Alkohol und CBD

Alkohol und CBD: Das sollten Sie wissen

Ein Glas Wein zum Abendessen, ein Bier auf der Terrasse, ein Cocktail mit Freunden, und parallel dazu täglich CBD Öl gegen Stress oder zur besseren Schlafqualität. Diese Kombination gehört für viele Menschen längst zum Alltag, und entsprechend oft erreichen uns Fragen dazu. Was passiert im Körper, wenn beide Substanzen aufeinandertreffen? Verstärkt CBD die Wirkung von Alkohol oder bremst es sie? Schützt es die Leber, oder belastet es sie zusätzlich? Was sagt die Forschung wirklich? Dieser Beitrag fasst den aktuellen Stand zusammen, ordnet die wichtigsten Studien ein und gibt praktische Hinweise, worauf Sie achten sollten.

Aktualisiert: April 2026 Lesezeit: ca. 10 Min. ca. 2.000 Wörter Autor: Christian Eckmair 7 wissenschaftliche Quellen
Inhaltsverzeichnis
  1. Wie CBD und Alkohol im Körper interagieren
  2. Was die Studien zur Kombination zeigen
  3. Mögliche Schutzeffekte und ihre Grenzen
  4. CBD bei Alkoholabhängigkeit und Entzug
  5. Praktische Empfehlungen für die Kombination
  6. CBD haltige Alkoholgetränke und Mixprodukte
  7. Wann Sie unbedingt vorsichtig sein sollten
  8. Häufige Fragen
  9. Quellen und Studien

Wie CBD und Alkohol im Körper interagieren

Alkohol und Cannabidiol wirken auf völlig verschiedenen Pfaden, treffen sich am Ende aber an einem gemeinsamen Punkt. Alkohol greift hauptsächlich am GABA System des Gehirns an. Er verstärkt den hemmenden Botenstoff GABA und dämpft gleichzeitig den anregenden Botenstoff Glutamat, was zur typischen entspannenden, später dann sedierenden Wirkung führt. CBD hingegen wirkt nicht direkt auf diese Systeme, sondern moduliert das Endocannabinoid System sowie weitere Rezeptoren wie 5 HT1A für Serotonin und TRPV1 für Schmerzreize. Auch wenn die Wege also verschieden sind: Beide Substanzen können beruhigend, entspannend und müde machend wirken, und das addiert sich.

Pharmakologisch besonders relevant ist eine zweite Schnittstelle: das Cytochrom P450 System der Leber. Diese Enzymfamilie ist für den Abbau der meisten Medikamente und auch von CBD selbst zuständig. Die beiden wichtigsten beteiligten Isoformen für den CBD Abbau sind CYP3A4 und CYP2C19. Alkohol wird zwar primär über andere Wege verstoffwechselt, aber er belastet die Leber als Ganzes, was die Aktivität dieser Enzyme verändern kann. Wer CBD zusammen mit Alkohol konsumiert, beansprucht beide Organe gleichzeitig stärker. Bei einer einzelnen sozialen Gelegenheit ist das in der Regel kein Problem. Bei regelmäßiger Kombination, insbesondere wenn weitere Medikamente im Spiel sind, lohnt sich ein genauer Blick auf das individuelle Risiko.7

Die Weltgesundheitsorganisation hat das Sicherheitsprofil von Cannabidiol 2018 in einem ausführlichen Gutachten geprüft und kam zu einem klaren Ergebnis: CBD ist im Allgemeinen gut verträglich, hat kein Missbrauchspotenzial und führt bei einem Freizeitgebrauch zu keinen Hinweisen auf Probleme im Bereich der öffentlichen Gesundheit.1 Diese Einschätzung gilt jedoch für CBD allein. Wechselwirkungen mit anderen psychoaktiven Substanzen wie Alkohol behandelt der Bericht nur am Rand. Hier sind weitere, gezielte Studien notwendig, und einige davon sehen wir uns gleich genauer an.

