Vollspektrum CBD Öl

Vollspektrum CBD Öl: Das sollten Sie wissen

Vollspektrum CBD Öl ist die Variante, die dem natürlichen Profil der Hanfpflanze am nächsten kommt. Neben Cannabidiol bleiben weitere Cannabinoide, Terpene und Flavonoide erhalten, und genau diese Zusammensetzung ist der Grund, warum viele Anwender Vollspektrum bevorzugen. Die wissenschaftlich plausibelste Erklärung trägt einen eigenen Namen: der Entourage-Effekt. Dieser Artikel ordnet ein, was Vollspektrum wirklich ausmacht, was aktuelle Studien belegen und worauf beim Kauf zu achten ist.

Aktualisiert: April 2026 ca. 10 Minuten Lesezeit ~2.200 Wörter Josef Eckmair MBA
Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist Vollspektrum CBD Öl
  2. Der Entourage-Effekt erklärt
  3. Was die Studienlage belegt
  4. Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat im Vergleich
  5. Herstellung und Qualität
  6. Einnahme und Bioverfügbarkeit
  7. Dosierung in der Praxis
  8. Beim Kauf auf diese Punkte achten
  9. Häufige Fragen

Was ist Vollspektrum CBD Öl

Die Hanfpflanze produziert mehr als einhundert bekannte Cannabinoide, dazu rund einhundertfünfzig Terpene und eine ganze Gruppe an Flavonoiden. Ein Vollspektrum-Öl enthält diese Pflanzenmatrix in weitgehend erhaltener Form. Cannabidiol bleibt die mengenmäßige Hauptkomponente, begleitet von geringeren Anteilen an CBG, CBC, CBN oder Spuren an CBDA. Dazu kommen Terpene wie Myrcen, β-Caryophyllen, Limonen und Linalool, die nicht nur für Geschmack und Aroma sorgen, sondern auch eigene pharmakologische Aktivität zeigen.

Drei Extrakt-Typen sind auf dem Markt verbreitet und es lohnt sich, den Unterschied zu kennen:

  • Vollspektrum: die gesamte Pflanzenmatrix, inklusive gesetzlich erlaubter THC-Spuren (in der EU typischerweise unter 0,2% THC).
  • Breitspektrum: breites Cannabinoid- und Terpenprofil, aber THC wurde im Nachgang entfernt.
  • CBD-Isolat: nahezu reines Cannabidiol (≥99%), sonst nichts.

Wer eine THC-Exposition gezielt ausschließen möchte, etwa wegen sensibler Laborkontrollen im Beruf, greift zu Breitspektrum oder Isolat. Wer vom vollen Wirkprofil der Pflanze profitieren will, bleibt beim Vollspektrum. Wer sich allgemein zu den Unterschieden informieren möchte, findet dazu in unserem separaten Guide Vollspektrum vs. Isolat eine vertiefte Gegenüberstellung.

Der Entourage-Effekt erklärt

Cannabinoide wirken nicht isoliert. Terpene modulieren Rezeptorbindungen, Cannabinoide beeinflussen sich gegenseitig in ihrer Verfügbarkeit, und gemeinsam entsteht ein Netzwerk aus Wirkungen, das sich pharmakologisch als Polypharmakologie verstehen lässt. Mehrere Substanzen mit unterschiedlichen Mechanismen wirken auf dasselbe Zielsystem und können gemeinsam stärkere oder breitere Effekte erzeugen als eine Einzelsubstanz.3

CBD selbst bindet nur sehr schwach direkt an CB1-Rezeptoren, wirkt dort aber als negativer allosterischer Modulator und dämpft die Wirkung starker CB1-Agonisten wie THC. Gleichzeitig hemmt es den Abbau körpereigener Endocannabinoide wie Anandamid über die Enzyme FAAH und trägt so zu einem ausgewogeneren Tonus des Endocannabinoid-Systems bei. Terpene schalten sich über andere Rezeptoren dazu, etwa CB2, TRPV1 oder 5-HT1A.4

Vollspektrum-CBD-Öl vereint das vollständige Naturpotenzial der Hanfpflanze, weil Cannabinoide und Terpene gemeinsam wirken und so mehr bieten können als ein isoliertes Produkt. Entscheidend bleiben sorgfältige Dosierung und ein hochwertiges Produkt aus kontrolliertem Anbau.

