine zweite, oft zitierte Untersuchung der Johns Hopkins University verfolgte den Urinverlauf nach 100-mg-Dosen CBD über fünf Tage und kombinierte das mit gezielter Labormessung. Reines CBD führte in den Standard-Immunoassays nicht zu einem positiven THC-Befund. Sobald die Probanden allerdings eine CBD-dominante Cannabisblüte mit 3,7 mg THC verdampften, fand sich THC-COOH im Urin und einige Probanden hätten den klassischen 50-ng/ml-Cutoff überschritten.2 Das ist der Knackpunkt: Nicht das CBD selbst ist das Risiko, sondern verstecktes oder akzeptiertes THC im Produkt.

Testart Was wird gesucht Übliche Cutoffs Nachweisfenster THC
Speicheltest (Schnelltest) aktives THC 10 bis 25 ng/ml Stunden bis ca. 1 Tag
Urintest (Schnelltest) THC-COOH (Metabolit) 50 ng/ml Einmalig 2 bis 4 Tage, regelmäßig bis 6 Wochen
Bluttest (Labor) THC, 11-OH-THC, THC-COOH 3,5 ng/ml THC im Serum Einige Stunden bis ca. 24 h
Haaranalyse THC-COOH 0,2 pg/mg Mehrere Monate, je nach Haarlänge

Wo das Risiko wirklich liegt: Produktqualität

Das eigentliche Problem ist die Etikettierungsqualität auf dem CBD-Markt. Eine viel zitierte JAMA-Analyse von Bonn-Miller und Kollegen aus 2017 untersuchte 84 online gekaufte CBD-Produkte. Nur etwa 31 Prozent waren korrekt etikettiert, in 21 Prozent fanden die Forscher nachweisbare THC-Mengen, obwohl die Hersteller damit häufig nicht warben.4 Eine neuere Studie von Johnson, Kilgore und Babalonis aus Kentucky untersuchte 80 unregulierte CBD-Produkte und detektierte THC oberhalb der Bestimmungsgrenze in 52 Proben, mit Werten bis 2,07 mg/ml.5 Selbst von 21 Produkten, die ausdrücklich als THC-frei deklariert waren, enthielten fünf nachweisbare THC-Spuren.

Wer regelmäßig größere Mengen Vollspektrum-CBD verwendet, kann durch die Anreicherung von THC im Fettgewebe theoretisch einen positiven Urintest auslösen. Das ist selten und in der Regel nur bei sehr hoher und chronischer Einnahme zu erwarten, aber rechnerisch möglich. Das beste Gegenmittel ist Transparenz: Ein aktuelles Laborzertifikat (Certificate of Analysis) mit ausgewiesenen Cannabinoiden inklusive THC-Wert. Bei CBDNOL veröffentlichen wir die Laborberichte für jede Charge offen, weil das die einzige saubere Antwort auf die Etikettierungsfrage ist.

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Urintest, Bluttest, Speicheltest: Ihre Rechte

Bei einer Verkehrskontrolle in Deutschland sind Sie nicht verpflichtet, einen Schnelltest mitzumachen. Speichel- und Urinschnelltests sind grundsätzlich freiwillig. Das gilt auch für den Pupillentest oder den Drogenwischtest. Wenn die Polizei dennoch einen begründeten Verdacht hat, kann sie eine Blutprobe anordnen, dazu braucht es allerdings einen richterlichen Beschluss oder bei Gefahr im Verzug die staatsanwaltschaftliche Anordnung.

Praktisch sinnvoll ist meist die Kooperation mit dem Bluttest, sofern Sie sicher sind, kein THC im Blut zu haben. Bluttests sind genauer als Speichelschnelltests und können zwischen aktivem THC, dem aktiven Metaboliten 11-OH-THC und dem inaktiven Abbauprodukt THC-COOH unterscheiden. Beim Speichelschnelltest reichen schon geringe THC-Mengen für einen positiven Vortest, eine sichere quantitative Aussage liefert er nicht. Schweiß- und Speicheltests können einen Anfangsverdacht stützen, sind vor Gericht aber nicht eigenständig verwertbar.