Was die Studien zur Kombination zeigen

Die wichtigste kontrollierte Humanstudie zum direkten Zusammenspiel von Cannabidiol und Alkohol ist überraschenderweise schon über vier Jahrzehnte alt. Sie stammt aus dem Jahr 1979 und wird bis heute regelmäßig in Übersichtsarbeiten zitiert, weil eine vergleichbare moderne Untersuchung lange Zeit fehlte.

Was die Klassikerstudie aus 1979 herausfand

In der Untersuchung von Consroe und Kollegen erhielten zehn gesunde Probanden in einem doppelblinden Cross over Design vier verschiedene Behandlungen, jeweils mit einer Woche Pause: Placebo, 200 mg orales CBD allein, 1 g Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht allein und schließlich CBD plus Alkohol zusammen. Gemessen wurden motorische Leistung, psychomotorische Tests und subjektive Trunkenheit.2 Das Ergebnis war eindeutig: CBD allein hatte kaum eine messbare psychomotorische Wirkung. Alkohol allein und Alkohol plus CBD führten beide zu deutlichen Beeinträchtigungen, mit einer Tendenz zu stärkerer Sedierung in der Kombinationsgruppe. Die Blutalkoholkonzentration unterschied sich zwischen beiden Alkoholgruppen nicht signifikant.

Was bedeutet das praktisch? CBD beschleunigt oder verzögert den Abbau von Alkohol nicht in nennenswertem Umfang, der Promillewert bleibt also gleich. Wohl aber kann die gemeinsame Einnahme dazu führen, dass Sie sich müder, schwerer oder „weicher" fühlen, als es Alkohol allein hervorrufen würde. Das ist für eine ruhige Stunde auf dem Sofa harmlos, kann aber im Straßenverkehr oder beim Bedienen von Maschinen zum Problem werden.

Was neuere Studien ergänzen

Seit 1979 hat es überraschend wenige große, kontrollierte Humanstudien zu dieser Frage gegeben. An der Colorado State University läuft seit 2024 eine moderne randomisierte Studie zur Wechselwirkung von CBD und Blutalkoholspiegel, deren Daten erwartet werden. Was bereits vorliegt, sind etliche Tierstudien zu spezifischen Aspekten, vor allem zum Schutz von Leber und Gehirn. Die zentralen davon stellen wir im nächsten Abschnitt vor.

Mögliche Schutzeffekte und ihre Grenzen

Regelmäßiger und vor allem starker Alkoholkonsum schädigt nahezu jedes Organ, am sichtbarsten Leber und Gehirn. Zwei der meistzitierten Tierstudien deuten darauf hin, dass Cannabidiol diese Schäden zumindest in Modellsystemen abmildern kann. Wichtig vorab: Diese Daten stammen aus Tierversuchen mit Mäusen und Ratten und sind nicht eins zu eins auf den Menschen übertragbar. Sie liefern Hinweise auf Mechanismen, keine klinischen Beweise.

Schutz für die Leber

Die Studie von Yang und Kollegen aus dem Jahr 2014, veröffentlicht in „Free Radical Biology and Medicine", untersuchte Mäuse, die mit hohen Alkoholdosen versorgt wurden, also einem Tiermodell für Binge Drinking. Eine Gruppe erhielt zusätzlich Cannabidiol. Das Ergebnis: CBD reduzierte die alkoholbedingte Verfettung der Leber, die Lipidanreicherung und den oxidativen Stress deutlich.4 Zwei Mechanismen wurden identifiziert: Erstens fängt Cannabidiol als starkes Antioxidans freie Radikale ab, die durch den Alkoholabbau entstehen. Zweitens fördert es die Autophagie, also den zelleigenen Recyclingprozess, durch den geschädigte Strukturen abgebaut werden. Die Forscher betonten allerdings selbst, dass es sich um eine Mausstudie handelt und der Übertrag auf den Menschen weiterer Untersuchungen bedarf.

