Wer einen Hund, eine Katze oder ein Pferd zu Hause hat, kennt das Gefühl, an Grenzen zu stoßen. Das Tier wird älter, leidet unter Gelenkschmerzen, gerät in Stress beim Tierarztbesuch oder zittert in der Silvesternacht im Flur. CBD wird in solchen Situationen immer öfter empfohlen, sowohl in Tierheilpraxen als auch in der klassischen Veterinärmedizin. Studien aus den letzten Jahren zeigen, dass Cannabidiol bei Tieren ähnliche Wege im Körper nutzt wie bei Menschen, aber jede Tierart reagiert anders. Dieser Beitrag fasst zusammen, was die Forschung zu CBD bei Hund, Katze und Pferd belegt, welche Dosierung Tierärzte heute als Ausgangspunkt empfehlen und welche Sicherheitsregeln Sie unbedingt kennen sollten.
Inhaltsverzeichnis
Wie CBD bei Tieren wirkt
Tiere besitzen, genau wie Menschen, ein Endocannabinoid System. Dieses Regulationsnetzwerk ist evolutionär uralt und in nahezu allen Wirbeltieren nachweisbar, von Hunden über Katzen, Pferde und Kaninchen bis hin zu Reptilien und Fischen.1 Es besteht aus körpereigenen Botenstoffen wie Anandamid und 2 AG, aus zwei Hauptrezeptoren namens CB1 und CB2 sowie aus Enzymen, die diese Botenstoffe aufbauen und wieder abbauen. Seine Aufgabe ist die Aufrechterhaltung der inneren Balance, der sogenannten Homöostase.
CB1 Rezeptoren liegen vor allem im Nervensystem und beeinflussen Stimmung, Schmerzwahrnehmung, Appetit und Bewegungsabläufe. CB2 Rezeptoren finden sich überwiegend auf Immunzellen und steuern Entzündungsprozesse. Wenn ein Tier dauerhaft Stress hat, an chronischen Schmerzen leidet oder eine Entzündung im Körper trägt, gerät dieses System häufig aus dem Gleichgewicht. Cannabidiol greift hier nicht direkt in die Rezeptoren ein, sondern moduliert das System indirekt. Es bremst den Abbau körpereigener Endocannabinoide und beeinflusst weitere Rezeptoren wie 5 HT1A für Serotonin oder TRPV1 für Schmerzreize.
Genau das ist der Grund, warum CBD nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Hunden und anderen Säugetieren beobachtbare Effekte zeigt. Die pharmakologischen Grundlagen sind übertragbar, die Dosierung und das Reaktionsmuster aber nicht. Eine Katze ist keine kleine Variante eines Hundes, und ein Pferd reagiert wieder ganz anders. Dazu gleich mehr.
Welche Tiere von CBD profitieren können
Hunde
Hunde sind die mit Abstand am besten untersuchte Tierart. Die meisten kontrollierten Studien zur Wirksamkeit von CBD im Veterinärbereich wurden an Hunden durchgeführt, meist im Zusammenhang mit Arthrose, Epilepsie oder Verhaltensauffälligkeiten. Die Verträglichkeit gilt nach aktuellem Stand als gut, sofern die Dosierung dem Körpergewicht angepasst und der THC Gehalt minimal ist. In US Befragungen unter Tierärzten und Tierhaltern werden Angst und Stress als die häufigsten Anwendungsgründe für CBD bei Hunden genannt, gefolgt von Schmerzen und altersbedingten Beschwerden.2
Katzen
Bei Katzen ist Vorsicht angebracht. Sie verstoffwechseln viele Substanzen langsamer als Hunde, weil ihre Leber bestimmte Enzyme nur eingeschränkt produziert. Vor allem der Abbau von Terpenen und THC verläuft bei Katzen so langsam, dass selbst kleine Mengen kritische Konzentrationen erreichen können. Aus diesem Grund sollten für Katzen ausschließlich CBD Öle verwendet werden, die explizit für Katzen entwickelt wurden, frei von ätherischen Ölen sind und einen extrem niedrigen THC Gehalt aufweisen. Reines Cannabidiol selbst wird in der Regel gut vertragen, sofern Sie mit sehr niedrigen Dosen beginnen.