Solange CBD-Produkte legal und THC-frei beziehungsweise mit weniger als 0,3 Prozent THC gekennzeichnet sind, schlägt ein Drogentest nach derzeitigem Forschungsstand nicht an. Trotzdem bleiben Transparenz beim Hersteller und das Laborzertifikat das einzige verlässliche Sicherheitsnetz.

Christian Eckmair, Gründer CBDNOL

Wer auf Nummer sicher gehen will, etwa weil im Beruf regelmäßig getestet wird, sollte sich für ein Breitspektrum- oder Isolat-Produkt entscheiden. Diese Varianten enthalten kein THC oder nur Spuren weit unterhalb der Nachweisgrenze. Vollspektrum-Öle sind ernährungsphysiologisch und vom sogenannten Entourage-Effekt her interessant, bringen aber bei sehr hoher Tagesdosis ein theoretisches Restrisiko mit. Wer die Unterschiede zwischen den Produkttypen vertiefen will, findet sie in unserem Beitrag CBD Öl und Hanfsamenöl im Vergleich.

Fazit auf einen Blick

Das Wichtigste in fünf Punkten

  • CBD ist legal, solange das Produkt unter dem deutschen THC-Grenzwert von 0,3 Prozent liegt. Im Straßenverkehr gilt seit August 2024 ein Blutwert von 3,5 ng/ml THC im Serum als rechtliche Schwelle.
  • Standard-Drogentests messen THC und THC-COOH, nicht CBD. Reines Cannabidiol löst nach kontrollierten Studien keinen positiven Schnelltest aus.
  • Das Risiko liegt im Produkt, nicht im Wirkstoff. Mangelhafte Etikettierung und versteckte THC-Anteile in Vollspektrum-Produkten können theoretisch zu einem positiven Urintest führen, vor allem bei chronisch hoher Dosierung.
  • Laborzertifikat und transparente Marken minimieren das Risiko fast vollständig. Wer absolute Sicherheit braucht, nutzt Breitspektrum- oder Isolat-Produkte.
  • Schnelltests sind freiwillig, Bluttests in der Regel die genauere Wahl. Bei einem unklaren Befund schafft eine LC-MS-Analyse Klarheit.

Häufige Fragen rund um CBD und Drogentest

Wie lange ist THC nach CBD-Konsum nachweisbar?

Bei reinem CBD-Isolat oder Breitspektrum-Produkten ohne THC ist im Blut und Urin gar kein THC nachweisbar. Wer ein Vollspektrum-Öl mit der erlaubten Spurenmenge unter 0,3 Prozent verwendet, nimmt rechnerisch nur sehr wenig THC auf, etwa 0,3 bis 0,9 mg pro 5 ml Öl. Bei einmaligem oder gelegentlichem Gebrauch wird das im Standard-Urinscreening normalerweise nicht erfasst. Bei chronisch hoher Dosierung über Wochen ist die Anreicherung im Fettgewebe theoretisch denkbar und THC-COOH kann bei sehr empfindlichen Tests auftauchen. Im Blut bleibt aktives THC nur wenige Stunden, der Metabolit THC-COOH dagegen mehrere Tage.

Welche CBD-Produkte sind beim Drogentest am sichersten?

Am sichersten sind CBD-Isolate und Breitspektrum-Öle, weil sie konstruktionsbedingt kein nachweisbares THC enthalten. Zweite Wahl sind Vollspektrum-Produkte von Herstellern, die für jede Charge ein aktuelles Labor-Zertifikat veröffentlichen, in dem der THC-Wert klar ausgewiesen ist. Vermeiden Sie unzertifizierte Online-Importe ohne nachvollziehbare Herkunft. Die Studienlage zeigt, dass gerade dort das Risiko von THC-Verunreinigungen besonders hoch ist. Eine Übersicht über unsere Produktkategorien finden Sie in der CBD-Öl-Sammlung und bei den CBD-Extrakten.

