Was Hunde, Katzen und Pferde in handelsüblichem Fertigfutter oft nicht bekommen, steckt in der Hanfpflanze von Natur aus drin: ein ausgewogenes Spektrum an Fettsäuren, Aminosäuren, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen. Hinzu kommt CBD Öl als pflanzliche Begleitung, dessen Wirkung auf das körpereigene Endocannabinoid-System inzwischen auch in der Tiermedizin wissenschaftlich untersucht wird. Dieser Artikel erklärt, was hinter Hanfprotein und Hanföl für Tiere steckt, für welche Situationen sich beides eignet und worauf es bei der Anwendung ankommt.
Inhaltsverzeichnis
Was steckt im Hanfprotein für Tiere?
In handelsüblichen Fertigfuttermitteln werden Nährstoffe häufig synthetisch zugesetzt. Der Körper von Tier und Mensch nimmt natürliche und synthetische Verbindungen jedoch unterschiedlich auf. Hanfprotein liefert das Nährstoffspektrum in seiner natürlichen Zusammensetzung: Das Gleichgewicht aus Omega-3-, Omega-6- und Omega-9-Fettsäuren im Hanfsamen entspricht in etwa dem, was Tierernährungsexperten für eine optimale Verwertbarkeit empfehlen.2
Omega 3, 6 & 9
Im natürlichen Gleichgewicht. Unterstützt Haut, Fell und Herz-Kreislauf.
Essenzielle Aminosäuren
Alle acht essenziellen Aminosäuren für Muskeln und Nerven.
Zink & Magnesium
Versorgen Immun- und Nervensystem, hemmen Gefäßablagerungen.
B-Vitamine
Schützen das Nervensystem und helfen, Entzündungsprozesse einzudämmen.
Antioxidantien
Binden freie Radikale, damit der Körper sich auf Regeneration konzentrieren kann.
Ballaststoffe
Fördern eine gesunde Verdauung und stabilen Blutzuckerspiegel.
Hanfprotein lässt sich problemlos allen Tierarten und Gewichtsklassen als Futterbeigabe verabreichen, vom Hamster bis zum Pferd. Wer es regelmäßig einsetzt, kann in vielen Fällen auf zusätzliche Mineralfutter verzichten, da Hanf das benötigte Mikronährstoffspektrum bereits von Natur aus liefert.
Das Endocannabinoid-System bei Tieren
Alle Wirbeltiere besitzen ein Endocannabinoid-System (ECS): ein Netzwerk aus Rezeptoren, das Schmerz, Stress, Schlaf, Immunfunktion und Appetit reguliert. CB1-Rezeptoren sitzen hauptsächlich im Nervensystem, CB2-Rezeptoren überwiegend im Immunsystem. Die Struktur dieser Rezeptoren ist bei Hunden, Katzen und Menschen so ähnlich, dass CBD bei Säugetieren vergleichbare Wirkprofile zeigt.1
Hunde haben im Vergleich zu anderen Tierarten besonders viele Cannabinoidrezeptoren im Hirnstamm und Kleinhirn, was sie generell empfindlich gegenüber Cannabinoiden macht. Für Katzen gilt Ähnliches: Ihr ECS ist funktionsfähig, ihr Enzymsystem zur Metabolisierung aber etwas anders aufgestellt als bei Hunden oder Menschen. Das ist der Grund, warum CBD Öl für Katzen grundsätzlich frei von THC und Terpenen sein muss.
„Hanf für Tiere kann die natürliche Ernährung und das Wohlbefinden unserer Vierbeiner unterstützen: Hanfprotein liefert essenzielle Nährstoffe in natürlicher Zusammensetzung, Hanföl und CBD sprechen das körpereigene Endocannabinoid-System an. Beide Ansätze ergänzen sich, ersetzen aber keine tierärztliche Behandlung."
CBDNOL Bio CBD Öl für Tiere
Ohne THC, ohne Terpene. Aus EU-zertifiziertem Bio-Nutzhanf, laborgeprüft. Für kleine und große Tiere geeignet, ins Futter mischbar.