Josef Eckmair MBA, Mitgründer CBDNOL

Was die Studienlage belegt

Die wichtigste direkte Vergleichsarbeit zwischen Vollspektrum und Isolat stammt aus der Epilepsieforschung. Pamplona et al. werteten 2018 Daten aus 11 Studien mit 670 Patienten mit therapieresistenter Epilepsie aus. 71% der Patienten unter Vollspektrum-Extrakt zeigten klinische Verbesserungen, beim reinen Isolat waren es 46%. Noch relevanter für die Praxis: Die wirksame Tagesdosis lag beim Vollspektrum bei durchschnittlich 6 mg pro Kilogramm Körpergewicht, beim Isolat bei 25 mg. Der Bedarf war also rund viermal niedriger.1

Niedrigere Dosis bei Vollspektrum

In der Meta-Analyse von Pamplona (2018) benötigten Patienten mit Vollspektrum-Extrakt durchschnittlich 6 mg/kg gegenüber 25 mg/kg beim CBD-Isolat für denselben therapeutischen Effekt.

Eine Phase-II-Studie am McLean Hospital der Harvard Medical School untersuchte 2022 Vollspektrum-CBD bei mittlerer bis schwerer Angststörung. Die Teilnehmer erhielten rund 30 mg pro Tag sublingual. Die Autoren berichteten eine signifikante Reduktion der Angstsymptome, zusätzlich verbesserten sich Schlaf, Stimmung und kognitive Leistung. Isoliertes CBD benötigt in der Angstforschung für vergleichbare Effekte häufig 300 mg pro Tag.2

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Dosisunterschied bei Angst-Anwendung

Harvard-Studie 2022: rund 30 mg Vollspektrum pro Tag zeigten signifikante Angst-Reduktion, gegenüber typisch 300 mg Isolat in vergleichbaren Designs.

Auf molekularer Ebene lieferte eine Arbeit der University of Arizona die erste elektrophysiologische Evidenz für den Entourage-Effekt: Fünf Cannabis-Terpene, darunter Myrcen, Linalool und β-Caryophyllen, aktivierten CB1-Rezeptoren selbst und verstärkten die Wirkung gleichzeitig verabreichter Cannabinoide messbar in Kalzium-Flux-Assays.5 Die umfassendste PRISMA-Übersichtsarbeit von 2024 fasst zusammen: Terpene entfalten über CB1, CB2, TRPV1 und Serotonin-Rezeptoren eigene biologische Aktivität, β-Caryophyllen bindet direkt an CB2, Linalool verstärkt GABAerge Hemmung.6 Eine 25-jährige Literaturübersicht ordnet diese Terpene pharmakologisch ein: Myrcen wirkt anxiolytisch und entspannend, Limonen stimmungsaufhellend, Linalool sedierend über GABAerge Hemmung.7

Die Pharmakokinetik liefert das letzte Puzzlestück. Eine direkte Vergleichsstudie dreier Produkttypen bei gleicher CBD-Dosis zeigte: Vollspektrum-Extrakte erreichten eine signifikant höhere systemische CBD-Konzentration im Blut als das Isolat. Die Autoren führen das auf bessere Absorption durch die Begleitsubstanzen zurück.8 Das deckt sich mit der klinischen Beobachtung, dass Vollspektrum bei niedrigerer Dosis wirkt.

Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat im Vergleich

Kriterium Vollspektrum Breitspektrum Isolat
CBD-Gehalt hoch hoch ≥99%
Weitere Cannabinoide ja, komplett ja, ohne THC keine
Terpene & Flavonoide vollständig teilweise keine
THC-Spuren unter 0,2% (EU) nicht nachweisbar keine
Entourage-Effekt voll ausgeprägt teilweise nicht vorhanden
Geschmack kräftig, pflanzlich mild neutral
Typische Einstiegsdosis niedrig niedrig bis mittel höher

Herstellung und Qualität

Der Weg vom Hanffeld zur Flasche folgt etablierten Prozessen. Nach der Ernte wird das Pflanzenmaterial schonend getrocknet, anschließend erfolgt die Extraktion. Die beiden Standardverfahren in der seriösen Branche sind die überkritische CO₂-Extraktion und die Alkohol-Extraktion. Beide liefern saubere Extrakte, ohne schädliche Rückstände, wenn die Prozessparameter stimmen. Das gewonnene Konzentrat wird von unerwünschten Begleitstoffen wie Chlorophyll oder Pflanzenwachsen befreit, dabei bleiben Cannabinoide, Terpene und Flavonoide erhalten.

Im letzten Schritt wandert der gereinigte Extrakt in ein Trägeröl. Gängige Optionen sind Bio-Hanföl, MCT-Öl aus Kokos oder kaltgepresstes Olivenöl. Die Wahl des Trägeröls beeinflusst Geschmack, Haltbarkeit und Bioverfügbarkeit. CBD ist fettlöslich, Fettmoleküle schützen es vor Abbau und verbessern die Aufnahme im Körper. Gute Produzenten kennzeichnen die Trägeröl-Qualität transparent auf der Flasche.

Einnahme und Bioverfügbarkeit

Drei Anwendungswege sind für Vollspektrum CBD Öl üblich, und sie unterscheiden sich in Geschwindigkeit, Wirkdauer und der Menge CBD, die tatsächlich im Blut ankommt.

Sublingual unter die Zunge

Der Goldstandard für CBD Öl. Einige Tropfen unter die Zunge träufeln, etwa sechzig Sekunden ruhen lassen, dann schlucken. Die Schleimhäute nehmen einen Teil des CBDs direkt in den Blutkreislauf auf, der First-Pass-Effekt in der Leber wird teilweise umgangen. Wirkungseintritt typisch in 15 bis 30 Minuten, Wirkdauer rund 4 bis 6 Stunden. Die relative Bioverfügbarkeit liegt sublingual höher als bei reiner oraler Einnahme.

Oral über Nahrung oder Getränke

Wer den Eigengeschmack umgehen möchte, mischt die Tropfen in Joghurt, Smoothie oder einen fetthaltigen Tee. Der Effekt setzt später ein, typisch nach 30 bis 90 Minuten, hält dafür aber 6 bis 8 Stunden. Die orale Bioverfügbarkeit ist geringer, weil der Leberabbau einen Teil des Wirkstoffs bereits vor der Verteilung erfasst.

Topisch auf die Haut

Cremes und Salben mit CBD eignen sich für lokale Anwendungen, etwa bei angespannter Haut oder verspannten Muskelpartien. Systemisch bleibt der Effekt begrenzt, weil nur wenig CBD die Hautbarriere überwindet. Für allgemeines Wohlbefinden ist Öl unter der Zunge der direktere Weg.

Dosierung in der Praxis

Die Einsteigerregel lautet "low and slow". Starten Sie mit zwei bis drei Tropfen eines 5-prozentigen CBD Öls, das entspricht rund 10 bis 15 Milligramm CBD pro Anwendung. Nehmen Sie diese Dosis zwei- bis dreimal täglich über mindestens eine Woche. Danach werten Sie aus, ob sich ein spürbarer Effekt eingestellt hat. Wenn nicht, erhöhen Sie in kleinen Schritten von 5 bis 10 Milligramm und beobachten erneut eine Woche lang.