Schutz für das Nervensystem

Die Studie von Liput und Kollegen aus dem Jahr 2013 in „Pharmacology Biochemistry and Behavior" untersuchte Ratten, die alkoholbedingte Hirnschäden entwickelten. Cannabidiol wurde in dieser Untersuchung transdermal über die Haut verabreicht, ein Detail, das oft übersehen wird. Das Ergebnis: Die Neurodegeneration im Entorhinalkortex, einer Hirnregion, die für Gedächtnis und räumliche Orientierung zuständig ist, sank bei CBD Gabe um bis zu 48,8 Prozent.3 Vermutet wird, dass CBD über CB2 Rezeptoren auf Immunzellen die Neuroinflammation dämpft, die durch Alkohol ausgelöst wird. Auch hier gilt: Übertrag auf den Menschen ist nicht gesichert, der Mechanismus aber biologisch plausibel.

Was diese Studien nicht bedeuten

Die beiden Untersuchungen werden online oft so zusammengefasst, als würde CBD vor den negativen Folgen von Alkoholkonsum schützen. Diese Verkürzung ist riskant. Erstens stammen beide Daten aus Tierversuchen mit kontrollierten, vergleichsweise hohen CBD Dosen. Zweitens schützt CBD im Modell vor bestimmten Begleitschäden, nicht aber vor der Grundwirkung des Alkohols, also nicht vor Trunkenheit, Konzentrationsverlust oder Dehydrierung. Drittens ist „Schutz" kein Freibrief: Wer regelmäßig viel trinkt, kann sich diesen Schaden nicht durch CBD wegnehmen. Cannabidiol ist kein Gegenmittel gegen Alkohol, sondern bestenfalls ein begleitender Faktor mit potenziell günstigen Eigenschaften, deren klinische Relevanz beim Menschen erst noch belegt werden muss.

„Die ehrliche Antwort lautet: Ein Glas Wein und ein paar Tropfen CBD Öl am Abend sind für die meisten Erwachsenen kein Problem. Die Forschung zeigt aber zwei Dinge sehr deutlich. Erstens addieren sich beruhigende Effekte, deshalb sollten Sie nach der Kombination nicht mehr ans Steuer. Zweitens ist CBD kein Schutzschild, mit dem regelmäßiger starker Alkoholkonsum harmlos wird. Wer Alkohol reduzieren will, findet in CBD eher einen Begleiter beim Umstieg als eine Entschuldigung, weiterzumachen wie bisher."

Christian Eckmair, Co-Gründer und CEO CBDNOL

CBD bei Alkoholabhängigkeit und Entzug

Ein eigenes Forschungsfeld beschäftigt sich mit der Frage, ob Cannabidiol Menschen mit problematischem Substanzkonsum unterstützen kann. Die hier zitierten Daten stammen überwiegend aus Tierversuchen und kleinen Pilotstudien. Sie sind vielversprechend genug, dass sie heute Eingang in spezialisierte klinische Programme finden, aber noch nicht solide genug für eine generelle Empfehlung.

Eine viel beachtete Studie von Gonzalez Cuevas und Kollegen am Scripps Research Institute aus dem Jahr 2018 untersuchte alkohol- und kokainabhängige Ratten. Eine einzelne siebentägige Phase mit transdermaler CBD Gabe reduzierte sowohl die Selbstverabreichung von Alkohol als auch die durch Stress oder Drogenkontext ausgelöste Rückfallneigung deutlich. Bemerkenswert: Der Effekt hielt bis zu fünf Monate nach der Behandlung an, obwohl CBD selbst nach wenigen Tagen aus dem Körper verschwunden war.5 Die Forscher vermuten, dass CBD über 5 HT1A Rezeptoren und die Hemmung der amygdalären Stressantwort auf das Suchtgedächtnis wirkt.