Zum ProduktWofür wird Hanföl und CBD Öl bei Tieren eingesetzt?
Schmerzen und Entzündungen
Chronische Gelenkbeschwerden wie Arthrose betreffen besonders ältere Hunde und Pferde. In einer kontrollierten klinischen Studie der Cornell University wurde CBD Hunden mit Arthrose zweimal täglich verabreicht. Der Befund: signifikante Schmerzreduktion und deutlich verbesserte Mobilität ohne relevante Nebenwirkungen.3 Kranke Tiere, die sich zurückziehen und kaum noch fressen, zeigten nach CBD-Gabe oft wieder mehr Aktivität und gesteigerten Appetit.
Stress und Trennungsangst
Viele Hunde und Katzen leiden darunter, wenn ihre Bezugsperson das Haus verlässt. Hunde bellen stundenlang, Katzen schreien oder werden destruktiv. Eine neuere Studie mit kontrolliertem Design untersuchte CBD bei Trennungsstress und Autofahrten: Eine Einzeldosis führte zu signifikant niedrigerem Cortisolspiegel und entspannterem Verhalten im Vergleich zur Placebogruppe.5
Epilepsie
Immer mehr Hunde und Katzen leiden an Epilepsie. Die erste randomisierte, verblindete und placebokontrollierte Studie zu CBD bei Hunden mit therapieresistenter idiopathischer Epilepsie zeigte eine durchschnittliche Reduktion der Anfallshäufigkeit um 33 Prozent gegenüber der Placebogruppe. Die Ergebnisse legen nahe, dass CBD bei bestimmten epileptischen Formen einen ergänzenden Nutzen haben kann.4
Haut und Fell
Omega-Fettsäuren aus Hanföl können Ekzeme und entzündliche Hautstellen lindern, indem sie Entzündungsmediatoren modulieren. Ergänzend gibt es erste klinische Belege aus der Tiermedizin: In einer randomisierten Studie mit Hunden, die an atopischer Dermatitis litten, reduzierte CBD-Öl den Juckreiz (Pruritus) signifikant.6 Viele Tierbesitzer berichten von dichterem, glänzenderem Fell nach regelmäßiger Hanföl-Beigabe ins Futter.
Hanfprotein vs. Hanföl: Was ist der Unterschied?
Die Begriffe werden im Alltag oft durcheinandergebracht. Hanfprotein, Hanföl und CBD Öl kommen alle aus der Hanfpflanze, sind aber unterschiedliche Produkte mit unterschiedlichen Einsatzgebieten:
| Produkt | Herkunft | Hauptnutzen für Tiere | CBD enthalten? |
|---|---|---|---|
| Hanfprotein | Gepresste Hanfsamen | Nährstoffergänzung (Eiweiß, Fettsäuren, Mineralien) | Nein |
| Hanfsamenöl | Kaltgepresste Hanfsamen | Omega-Fettsäuren für Haut, Fell und Stoffwechsel | Spuren, wenn überhaupt |
| CBD Öl für Tiere | Extrakt aus Blüten/Blättern + Trägeröl | ECS-Unterstützung bei Stress, Schmerzen, Epilepsie | Ja, gezielt dosiert |
Hanfprotein und Hanfsamenöl sind Nahrungsergänzungsmittel im klassischen Sinne, ähnlich wie ein Lachsöl-Supplement. CBD Öl für Tiere spricht gezielt das Endocannabinoid-System an und eignet sich als Begleitung bei konkreten Beschwerden. Beide Ansätze lassen sich kombinieren, schließen sich aber nicht gegenseitig aus.
Dosierung: Wie viel CBD Öl für mein Tier?