Pferde
Pferde sind aufgrund ihres Gewichts ein eigenes Thema. Ein 500 Kilogramm schweres Pferd benötigt deutlich mehr Cannabidiol als ein zehn Kilogramm schwerer Hund, weshalb für Pferde meist hochkonzentrierte CBD Öle ab 30 Prozent Wirkstoffanteil eingesetzt werden. Die Anwendungsgebiete liegen vor allem bei Gelenkbeschwerden, im Sportbereich, bei nervösen Tieren und in der Rekonvaleszenz nach Verletzungen.
Kleinere Säugetiere und andere Arten
Auch Kaninchen, Meerschweinchen und kleinere Säugetiere besitzen ein Endocannabinoid System und können theoretisch von CBD profitieren. Die Studienlage ist hier allerdings dünn. Tierhalter berichten von positiven Erfahrungen, etwa bei Stresssituationen wie Umzügen oder beim Einzug neuer Tiere. Vorsichtige Dosierung und Rücksprache mit einem fachkundigen Tierarzt sind hier besonders wichtig.
Häufige Anwendungsgebiete
Stress und Angstzustände
Trennungsangst, Geräuschangst an Silvester oder bei Gewittern, Stress beim Tierarztbesuch oder im Auto. Genau das sind die Situationen, in denen Tierhalter am häufigsten zu CBD greifen. In Befragungen unter US Tierhaltern war die Reduktion von Angst der mit Abstand am häufigsten genannte Grund für die Anwendung.2 Die meisten Tiere wirken nach 30 bis 60 Minuten ruhiger, ohne dabei sediert oder benommen zu sein. Wichtig: CBD ersetzt keine ursachenbasierte Verhaltenstherapie, kann aber eine begleitende Stütze sein.
Arthrose und chronische Schmerzen
Ältere Hunde mit steifen Hüften, eine Katze mit Spondylose oder ein Pferd mit Strahlbein, das sind alles Krankheitsbilder, bei denen Schmerz und Bewegungseinschränkung den Alltag bestimmen. Eine kontrollierte klinische Studie der Cornell University untersuchte 22 Hunde mit Osteoarthrose und verabreichte zwei Milligramm Cannabidiol pro Kilogramm Körpergewicht zweimal täglich über vier Wochen. Die Schmerzwerte gemessen am Canine Brief Pain Inventory sanken signifikant, die Aktivität der Tiere stieg messbar an, und schwerwiegende Nebenwirkungen traten nicht auf.3 Diese Daten gehören zu den belastbarsten Beobachtungen zum schmerzlindernden Potenzial von CBD bei Tieren.
Epilepsie
Idiopathische Epilepsie zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen bei Hunden. In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie der Colorado State University erhielten Hunde mit therapieresistenter Epilepsie zusätzlich zu ihrer bestehenden Antiepileptika Therapie zweimal täglich Cannabidiol Öl. 89 Prozent der Tiere in der CBD Gruppe zeigten eine Verringerung der Anfallshäufigkeit, im Median sank die Anfallsfrequenz um etwa 33 Prozent. Plasmakonzentrationen von CBD korrelierten mit dem Behandlungseffekt.4 CBD ersetzt hier keine schulmedizinische Therapie, kann aber eine sinnvolle Ergänzung sein, besonders wenn klassische Medikamente nicht ausreichend wirken.
Entzündungen und Hautprobleme
Cannabidiol wirkt über CB2 Rezeptoren auf Immunzellen und reduziert dort die Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe wie TNF alpha, Interleukin 1 beta und Interleukin 6.5 Da diese Rezeptoren bei Säugetieren weitgehend identisch verteilt sind, lassen sich entzündungshemmende Effekte aus Humanstudien grundsätzlich auch auf Hund und Katze übertragen. Berichtet wird unter anderem von Erfolgen bei chronischen Hautirritationen, allergischen Hautreaktionen und entzündlichen Magen Darm Erkrankungen. Klinische Belege im Veterinärbereich sind hier allerdings noch begrenzt.
„Tiere sprechen oft schneller auf CBD an als Menschen, weil ihr Stoffwechsel kompakter und ihr Endocannabinoid System genauso reaktiv ist. Was zählt, ist die richtige Dosis für die jeweilige Tierart und ein Produkt, das ohne THC, Aromen und ungeeignete Trägeröle auskommt. Dann ist Cannabidiol für viele Halter ein wertvoller Begleiter im Alltag, gerade in der zweiten Lebenshälfte des Tieres."