Übertragbar auf den Menschen ist dieser Effekt nicht ohne Weiteres, ein Hinweis darauf, dass CBD bei Suchterkrankungen eine Rolle spielen könnte, ergibt sich allerdings auch aus der Tabakforschung: Eine kleine, randomisierte Pilotstudie der University College London zeigte 2013, dass Raucher, die einen CBD Inhalator zur Verfügung hatten, ihren Zigarettenkonsum innerhalb einer Woche um etwa 40 Prozent reduzierten.6 Die Placebogruppe zeigte keine vergleichbare Reduktion. Das deutet auf einen substanzübergreifenden anti craving Mechanismus hin, der auch beim Alkohol wirken könnte.

Klar ist: CBD ist kein zugelassenes Medikament zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit. Wer ein Suchtproblem hat, gehört in fachkundige Hände, idealerweise einer Suchtberatungsstelle oder eines spezialisierten Arztes. Cannabidiol kann hier bestenfalls ergänzend wirken, niemals als Ersatz für eine strukturierte Therapie.

Praktische Empfehlungen für die Kombination

Wer CBD und Alkohol gelegentlich gemeinsam nutzt, sollte ein paar einfache Regeln beachten. Sie minimieren das Risiko unangenehmer Nebenwirkungen und nutzen die positiven Eigenschaften beider Substanzen besser.

Situation Empfehlung Hintergrund
Erste Erfahrung mit CBD und Alkohol zusammen An einem ruhigen Abend zu Hause testen, geringe Dosen wählen Sie wissen erst nach der ersten Erfahrung, wie Sie persönlich reagieren
Zeitlicher Abstand Mindestens 1 bis 2 Stunden zwischen CBD und Alkohol einplanen So kann CBD seine Wirkung entfalten, bevor Alkohol das Bild überlagert
Dosierung CBD Bei der niedrigsten gewohnten Tagesdosis bleiben Höhere CBD Dosen erhöhen die Wahrscheinlichkeit additiver Sedierung
Dosierung Alkohol Bei moderater Menge bleiben, also höchstens 1 bis 2 alkoholische Getränke Über diese Schwelle steigt das Risiko von Sedierung, Schwindel und Übelkeit
Hydration Pro alkoholischem Getränk ein Glas Wasser dazu Beide Substanzen können Müdigkeit verstärken, Wasser puffert das ab
Im Anschluss Nicht mehr Auto fahren, keine Maschinen bedienen Selbst wenn Sie sich nicht stark betrunken fühlen, kann die Reaktionsfähigkeit eingeschränkt sein
Bei Medikamenten Vorab mit dem Arzt sprechen CBD wirkt auf CYP3A4 und CYP2C19, viele Medikamente werden über dieselben Enzyme abgebaut
Orientierungswerte für gelegentlichen, gemeinsamen Konsum von CBD und Alkohol bei gesunden Erwachsenen

Eine zentrale Frage stellen viele Anwender: Hilft CBD gegen den Kater am Morgen danach? Eine direkte klinische Studie dazu existiert nicht. Theoretisch sprechen die antiinflammatorischen und antioxidativen Eigenschaften von Cannabidiol dafür, dass die typische Restentzündung am Folgetag etwas gedämpft werden könnte.4 Erfahrungsberichte unserer Kunden gehen in dieselbe Richtung: weniger Kopfschmerzen, etwas weniger Übelkeit, ein sanfterer Wiedereinstieg in den Tag. Das ersetzt aber nicht das Naheliegende, nämlich ausreichend zu trinken, leicht zu essen und sich Zeit zu lassen.

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CBD haltige Alkoholgetränke und Mixprodukte

In den letzten Jahren sind in einigen Märkten alkoholische Getränke mit CBD Zusatz aufgetaucht, von infundiertem Bier bis zu Cocktails mit CBD Sirup. Aus pharmakologischer Sicht gilt für diese Produkte exakt dieselbe Logik wie für die getrennte Einnahme: Die Wirkungen können sich addieren, der Stoffwechselweg über die Leber bleibt derselbe. Hinzu kommt, dass die Cannabidiol Konzentration in solchen Getränken oft sehr niedrig und nicht standardisiert ist. Für eine spürbare CBD Wirkung müssten Sie meist deutlich mehr trinken, als sinnvoll ist, was den Sinn der Übung wieder aufhebt. Wer den Effekt von CBD genießen möchte, fährt mit einem hochwertigen, separat dosierten CBD Öl in der Regel besser.