Viele Anwender finden ihren individuellen Bereich zwischen 10 und 40 Milligramm CBD pro Tag. Höhere Dosen sind möglich, gehören aber typischerweise in eine ärztlich begleitete Anwendung bei spezifischen Indikationen. Der Entourage-Effekt bedeutet in der Praxis: Mit Vollspektrum kommen Sie in der Regel mit niedrigeren Dosen zu einem spürbaren Effekt als mit reinem Isolat.

Praxistipp Ein Tropfen eines 5%-Öls liefert grob 2,5 mg CBD, bei 10% sind es rund 5 mg pro Tropfen, bei 20% etwa 10 mg. Diese Werte sind Richtgrößen, die genaue Menge hängt von Pipette und Tropfgröße ab. Die Angabe auf der Verpackung und im Laborbericht ist genauer als jede Faustregel.
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Beim Kauf auf diese Punkte achten

Qualität ist bei CBD Öl kein Luxus, sondern die Grundlage jeder sinnvollen Anwendung. Die folgenden Kriterien sind nachprüfbar und trennen professionelle Produkte vom Graumarkt:

  • Herkunft: Hanfanbau in der EU unter zertifizierten Bedingungen, idealerweise bio-zertifiziert. Das reduziert das Risiko von Pestizid- und Schwermetallbelastung.
  • Extraktionsmethode: CO₂- oder Alkoholextraktion. Beide Verfahren liefern saubere Extrakte, wenn sie sauber durchgeführt werden.
  • Laborbericht pro Charge: Ein aktuelles Certificate of Analysis von einem unabhängigen Labor, mit Angaben zu Cannabinoid-Profil, Pestiziden, Schwermetallen und Lösungsmittelrückständen.
  • Trägeröl: Bio-Hanföl, MCT-Öl oder Olivenöl sind die gängigen hochwertigen Optionen. Sonnenblumenöl oxidiert schneller und ist seltener die erste Wahl.
  • Lichtgeschützte Verpackung: Dunkles Violett- oder Braunglas schützt vor UV-bedingtem Abbau der Cannabinoide.
  • Transparente Kommunikation: Seriöse Anbieter zeigen Laborberichte direkt auf der Produktseite, nicht erst auf Anfrage per E-Mail.

Warnzeichen: unrealistische Heilversprechen, keine oder veraltete Laborberichte, auffällig niedriger Preis gegenüber dem Marktdurchschnitt, unklare Cannabinoid-Angaben auf der Flasche. Unsere Laborberichte sind pro Charge verfügbar.

Medizinischer Hinweis Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschließlich der Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Vollspektrum CBD Öl ist ein Nahrungsergänzungsmittel, kein Arzneimittel, und nicht zur Diagnose, Behandlung oder Heilung von Erkrankungen bestimmt. Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Vorerkrankungen bitte vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen. Die genannten Studienergebnisse stammen aus wissenschaftlichen Veröffentlichungen und sind nicht als Wirkversprechen zu verstehen.

Häufige Fragen

Wirkt Vollspektrum CBD Öl schneller als CBD-Isolat?

Beim reinen Wirkungseintritt unterscheiden sich beide Formen kaum, der Aufnahmeweg ist wichtiger als die Extrakt-Form. Sublingual treten beide Varianten in etwa 15 bis 30 Minuten in Aktion, oral verzögert sich der Effekt auf 30 bis 90 Minuten.

Pharmakokinetisch ist Vollspektrum jedoch effizienter. Im direkten Laborvergleich erreichten Vollspektrum-Extrakte bei gleicher nomineller CBD-Dosis eine signifikant höhere systemische Blutkonzentration als das Isolat. Klinisch zeigt sich dasselbe Bild: Die Meta-Analyse bei Epilepsie-Patienten von Pamplona (2018) wies eine rund viermal niedrigere Wirkdosis beim Vollspektrum nach. In der Praxis bedeutet das: Vollspektrum wirkt nicht schneller, aber Sie kommen oft mit einer niedrigeren Dosis zum gewünschten Ergebnis.