Dosierung von CBD für Tiere
Die richtige Dosis hängt vom Körpergewicht, von der Tierart und vom Anwendungsgrund ab. Tierärztliche Erfahrungswerte und kontrollierte Studien deuten auf einen Bereich von etwa 0,1 bis 2 Milligramm Cannabidiol pro Kilogramm Körpergewicht zweimal täglich hin. Beginnen Sie immer mit der niedrigsten Dosis und steigern Sie langsam, bis sich der gewünschte Effekt einstellt.
Die folgende Übersicht orientiert sich an einem fünfprozentigen CBD Öl für Tiere, in dem ein Tropfen rund 1,7 Milligramm Cannabidiol enthält. Die Werte sind als grobe Orientierung zu verstehen, nicht als verbindliche Verordnung.
| Körpergewicht | Einstiegsdosis (2x täglich) | Standardbereich (2x täglich) | Bei stärkeren Beschwerden |
|---|---|---|---|
| bis 5 kg (z. B. Katze, kleiner Hund) | 1 Tropfen | 1 bis 2 Tropfen | 2 bis 3 Tropfen |
| 5 bis 10 kg | 1 bis 2 Tropfen | 2 bis 4 Tropfen | 4 bis 6 Tropfen |
| 10 bis 25 kg | 2 bis 3 Tropfen | 3 bis 6 Tropfen | 6 bis 10 Tropfen |
| 25 bis 50 kg | 3 bis 5 Tropfen | 5 bis 10 Tropfen | 10 bis 15 Tropfen |
| über 50 kg (große Hunde) | 5 bis 7 Tropfen | 8 bis 14 Tropfen | 15 bis 20 Tropfen |
| Pferd ab 400 kg | eigenes Hochdosis Öl (30 % oder höher), Dosierung nach Herstellerempfehlung | ||
Geben Sie das Öl bei Hunden direkt ins Maul, idealerweise auf die Schleimhaut der Wange. Bei Katzen funktioniert oft der Trick, das Öl auf die Pfote zu tropfen, damit es beim Putzen aufgenommen wird. Bei Pferden lässt sich das Öl meistens problemlos unter ein Stück Apfel oder ins Mash mischen. Beobachten Sie Ihr Tier in den ersten Tagen aufmerksam und passen Sie die Dosis schrittweise an.
Das gesamte Sortiment finden Sie in unserer Kollektion CBD für Tiere. Für Pferde gibt es eigene hochkonzentrierte Öle.
Warum THC für Tiere problematisch ist
Tetrahydrocannabinol, das psychoaktive Cannabinoid in Cannabis, verhält sich bei Tieren grundlegend anders als beim Menschen. Eine retrospektive Auswertung von 125 Hunden mit dokumentierter Marihuana Vergiftung in Colorado zeigte, wie weit die Reaktion gehen kann: Ataxie, Hypersalivation, Inkontinenz, Hypothermie, Bradykardie und in schweren Fällen auch Bewusstseinsstörungen. Die Studienautoren wiesen darauf hin, dass die Vergiftungen mit der Legalisierung medizinischer Cannabisprodukte deutlich häufiger wurden.6 Hunde haben außerdem eine höhere Dichte an CB1 Rezeptoren im Stammhirn, was die typischen Symptome wie statisches Stehen mit Tropfharnabgang erklärt.
Qualitätsmerkmale guter CBD Produkte für Tiere
Der Markt ist groß, die Unterschiede sind erheblich. Worauf Sie achten sollten:
- Speziell für Tiere formulierte Rezeptur ohne Aromen, Süßstoffe und ätherische Öle
- Bio Hanf aus zertifiziertem EU Anbau, idealerweise aus Österreich, Deutschland oder der Schweiz
- Schonende CO2 Extraktion, die das Cannabinoid Spektrum erhält
- Trägeröl in Lebensmittelqualität, meist Hanfsamenöl oder MCT Öl aus Kokos
- THC Gehalt unter 0,2 Prozent, klar deklariert auf jeder Flasche
- Unabhängige Laboranalyse pro Charge mit vollständigem Cannabinoid Profil
- Frei von Schwermetallen, Pestiziden und mikrobiellen Verunreinigungen, dokumentiert
- Transparente Herkunftsangabe und nachvollziehbare Produktion
CBDNOL veröffentlicht für jede Charge unabhängige Laborberichte, sodass Sie Reinheit und Wirkstoffgehalt jederzeit selbst überprüfen können. In der Regel sind die typischen Nebenwirkungen von Cannabidiol gering und dosisabhängig. Berichtet werden vor allem Müdigkeit, leichte Magen Darm Beschwerden oder vorübergehender Durchfall, die in der Mehrzahl der Fälle nach Reduktion der Dosis verschwinden.7