Tipp: Achten Sie auf seriöse Anbieter mit transparenten Laboranalysen. CBD Produkte für den deutschen und österreichischen Markt müssen unter 0,2 Prozent THC enthalten. Qualität, Reinheit und Cannabinoid Profil sollten pro Charge dokumentiert sein. Diese Standards finden Sie auf unserer Seite zu Qualität und Produktion.

Wann Sie unbedingt vorsichtig sein sollten

Es gibt Situationen, in denen die Kombination von CBD und Alkohol nicht harmlos ist. Hier ist Zurückhaltung oder ein Verzicht angebracht.

Verzichten Sie auf die Kombination, wenn:
  • Sie regelmäßig verschreibungspflichtige Medikamente einnehmen, insbesondere Antidepressiva, Schlafmittel, Blutverdünner, Antiepileptika oder Statine. Cannabidiol beeinflusst die Aktivität von CYP3A4 und CYP2C19, was die Plasmakonzentrationen dieser Medikamente verändern kann.7
  • Sie schwanger sind oder stillen. Daten zur Sicherheit fehlen weitgehend.
  • Sie eine Lebererkrankung oder dokumentierte erhöhte Leberwerte haben.
  • Sie planen, in den nächsten Stunden Auto zu fahren oder Maschinen zu bedienen.
  • Sie eine Vorgeschichte mit Alkoholmissbrauch oder Suchterkrankungen haben. In diesem Fall sollte jede Einnahme nur in Absprache mit einem Arzt oder einer Suchtberatungsstelle erfolgen.
  • Sie minderjährig sind.

Die typischen Nebenwirkungen von CBD allein sind nach aktuellem Forschungsstand mild und dosisabhängig. Sie umfassen Müdigkeit, leichte Magen Darm Beschwerden und Veränderungen von Appetit oder Gewicht.7 In Kombination mit Alkohol kann besonders die Müdigkeit deutlich ausgeprägter ausfallen. Ein leichter Schwindel, ein verlangsamtes Reaktionsvermögen oder ein flaues Gefühl im Magen sollten Sie als Signal verstehen, die Dosis beim nächsten Mal zu reduzieren oder ganz auf die Kombination zu verzichten.

Häufige Fragen zu CBD und Alkohol

Wie lange sollte ich nach Alkoholgenuss mit CBD warten?

Eine starre Wartezeit gibt es nicht, sinnvoll sind aber etwa 1 bis 2 Stunden Abstand zwischen Alkohol und CBD oder umgekehrt. So kann jede Substanz ihre Wirkung in Ruhe entfalten, und Sie spüren besser, wie Ihr Körper auf jede einzeln reagiert. Wer seine erste Tagesdosis CBD ohnehin morgens nimmt und Alkohol erst am Abend genießt, hat diesen Abstand automatisch eingebaut. Wenn Sie CBD bewusst zur Entspannung am Abend nutzen, können Sie es nach dem letzten Glas einnehmen, sollten aber bedenken, dass die beruhigenden Effekte sich addieren können.

Hilft CBD gegen einen Kater am Morgen danach?

Eine direkte klinische Studie zur Frage „CBD gegen Kater" gibt es nicht. Die antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften von Cannabidiol legen aber nahe, dass die typische Restentzündung am Folgetag etwas abgemildert werden kann, was unter anderem auf den von Yang und Kollegen 2014 beschriebenen Leberschutz im Tiermodell zurückgeht. In der Praxis berichten viele Anwender von weniger ausgeprägten Kopfschmerzen, weniger Übelkeit und einer gefühlt schnelleren Erholung. Das ersetzt nicht die klassischen Maßnahmen wie viel Wasser, eine leichte Mahlzeit und Schlaf, kann aber eine sinnvolle Ergänzung sein. Eine Standarddosis am Morgen, kombiniert mit ausreichend Flüssigkeit, ist ein guter Startpunkt.