Gilt das auch für Sportler und Doping-Tests?

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat CBD seit 2018 von der Verbotsliste gestrichen, THC bleibt jedoch eine im Wettkampf verbotene Substanz. Für Wettkampfsportler heißt das konkret: Reines CBD ist erlaubt, aber jedes Produkt mit auch nur Spuren von THC kann theoretisch zu einem Befund führen. Profisportler nutzen deshalb in der Regel ausschließlich Isolat-Produkte mit Negativzertifikat. Im Freizeit- und Hobbysport ist das Risiko verschwindend gering, weil dort selten getestet wird. Trotzdem gilt: Wer in einem getesteten Verband startet, sollte sicherheitshalber das Laborzertifikat seines Produkts in der Tasche haben.

Was tun, wenn der Schnelltest trotzdem positiv ist?

Ruhe bewahren und auf der Bestätigungsanalyse durch ein Labor bestehen. Schnelltests arbeiten mit Antikörpern und können in seltenen Fällen Kreuzreaktionen mit anderen Substanzen zeigen. Eine quantitative Bluttest-Analyse durch Gas- oder Flüssigchromatografie mit Massenspektrometrie (GC-MS oder LC-MS) klärt fast immer eindeutig, ob tatsächlich relevantes THC im Blut ist und in welcher Form. Halten Sie die Originalverpackung Ihres CBD-Produkts und das Laborzertifikat bereit. Bei rechtlichen Konsequenzen wie einem drohenden Bußgeld oder Fahrverbot empfiehlt sich der zeitnahe Kontakt zu einer auf Verkehrsrecht spezialisierten Anwaltskanzlei.

Hinweis: Dieser Beitrag fasst den aktuellen wissenschaftlichen und rechtlichen Stand zum Thema CBD und Drogentest in Deutschland zusammen. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Rechts- oder Medizinberatung. Wer regelmäßig hohe Dosen CBD nimmt, Medikamente einnimmt oder berufliche Drogentests bestehen muss, sollte das Thema zusätzlich mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer auf Verkehrs- bzw. Arbeitsrecht spezialisierten Kanzlei besprechen. Die rechtliche Lage kann sich ändern, wir aktualisieren den Beitrag regelmäßig.
Christian Eckmair, Gründer CBDNOL