Welche CBD-Konzentration passt zu welcher Anwendung?

Als grobe Orientierung haben sich folgende Bereiche etabliert. Ein 5-prozentiges Öl enthält etwa 500 Milligramm CBD in 10 Millilitern und eignet sich für Einsteiger, leichte Anwendungen und die Titrationsphase. Ein 10-prozentiges Öl ist der typische Allrounder für den Alltagsgebrauch, etwa zur Stress-Abschaltung, für die Schlafvorbereitung oder zur allgemeinen Unterstützung des Wohlbefindens. 15- bis 20-prozentige Öle richten sich an erfahrene Anwender mit konkretem Bedarf, etwa bei stärkeren Verspannungen oder erhöhtem Entspannungsbedarf.

Die eigentliche Wirkdosis entsteht über die Tropfenzahl, nicht über die Prozentzahl. Ein starkes Öl in wenigen Tropfen liefert dieselbe Menge CBD wie ein schwächeres Öl in mehreren Tropfen. Höhere Konzentrationen sind praktischer, weil Sie kleinere Volumina einnehmen, sie sind aber nicht automatisch besser.

Kann Vollspektrum CBD Öl mit Medikamenten wechselwirken?

Ja, das ist der wichtigste Sicherheitspunkt im Umgang mit CBD. Cannabidiol hemmt bestimmte Enzyme der Leber aus der Cytochrom-P450-Familie, insbesondere CYP3A4 und CYP2D6. Über diese Enzyme werden viele Arzneimittel abgebaut, eine Hemmung kann deren Blutspiegel erhöhen und Wirkung wie Nebenwirkungen verstärken.

Relevant ist das besonders bei Blutverdünnern wie Warfarin, bei bestimmten Antiepileptika, einigen Antidepressiva, Immunsuppressiva und Protease-Inhibitoren. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte den CBD-Einstieg ärztlich abstimmen, idealerweise mit einem Arzt, der mit Cannabinoiden vertraut ist. Das gilt für alle CBD-Formen, unabhängig davon, ob Sie Vollspektrum, Breitspektrum oder Isolat wählen.

Wie erkenne ich hochwertiges Vollspektrum CBD Öl am Laborbericht?

Ein seriöses Certificate of Analysis stammt von einem unabhängigen Labor und enthält mehrere Blöcke. Im Cannabinoid-Profil finden Sie neben CBD auch nachweisbare Mengen an CBG, CBC, CBN und oft Spuren von CBDA oder CBN. Fehlt dieses Begleitprofil komplett, ist es technisch kein Vollspektrum, sondern eher Breitspektrum oder Isolat.

Der THC-Gehalt sollte unter dem gesetzlichen Grenzwert liegen, in der EU in der Regel unter 0,2%. Zusätzlich prüfen Labore Pestizidrückstände, Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Quecksilber und Arsen, sowie Lösungsmittelrückstände aus der Extraktion. Alle diese Werte sollten unterhalb der Nachweisgrenze oder weit unter den jeweiligen Grenzwerten der Lebensmittelverordnung liegen. Wichtig: Die Chargennummer auf Ihrer Flasche muss sich eindeutig mit dem COA abgleichen lassen, sonst bringt das Zertifikat wenig Sicherheit.