Verfälscht CBD den Promillewert oder einen Alkoholtest?

Nein. Cannabidiol ändert die Blutalkoholkonzentration in der gut dokumentierten Humanstudie von Consroe und Kollegen aus dem Jahr 1979 nicht messbar. Das bedeutet: Ein Atemalkoholtest oder eine Blutprobe zeigt denselben Wert, ob Sie CBD genommen haben oder nicht. Wichtig ist aber ein anderer Punkt: Sie können sich subjektiv weniger betrunken fühlen, als Sie tatsächlich sind, oder umgekehrt müder, als der Promillewert vermuten lässt. Die Reaktionsfähigkeit ist eingeschränkt, auch wenn der Test im rechtlichen Rahmen bleibt. Auf Autofahren und Maschinenbedienen sollten Sie nach der Kombination grundsätzlich verzichten.

Kann ich CBD als Alternative zu Alkohol zum Entspannen nutzen?

Viele Menschen tun das mit gutem Erfolg, vor allem wer nach einem stressigen Tag entspannen möchte, ohne den nächsten Morgen mit einem dumpfen Kopf zu beginnen. Cannabidiol macht nicht betrunken und greift nicht in die Reaktionsfähigkeit oder das Urteilsvermögen ein, weshalb es sich für die abendliche Routine besser eignet als ein zweites oder drittes Glas Wein. Wer den Wechsel langsam angehen will, kann zuerst ein alkoholisches Getränk durch ein CBD Öl ersetzen und beobachten, wie sich Schlaf, Stimmung und Energie verändern. Eine seriöse Suchtberatung würden wir bei einem schwierigen oder gewohnheitsmäßigen Alkoholkonsum allerdings immer empfehlen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. CBD Produkte sind in Deutschland und Österreich keine zugelassenen Arzneimittel und kein Mittel zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit oder Alkoholentzug. Cannabidiol kann die sedierende Wirkung von Alkohol verstärken, was die Fahrtüchtigkeit oder Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen kann. Bei bestehender Dauermedikation, Lebererkrankung, in Schwangerschaft oder Stillzeit, vor Operationen oder bei einer Vorgeschichte mit problematischem Alkoholkonsum sollten Sie vor der Einnahme von CBD ärztlichen Rat einholen. Bei Fragen rund um Alkohol und Sucht hilft die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit kostenlosen Informationsangeboten.
Foto von Christian Eckmair, Co-Gründer und CEO von CBDNOL