Eine standardisierte Dosierung gibt es nicht. In klinischen Studien wurden zwischen 1 und 4,5 mg CBD pro Kilogramm Körpergewicht zweimal täglich eingesetzt. Das Grundprinzip ist immer dasselbe: niedrig starten, Reaktion beobachten, bei Bedarf schrittweise steigern.7
| Tier | Körpergewicht | Starteinstieg | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Kleine Hunde / Katzen | 4 bis 12 kg | 1 bis 2 Tropfen täglich | Für Katzen: nur terpenfreies, THC-freies Produkt |
| Mittlere Hunde | 12 bis 30 kg | 2 bis 4 Tropfen täglich | Einstieg über 4 bis 5 Tage beibeihalten |
| Große Hunde | über 30 kg | 4 bis 6 Tropfen täglich | Bei Medikamentengabe Tierarzt konsultieren |
| Pferde | bis 600 kg | 5 bis 10 Tropfen täglich | Trotz hohem Gewicht oft niedrige Dosis ausreichend |
Die einfachste Methode der Verabreichung ist das Mischen ins Futter oder das Auftropfen auf ein Leckerli. Manche Tiere nehmen die Tropfen auch direkt aus der Pipette an. Sollte ein Tier den Geschmack ablehnen, hilft das Mischen mit einem stark riechenden Futtermittel, etwa Leberwurst oder feuchtem Nassfutter.
Tipps zur sicheren Anwendung
In diesen Situationen vorher den Tierarzt fragen
- Das Tier ist trächtig oder säugt
- Es nimmt Medikamente, die über die Leber abgebaut werden
- Es bestehen bekannte Unverträglichkeiten gegenüber Hanf
- Es handelt sich um ein sehr junges Tier unter sechs Monaten
Eine aktuelle 12-wöchige Sicherheitsstudie zu CBD-Produkten bei gesunden Hunden bestätigte: Alle berichteten Reaktionen waren mild und selbstlimitierend. Blutbild, Organwerte und Verhalten blieben klinisch unauffällig.7 Das gilt jedoch für Produkte mit geprüfter Zusammensetzung. Menschliche CBD-Vollspektrumöle gehören ausdrücklich nicht in den Fressnapf von Katzen oder kleinen Hunden.
Weiterführende Informationen zu spezifischen Tierarten finden Sie in unseren Beiträgen CBD für Tiere: Wirkung, Studien und Dosierung sowie CBD für Ihren Hund und CBD für Pferde.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Hanfprotein liefert Omega-Fettsäuren, essenzielle Aminosäuren, Mineralien und Vitamine in natürlicher Zusammensetzung und eignet sich als tägliche Futterergänzung für alle Tierarten.
- Alle Säugetiere besitzen ein Endocannabinoid-System. CBD wirkt bei Hunden, Katzen und Pferden über denselben Mechanismus wie beim Menschen.
- Klinische Studien zeigen positive Effekte von CBD bei Arthroseschmerzen, epileptischen Anfällen, Trennungsstress und Hauterkrankungen bei Hunden.
- Für Katzen gilt: Nur speziell formulierte Produkte ohne THC und Terpene verwenden, da ihr Enzymsystem diese Stoffe nicht ausreichend abbauen kann.
- Immer niedrig einsteigen, die Reaktion des Tiers beobachten und bei Medikamentengabe oder Erkrankungen vorab den Tierarzt einbeziehen.
Häufige Fragen
Wie dosiere ich CBD Öl für meinen Hund oder meine Katze?
Den richtigen Einstieg finden Sie am sichersten, indem Sie mit einer kleinen Menge beginnen: für kleine Hunde und Katzen zwischen 4 und 12 kg etwa 1 bis 2 Tropfen täglich, für mittlere Hunde bis 30 kg 2 bis 4 Tropfen. Beobachten Sie vier bis fünf Tage, wie Ihr Tier reagiert, bevor Sie die Dosis erhöhen.
Allgemein wurden in klinischen Studien zwischen 1 und 4,5 mg CBD pro Kilogramm Körpergewicht täglich eingesetzt. Diese Werte sind jedoch Richtwerte, da jedes Tier individuell reagiert. Wenn Ihr Tier Medikamente erhält, sprechen Sie die CBD-Gabe vorher mit dem Tierarzt ab, da Wechselwirkungen möglich sind.
Was ist der Unterschied zwischen Hanfprotein und CBD Öl für Tiere?