Josef Eckmair MBA, CBDNOL

Josef Eckmair MBA

Mitgründer CBDNOL · CBD-Autor mit langjähriger Erfahrung in Hanfproduktion, Extraktion und Produktentwicklung

Geprüft Inhaltlich geprüft von Josef Eckmair MBA · Mitgründer CBDNOL & CBD-Autor · Stand: April 2026
Vollspektrum vs. Isolat · Klinische Evidenz
1
Meta-Analyse
Pamplona F. A., da Silva L. R. & Coan A. C. (2018)
Potential Clinical Benefits of CBD-Rich Cannabis Extracts Over Purified CBD in Treatment-Resistant Epilepsy: Observational Data Meta-analysis
Frontiers in Neurology, 9, 759
PMID: 30258398 · PMCID: PMC6143706 · DOI: 10.3389/fneur.2018.00759
Die meistzitierte Vergleichsarbeit Vollspektrum vs. Isolat: Meta-Analyse von 11 Studien mit 670 Patienten mit therapieresistenter Epilepsie. Verbesserung bei 71% unter Vollspektrum vs. 46% unter Isolat. Effektive Dosis beim Vollspektrum rund viermal niedriger (6 mg/kg vs. 25 mg/kg). Schwere Nebenwirkungen waren unter Isolat signifikant häufiger (26% vs. 7%).
Quelle ansehen (PubMed)
2
Phase-II · Harvard / Nature
Dahlgren M. K. et al. · McLean Hospital, Harvard Medical School (2022)
Clinical and Cognitive Improvement Following Full-Spectrum, High-Cannabidiol Treatment for Anxiety: Open-Label Data from a Two-Stage, Phase 2 Clinical Trial
Communications Medicine (Nature), 2, 139
DOI: 10.1038/s43856-022-00202-8
Harvard-Phase-II-Studie zu Vollspektrum CBD bei Angststörungen (N=14, Open-Label). Sublinguales Vollspektrum-Öl in rund 30 mg pro Tag reduzierte Angstsymptome signifikant und verbesserte Schlaf, Stimmung und Lebensqualität bei geringer Nebenwirkungsrate. Vergleichsdesigns mit Isolat benötigen typisch 300 mg pro Tag für ähnliche Effekte.
Quelle ansehen (Nature)
Entourage-Effekt · Mechanismus & Überblick
3
Scoping Review (2023)
Christensen R. et al. (2023)
Decoding the Postulated Entourage Effect of Medicinal Cannabis: What It Is and What It Isn't
Biomedicines (MDPI), 11(8), 2204
PMCID: PMC10452568 · PMID: 37626876 · DOI: 10.3390/biomedicines11082204
Bislang differenzierteste Analyse des Entourage-Konzepts. Pharmakologisch lässt sich der Effekt als Polypharmakologie verstehen: mehrere Wirkstoffe mit verschiedenen Mechanismen greifen gemeinsam in ein Zielsystem ein. CBD wirkt als negativer allosterischer Modulator am CB1-Rezeptor, moduliert THC-Effekte und hemmt FAAH, was den Anandamid-Spiegel erhöht. Differenziert belegt und noch offen zugleich.
Quelle ansehen (PMC)
4
Übersichtsarbeit
Russo E. B. et al. (2021)
Cannabis-Based Medicines and Pain: A Review of Potential Synergistic and Entourage Effects
Pain Management, 11(4), 395–403
PMID: 33703917 · DOI: 10.2217/pmt-2020-0110
Übersichtsarbeit des renommierten Cannabinoid-Forschers Ethan Russo. Vollspektrum-Produkte mit mehreren Cannabinoiden zeigten in klinischen Berichten bessere Wirksamkeit und Verträglichkeit als Einzelsubstanzen. Die synergistischen Interaktionen erstrecken sich über CB1, CB2, TRPV1, 5-HT1A und GPR55 und verstärken gegenseitig analgetische und entzündungshemmende Effekte.
Quelle ansehen (PubMed)
Terpene & molekulare Synergie
5
Studie · Scientific Reports (Nature)
LaVigne J. E. et al. · University of Arizona (2021)
Cannabis sativa Terpenes are Cannabimimetic and Selectively Enhance Cannabinoid Activity