Christian Eckmair

Co-Gründer und CEO CBDNOL

Geprüft Inhaltlich geprüft von · Co-Gründer und CEO CBDNOL · Stand: April 2026
1
Behördlicher Bericht (Sicherheitsprofil von CBD, WHO Expert Committee)
Cannabidiol (CBD) Critical Review Report
40th Meeting of the WHO Expert Committee on Drug Dependence, Genf
who.int/docs/default-source/controlled-substances/whocbdreportmay2018-2.pdf
Umfassender Begutachtungsbericht der Weltgesundheitsorganisation zu Cannabidiol. Das WHO Expert Committee on Drug Dependence kam nach Auswertung der vorliegenden Daten zu dem Schluss, dass CBD im Allgemeinen gut verträglich ist, kein Missbrauchspotenzial besitzt und beim Freizeitgebrauch keine Hinweise auf Risiken für die öffentliche Gesundheit erkennbar sind. Wechselwirkungen mit anderen Substanzen wie Alkohol behandelt der Bericht nur am Rand und verweist auf weiteren Forschungsbedarf. Wissenschaftliche Grundlage für die Aussage des Artikels, dass CBD allein als sicher gilt, die Kombination mit Alkohol aber gesondert zu betrachten ist.
2
Humanstudie (CBD und Alkohol gemeinsam, kontrollierte Cross over Studie, 1979)
Interaction of cannabidiol and alcohol in humans
Psychopharmacology, 66(1):45 bis 50
PMID: 120541 · DOI: 10.1007/BF00431988
Erste kontrollierte Humanstudie zur direkten Wechselwirkung von Cannabidiol und Alkohol, randomisiert, doppelblind, im Cross over Design. Zehn gesunde Probanden erhielten in vier Sitzungen Placebo, 200 mg orales CBD allein, 1 g Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht allein und CBD plus Alkohol kombiniert. Gemessen wurden motorische Leistung, psychomotorische Tests, subjektive Trunkenheit und Blutalkoholspiegel. Ergebnis: CBD allein zeigte keine relevante psychomotorische Wirkung, Alkohol allein und Alkohol plus CBD führten beide zu deutlichen Beeinträchtigungen mit Tendenz zu stärkerer Sedierung in der Kombination. Die Blutalkoholkonzentration unterschied sich zwischen Alkohol und Kombination nicht signifikant. Wissenschaftliche Grundlage für die zentrale Artikelaussage, dass CBD den Promillewert nicht ändert, aber die sedierende Wirkung verstärken kann.
3
Tierstudie (CBD schwächt alkoholbedingte Neurodegeneration ab)
Transdermal delivery of cannabidiol attenuates binge alcohol-induced neurodegeneration in a rodent model of an alcohol use disorder
Pharmacology Biochemistry and Behavior, 111:120 bis 127
PMID: 24012796 · PMCID: PMC4096899 · DOI: 10.1016/j.pbb.2013.08.013
Präklinische Studie zur neuroprotektiven Wirkung von Cannabidiol bei Alkoholmissbrauch im Rattenmodell. CBD wurde transdermal über die Haut appliziert. Die Neurodegeneration im Entorhinalkortex, einer für Gedächtnis und räumliche Orientierung wichtigen Hirnregion, sank in der Behandlungsgruppe um bis zu 48,8 Prozent. Vermutete Mechanismen sind die Hemmung der Neuroinflammation über CB2 Rezeptoren auf Immunzellen sowie die antioxidative Wirkung von CBD. Wissenschaftliche Grundlage für die im Artikel zitierte Studie aus dem Jahr 2013 zum Schutz vor alkoholinduzierter Neurodegeneration. Wichtige Einschränkung: Tierstudie, der Übertrag auf den Menschen ist nicht gesichert.
4
Tierstudie (CBD schützt Mäuseleber vor alkoholbedingter Steatose über antioxidative Wirkung und Autophagie)
Cannabidiol protects liver from binge alcohol-induced steatosis by mechanisms including inhibition of oxidative stress and increase in autophagy
Free Radical Biology and Medicine, 68:260 bis 267
PMID: 24398069 · PMCID: PMC4112960 · DOI: 10.1016/j.freeradbiomed.2013.12.026
Tierstudie zum Leberschutz durch Cannabidiol bei akutem Binge Drinking im Mausmodell. CBD reduzierte die alkoholbedingte Verfettung der Leber und die Lipidanreicherung deutlich. Identifizierte Mechanismen sind die antioxidative Wirkung von CBD, das freie Radikale aus dem Alkoholabbau abfängt, sowie die Förderung der Autophagie, also des zelleigenen Recyclingprozesses für geschädigte Strukturen. Wissenschaftliche Grundlage für die im Artikel zitierte Studie aus dem Jahr 2014 zum Leberschutz und für die These, dass CBD theoretisch auch zur Linderung von Katersymptomen beitragen könnte. Einschränkung: Tierstudie, der direkte Übertrag auf den Menschen erfordert weitere Forschung.