Christian Eckmair

Gründer CBDNOL und CBD-Autor

Geprüft Inhaltlich geprüft von · Gründer CBDNOL und CBD-Autor · Stand: Mai 2026
1
Klinische Studie
Orally administered cannabidiol does not produce false-positive tests for Δ9-tetrahydrocannabinol on the Securetec DrugWipe® 5S or Dräger DrugTest® 5000
Drug Testing and Analysis, 14(1), 137 bis 143 · University of Sydney, Australien
PMID: 34412166 · PMCID: PMC9292716 · DOI: 10.1002/dta.3153
Randomisierte, doppelblinde Crossover-Studie zur Frage, ob orales CBD im Speichelschnelltest zu falsch-positiven THC-Befunden führt. Bei 256 Tests mit oralen CBD-Dosen von 15, 300 und 1.500 mg zeigten weder der Securetec DrugWipe 5S noch der Dräger DrugTest 5000 ein falsch-positives Ergebnis. Beide in Deutschland und Österreich gängigen Schnelltests können CBD und THC trotz struktureller Ähnlichkeit zuverlässig unterscheiden. Damit ist die direkte Sorge, durch CBD-Konsum allein in einer Verkehrskontrolle aufzufallen, wissenschaftlich entkräftet.
2
Klinische Studie
Urinary Pharmacokinetic Profile of Cannabinoids Following Administration of Vaporized and Oral Cannabidiol and Vaporized CBD-Dominant Cannabis
Journal of Analytical Toxicology, 44(2), 109 bis 125 · Johns Hopkins University, USA
PMID: 31682266 · PMCID: PMC7152694 · DOI: 10.1093/jat/bkz080
Within-Subject-Crossover-Studie an gesunden Erwachsenen mit 100 mg oralem CBD, 100 mg verdampftem CBD und 100 mg CBD plus 3,7 mg THC aus einer CBD-dominanten Hanfblüte. Reines CBD führte zu keinen relevanten THC-Metaboliten im Urin. Sobald die Probanden die CBD-Cannabis-Blüte verdampften, fand sich THC-COOH und ein Teil der Probanden hätte den 50-ng/ml-Cutoff überschritten. Direkter wissenschaftlicher Beleg dafür, dass nicht das CBD selbst, sondern THC-Spuren im Produkt das eigentliche Risiko für einen positiven Urintest sind.
3
Positionspapier
ACMT Position Statement: Interpretation of Urine for Tetrahydrocannabinol Metabolites
Journal of Medical Toxicology, 16(2), 240 bis 242 · American College of Medical Toxicology
PMID: 31939053 · PMCID: PMC7099115 · DOI: 10.1007/s13181-019-00753-8
Offizielles Positionspapier des American College of Medical Toxicology, mitgetragen vom American College of Emergency Physicians und der American Society of Addiction Medicine. Klargestellt wird, dass ein positiver THC-Test im Urin auf das Abbauprodukt THC-COOH zielt und damit indirekt eine THC-Exposition dokumentiert. CBD wird nicht zu THC-COOH metabolisiert und löst die Standardtests deshalb nicht aus. Die wissenschaftliche Grundlage für die Trennung von CBD- und THC-Befund.
4
Marktanalyse
Labeling Accuracy of Cannabidiol Extracts Sold Online
JAMA, 318(17), 1708 bis 1709 · University of Pennsylvania Perelman School of Medicine
PMID: 29114823 · PMCID: PMC5818782 · DOI: 10.1001/jama.2017.11909
Vielzitierte JAMA-Untersuchung zur Etikettierungsqualität von 84 online erhältlichen CBD-Produkten. Nur etwa 31 Prozent waren innerhalb einer Toleranz von zehn Prozent korrekt deklariert, rund 26 Prozent enthielten weniger CBD und gut 42 Prozent mehr CBD als angegeben. In 18 von 84 Produkten (rund 21 Prozent) wurden nachweisbare THC-Mengen gefunden, ohne dass dies auf der Verpackung erwähnt war. Belegt, warum unabhängige Laborzertifikate für Konsumenten der entscheidende Schutz sind.
5
Lebensmittelchemie
Cannabidiol (CBD) product contamination: Quantitative analysis of Δ9-tetrahydrocannabinol concentrations found in commercially available CBD products
Drug and Alcohol Dependence, 237, 109522 · University of Kentucky College of Medicine
PMID: 35690015 · PMCID: PMC9899037 · DOI: 10.1016/j.drugalcdep.2022.109522