Scientific Reports (Nature), 11, 8232
PMCID: PMC8075029 · PMID: 33895756 · DOI: 10.1038/s41598-021-87740-8
Erste elektrophysiologische Evidenz für den Entourage-Effekt auf Rezeptorebene. Fünf Cannabis-Terpene (Myrcen, Linalool, β-Caryophyllen, α-Terpinen, Geraniol) aktivieren direkt CB1-Rezeptoren und ahmen cannabimimetische Eigenschaften nach. Gleichzeitige Gabe mit Cannabinoiden erzeugte signifikant stärkere Effekte in Kalzium-Flux-Assays als Einzelgabe.
Quelle ansehen (PMC)
6
PRISMA-Übersichtsarbeit (2024)
Capano A. et al. (2024)
The Entourage Effect in Cannabis Medicinal Products: A Comprehensive Review
Pharmaceutics (MDPI), 16(3), 355
PMCID: PMC11870048 · DOI: 10.3390/pharmaceutics16030355
Aktuellste PRISMA-konforme Übersichtsarbeit zum Entourage-Effekt (2024). Terpene sind mehr als Aromamoleküle: β-Caryophyllen aktiviert CB2 direkt, Linalool verstärkt GABAerge Hemmung, Myrcen potenziert Entspannungseffekte. Die Autoren kommen zum Schluss, dass Vollspektrum-Öle eine pharmakologisch reichhaltigere Wirkmatrix bieten als Isolate.
Quelle ansehen (PMC)
7
Übersichtsarbeit
Ferber S. G. et al. · Bar-Ilan University & Volcani Center (2020)
The "Entourage Effect": Terpenes Coupled with Cannabinoids for the Treatment of Mood Disorders and Anxiety Disorders
Current Neuropharmacology, 18(2), 87–96
PMCID: PMC7324885 · PMID: 32553273 · DOI: 10.2174/1570159X17666190903103923
25-Jahres-Literaturübersicht zu Cannabinoiden, Terpenen und psychiatrischen Erkrankungen. Myrcen wirkt anxiolytisch und entspannend, Limonen stimmungsaufhellend und aktivierend, Linalool sedierend über GABAerge Hemmung. Vollspektrum-Öle mit vollständigem Terpenprofil erzeugen ein pharmakologisches Netzwerk, das für Stimmungsregulation und Angstreduktion besonders relevant erscheint.
Quelle ansehen (PMC)
Pharmakokinetik · Isolat vs. Vollspektrum
8
Vergleichsstudie
Wakshlag J. J. et al. (2023)
Comparative Pharmacokinetics of Commercially Available Cannabidiol Isolate, Broad-Spectrum, and Full-Spectrum Products
European Journal of Drug Metabolism and Pharmacokinetics, 48(4), 427–436
PMID: 37337087 · DOI: 10.1007/s13318-023-00834-6
Direkter pharmakokinetischer Vergleich aller drei Produkttypen. Vollspektrum-Extrakte erreichten bei gleicher nomineller CBD-Dosis eine signifikant höhere systemische Blut-Exposition als das Isolat. Die Autoren führen das auf bessere Absorption durch Begleitsubstanzen zurück. Das ist der pharmakologische Grund, warum Vollspektrum bei niedrigeren Dosen wirken kann.
Quelle ansehen (PubMed)
Hinweis zur Studienlage: Die verlinkten Quellen dienen der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Der Entourage-Effekt ist pharmakologisch plausibel und durch präklinische sowie erste klinische Daten gestützt, weitere kontrollierte randomisierte Studien sind im Gang. Vollspektrum-CBD-Öle sind Nahrungsergänzungsmittel und kein Arzneimittel. Mehr zu unseren Qualitätsstandards und Laborberichten.

1 Kommentar


  • cbddiscounter.ch

    Danke für diesen nützlichen Beitrag. In Bezug auf CBD Öl herrscht viel Unsicherheit und Aufklärung ist dringend nötig.


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