5
Tierstudie (CBD reduziert Rückfallrisiko bei alkoholabhängigen Ratten, Scripps Research Institute)
Unique treatment potential of cannabidiol for the prevention of relapse to drug use: preclinical proof of principle
Neuropsychopharmacology, 43(10):2036 bis 2045
PMID: 29686308 · PMCID: PMC6098033 · DOI: 10.1038/s41386-018-0050-8
Präklinische Studie am Scripps Research Institute zum Suchtpotenzial von Cannabidiol bei alkohol- und kokainabhängigen Ratten. Eine einzelne siebentägige Phase mit transdermaler CBD Gabe reduzierte sowohl die freiwillige Selbstverabreichung von Alkohol als auch die durch Stress oder Drogenkontext ausgelöste Rückfallneigung deutlich. Bemerkenswert: Der Effekt hielt bis zu fünf Monate nach der Behandlung an, obwohl CBD selbst nach wenigen Tagen wieder vollständig aus dem Körper verschwunden war. Vermutete Mechanismen sind eine Modulation von 5 HT1A Serotonin Rezeptoren und eine Hemmung der Stressantwort der Amygdala. Wissenschaftliche Grundlage für die Artikelpassage zu CBD bei Alkoholabhängigkeit und reduzierter Rückfallneigung im Tiermodell.
6
Humanstudie (CBD Inhalator reduziert Zigarettenkonsum um etwa 40 Prozent, University College London)
Cannabidiol reduces cigarette consumption in tobacco smokers: preliminary findings
Addictive Behaviors, 38(9):2433 bis 2436
PMID: 23685330 · DOI: 10.1016/j.addbeh.2013.03.011
Erste randomisierte placebokontrollierte Humanstudie zum Einfluss von Cannabidiol auf Tabakkonsum, durchgeführt von der Clinical Psychopharmacology Unit der University College London. 24 Raucher, die ihren Zigarettenkonsum reduzieren wollten, wurden zufällig einem CBD Inhalator oder einem Placeboinhalator für eine Woche zugeteilt mit der Anweisung, das Gerät zu benutzen, sobald sie eine Zigarette wollten. Die CBD Gruppe reduzierte ihren Zigarettenkonsum um durchschnittlich 40 Prozent, die Placebogruppe zeigte keine signifikante Veränderung. Hinweis auf einen substanzübergreifenden anti craving Mechanismus, der die im Artikel zitierte Aussage zur Tabakreduktion belegt und das Bild eines breiteren Suchtreduktionspotenzials von CBD stützt.
7
Übersichtsarbeit (Sicherheitsprofil von CBD, Wechselwirkungen über CYP3A4 und CYP2C19)
An Update on Safety and Side Effects of Cannabidiol: A Review of Clinical Data and Relevant Animal Studies
Cannabis and Cannabinoid Research, 2(1):139 bis 154
PMID: 28861514 · PMCID: PMC5569602 · DOI: 10.1089/can.2016.0034
Umfassender Sicherheitsreview zu Cannabidiol auf Basis klinischer und präklinischer Studien, mit besonderem Fokus auf Arzneimittelinteraktionen. Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen sind Müdigkeit, leichte Magen Darm Beschwerden sowie Veränderungen von Appetit und Gewicht und treten dosisabhängig auf. Die Übersicht weist explizit auf Wechselwirkungen über die Cytochrom P450 Enzyme der Leber hin, vor allem über CYP3A4 und CYP2C19, die für den Abbau zahlreicher Medikamente zuständig sind. Wissenschaftliche Grundlage für die Aussagen des Artikels zur additiven Sedierung mit Alkohol, zu typischen Nebenwirkungen und zur erforderlichen Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme verschreibungspflichtiger Medikamente.
Hinweis zur Forschungslage: Die Wechselwirkung von CBD und Alkohol ist beim Menschen wissenschaftlich noch wenig erforscht. Die wichtigste kontrollierte Humanstudie stammt aus dem Jahr 1979, eine moderne klinische Untersuchung an der Colorado State University läuft derzeit. Die im Artikel beschriebenen Schutzeffekte von CBD vor Neurodegeneration und Lebersteatose stammen aus Tierversuchen und sind nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragbar. CBD Produkte von CBDNOL sind keine Arzneimittel. Mehr zu unseren Standards lesen Sie auf der Seite zu Qualität und Produktion.


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