Aktuelle quantitative Marktstudie an 80 unregulierten CBD-Produkten plus dem regulierten Vergleichsprodukt Epidiolex. THC oberhalb der Bestimmungsgrenze von 0,005 mg/ml wurde in 52 von 81 Proben gefunden, mit Werten bis 2,071 mg/ml. Selbst von 21 als THC-frei deklarierten Produkten enthielten fünf nachweisbares THC. Die Studie liefert den direkten Beleg dafür, warum gerade unregulierte Online-Produkte zu unerwarteten positiven Urintests führen können, und unterstreicht die Bedeutung unabhängiger Labortests.
6
WHO-Bericht
Cannabidiol (CBD) Critical Review Report
Expert Committee on Drug Dependence, Fortieth Meeting, Genf, 4. bis 7. Juni 2018
WHO/ECDD 2018 · 67 Seiten
Maßgeblicher Critical Review Report der Weltgesundheitsorganisation zu Cannabidiol. Die WHO bestätigt: CBD zeigt im Tiermodell keinen Substitutionseffekt für THC, beim Menschen keine Hinweise auf Missbrauchs- oder Abhängigkeitspotenzial. Reines CBD ist auch in hohen Tagesdosen bis zu 1.500 mg gut verträglich. Internationales Referenzdokument für die regulatorische Trennung von CBD und psychoaktiven Cannabinoiden, das in nationalen Stellungnahmen weltweit zitiert wird.
7
Behörde / Gesetz 🇩🇪 Deutschland
Konsumcannabisgesetz (KCanG) und THC-Grenzwert von 3,5 ng/ml im Blutserum (§24a StVG)
In Kraft seit 1. April 2024 (KCanG) bzw. 22. August 2024 (Grenzwert StVG)
BGBl. 2024 I Nr. 109 · §24a, §24c StVG
Offizielle Rechtsgrundlage in Deutschland. Mit dem Konsumcannabisgesetz wurde Cannabis zum 1. April 2024 aus dem Betäubungsmittelgesetz herausgelöst und unter ein eigenes Regelwerk gestellt. Im Straßenverkehr gilt seit 22. August 2024 ein THC-Grenzwert von 3,5 ng/ml im Blutserum (statt vorher 1 ng/ml). Für Fahrer in der Probezeit und unter 21 Jahren bleibt nach §24c StVG der niedrigere analytische Grenzwert von 1 ng/ml maßgeblich. Das BfArM bestätigt parallel, dass CBD-Produkte unter 0,3 Prozent THC nicht dem Betäubungsmittelrecht unterliegen.
8
Urteil EuGH
Urteil C-663/18 (Kanavape): CBD ist kein Betäubungsmittel im Sinne des UN-Einheitsübereinkommens
EuGH, Vierte Kammer, Urteil vom 19. November 2020 · Luxemburg
ECLI:EU:C:2020:938 · Rechtssache C-663/18
Wegweisendes EuGH-Urteil zur Rechtslage von CBD im EU-Binnenmarkt. Der Gerichtshof entschied, dass CBD, das aus der gesamten Hanfpflanze einschließlich Blüten und Blättern gewonnen wird, nicht als Betäubungsmittel im Sinne des UN-Einheitsübereinkommens gilt. Mitgliedstaaten dürfen den Verkehr legal in der EU produzierter CBD-Produkte deshalb nicht pauschal beschränken, sofern keine konkrete Gesundheitsgefahr nachgewiesen ist. Grundlage für die freie Verkehrsfähigkeit zertifizierter CBD-Produkte zwischen den EU-Staaten.
Hinweis zu den Quellen: Alle hier zitierten Studien stammen aus peer-reviewten Fachzeitschriften, ergänzt um maßgebliche behördliche und rechtliche Quellen aus Deutschland und der EU. CBD ist ein Lebensmittelinhaltsstoff oder Wellness-Produkt, kein Arzneimittel, und Drogentest-Risiken hängen entscheidend von der Produktqualität ab. Bei rechtlichen Fragen rund um Verkehrs- oder Arbeitsrecht ersetzen die hier zusammengefassten Informationen keine anwaltliche Beratung. Mehr zu unseren Qualitätsstandards finden Sie unter Qualität und Produktion.

11 Kommentare


  • CBDNOL

    Hallo Herr Hajaji,

    vielen Dank für den Kommentar!

    Es kann durchaus vorkommen, dass der Konsum großer Mengen des Cannabinoids zu einem positiven Drogentest führt, wenn auch nur geringe Mengen THC darin enthalten sind. Das hängt von verschiedenen Faktoren, wie zB.: dem Verhältnis der Mischung und der Aufnahmefähigkeit des Körpers, ab.

    Sollten Sie jedoch nur gelegentlich CBD konsumieren wird der THC-Test voraussichtlich negativ bleiben da unsere Produkte max. 0,2% THC enthalten.

    Bei Fragen, Anregungen oder sonstigen Anliegen steht Ihnen unser Kundenservice gerne unter +43732 604098 oder info@cbdnol.com zur Verfügung.

    Viele Grüße und bleiben Sie gesund, das CBDNOL-Team


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