Hanfprotein wird aus den Samen der Hanfpflanze gewonnen und enthält kein oder kaum CBD. Es ist ein pflanzliches Nahrungsergänzungsmittel, das Aminosäuren, Fettsäuren, Mineralien und Vitamine in natürlicher Zusammensetzung liefert. Es eignet sich als tägliche Beigabe ins Futter für alle Tiere.
CBD Öl für Tiere enthält gezielt Cannabidiol, das aus den Blüten und Blättern der Hanfpflanze extrahiert und in einem Trägeröl gelöst wird. Es spricht das Endocannabinoid-System an und wird bei konkreten Beschwerden wie Stress, Schmerzen oder Hautproblemen eingesetzt. Beide Produkte ergänzen sich gut, verfolgen aber unterschiedliche Ziele.
Warum darf CBD Öl für Katzen kein THC und keine Terpene enthalten?
Katzen besitzen ein anderes Enzymsystem als Hunde und Menschen. Ihnen fehlen bestimmte Leberenzyme (CYP450), die für den Abbau von Terpenen und THC zuständig sind. Das bedeutet, dass sich diese Stoffe im Körper der Katze anreichern können, anstatt normal ausgeschieden zu werden. Das Ergebnis kann bei regelmäßiger Gabe zu einer schleichenden Vergiftung bis hin zu Leberversagen führen.
Deshalb gibt es für Katzen speziell formulierte CBD Isolat-Öle ohne Terpene und mit null Prozent THC. Verwenden Sie niemals Ihr persönliches CBD Vollspektrum-Öl bei Ihrer Katze, auch wenn der THC-Gehalt für Menschen legal und harmlos ist.
Kann ich meinem Tier einfach mein eigenes CBD Öl geben?
Für Hunde und Pferde ist das bei THC-Gehalten unter 0,2 Prozent in der Regel unproblematisch, aber nicht ideal. Produkte für Menschen sind auf das menschliche Körpergewicht und das menschliche Enzymsystem ausgelegt. Speziell für Tiere entwickelte CBD Öle sind in der Konzentration, dem Trägeröl und der Zusammensetzung auf die Bedürfnisse von Haustieren abgestimmt und erleichtern die genaue Dosierung nach Körpergewicht erheblich.
Für Katzen gilt ohne Einschränkung: kein menschliches CBD Öl. Vollspektrum-Öle mit Terpenen sind für Katzen ungeeignet und können ernsthaften Schaden anrichten. Verwenden Sie ausschließlich ein terpenfreies, THC-freies Produkt, das explizit für Katzen entwickelt wurde.
Quellen & Studien 7 Quellen
The Endocannabinoid System of Animals
Animals (Basel), 9(9), 686
PMC: PMC6770351
Quelle ansehen (PMC)Nutrient profile, amino acid digestibility, true metabolizable energy, and indispensable amino acid scoring of whole hemp seeds for use in canine and feline diets
Journal of Animal Science, 101, skad124
PMID: 37097066
Quelle ansehen (PubMed)Pharmacokinetics, Safety, and Clinical Efficacy of Cannabidiol Treatment in Osteoarthritic Dogs
Frontiers in Veterinary Science, 5, 165
PMC: PMC5946430
Quelle ansehen (PMC)Randomized blinded controlled clinical trial to assess the effect of oral cannabidiol administration on seizure frequency in dogs with intractable idiopathic epilepsy
Journal of the American Veterinary Medical Association, 254(11), 1301–1308
PMID: 31067185
Quelle ansehen (PubMed)A single dose of cannabidiol (CBD) positively influences measures of stress in dogs during separation and car travel
Frontiers in Veterinary Science, 10, 1112604
PMID: 36908527
Quelle ansehen (PubMed)The effect of a mixed cannabidiol and cannabidiolic acid based oil on client-owned dogs with atopic dermatitis
Veterinary Dermatology, 33(4), 329–e77
PMID: 35644533
Quelle ansehen (PubMed)Safety study of cannabidiol products in healthy dogs
Frontiers in Veterinary Science, 11, 1349590
DOI: 10.3389/fvets.2024.1349590
Quelle ansehen (Frontiers)
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