Wann der Tierarzt einbezogen werden sollte
CBD ist für viele Tiere ein sinnvolles begleitendes Mittel, ersetzt aber keine veterinärmedizinische Diagnostik. Bevor Sie mit der Anwendung beginnen, sollten Sie unbedingt mit dem behandelnden Tierarzt sprechen, wenn Ihr Tier in eine der folgenden Kategorien fällt:
- Bestehende Diagnose Epilepsie, Krebs, Lebererkrankung oder Nierenerkrankung
- Dauermedikation mit Antiepileptika, Schmerzmitteln, Beruhigungsmitteln oder Immunsuppressiva, weil Cannabidiol die Aktivität bestimmter Leberenzyme beeinflusst und die Wirkspiegel anderer Medikamente verändern kann
- Trächtigkeit oder Säugezeit
- Sehr junge oder sehr alte Tiere mit eingeschränkter Stoffwechselleistung
- Akute Symptome wie Krampfanfälle, plötzliche Lähmungen, blutiger Durchfall oder unklarer starker Schmerz
Tierärzte stehen CBD inzwischen deutlich offener gegenüber als noch vor einigen Jahren, vor allem in der ergänzenden Schmerztherapie und bei Verhaltensthemen.2 Sprechen Sie offen über Ihre Pläne und tauschen Sie auch Laborberichte des verwendeten Produkts mit der Praxis aus, das schafft Vertrauen und Sicherheit.
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Häufige Fragen zu CBD für Tiere
Wie unterscheidet sich CBD für Katzen von CBD für Hunde?
Katzen verstoffwechseln Substanzen anders als Hunde. Vor allem Terpene und THC werden bei ihnen viel langsamer abgebaut, weshalb für Katzen ausschließlich CBD Öle verwendet werden sollten, die frei von ätherischen Ölen, Aromen und Pflanzenextrakten sind, mit minimalem oder keinem THC Anteil. Die Dosierung liegt bei Katzen meist niedriger als bei Hunden, oft im Bereich von 0,25 bis 1 Milligramm Cannabidiol pro Kilogramm Körpergewicht. Für Hunde sind Vollspektrum oder Breitspektrum Öle in der Regel unproblematisch, sofern der THC Gehalt unter 0,2 Prozent bleibt.
Wie schnell wirkt CBD bei Tieren?
Bei direkter Aufnahme über die Mundschleimhaut tritt eine erste beruhigende Wirkung meist nach 20 bis 45 Minuten ein, mit einem Wirkmaximum nach etwa einer bis zwei Stunden. Wird das Öl ins Futter gemischt, dauert es in der Regel länger, weil die Aufnahme über den Magen Darm Trakt langsamer erfolgt. Die Wirkdauer liegt bei den meisten Tieren zwischen vier und acht Stunden. Bei chronischen Beschwerden wie Arthrose zeigt sich der volle Effekt oft erst nach zwei bis drei Wochen kontinuierlicher Anwendung.
Kann ich meinem Tier ein CBD Öl für Menschen geben?
Davon ist klar abzuraten. CBD Öle für Menschen enthalten häufig ätherische Öle, Aromen oder Süßstoffe, die für Tiere ungeeignet oder sogar gefährlich sein können. Xylit etwa ist für Hunde lebensbedrohlich. Auch der THC Gehalt ist in einigen Humanprodukten höher angesetzt, was bei Tieren zu Vergiftungssymptomen führen kann. Tierprodukte sind speziell auf die Verträglichkeit, Geschmack und das Sicherheitsprofil von Hund, Katze oder Pferd abgestimmt.
Wie erkenne ich, dass die Dosierung stimmt?
Die richtige Dosis zeigt sich darin, dass das gewünschte Verhalten oder die Beschwerde messbar besser wird, ohne dass Ihr Tier auffällig müde, träge oder desinteressiert wirkt. Wenn Ihr Hund oder Ihre Katze nach der Gabe ungewöhnlich schläfrig wird, häufig erbricht oder Durchfall bekommt, ist die Dosis vermutlich zu hoch. Reduzieren Sie sie um ein bis zwei Tropfen und beobachten Sie weiter. Zeigt sich nach sieben bis zehn Tagen kein Effekt, können Sie die Dosis vorsichtig steigern. Ein einfaches Tagebuch mit Datum, Uhrzeit, Dosis und Beobachtungen hilft dabei, die optimale Menge zu finden.
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