Plastik, Öl, Papier, Lebensmittel, Kleidung, Biotreibstoff: Das sind nur eine Handvoll von Produkten, die aus der vielfältigen Hanfpflanze gewonnen werden können. In diesem Artikel wagen wir einen Blick in die Geschichte der wahrscheinlich ältesten Nutzpflanze der Menschheit.
Hanf in der Antike
Seit fast 10.000 Jahren spielt Hanf eine bedeutende Rolle in der Evolution des Menschen – viele Historiker sehen im Anbau der Hanfpflanze sogar einen der Hauptgründe für die Entwicklung moderner Zivilisationen. Die ersten archäologischen Beweise für die Verwendung von Hanf reichen bis 8.000 v. Chr. zurück: In Taiwan fanden Forscher Tonscherben mit zierenden Hanfschnüren. In Mesopotamien (heute Iran und Irak) entdeckten Archäologen in einem ähnlichen Zeitraum Spuren von Hanftüchern.
Die ersten 4.000 Jahre der Hanfnutzung beschränkten sich fast ausschließlich auf China und Teile des Nahen Ostens – bis die Pflanze schließlich den Weg nach Indien fand. Im alten China (ca. 6.000 v. Chr.) nutzten die Menschen zum Beispiel Hanfsamen und Hanföl als Nahrungsquelle, stellten Textilien aus Hanf her und verwendeten Hanf in der Kriegsführung (Bogensehnen aus Hanf). Außerdem erfanden die Chinesen das erste Papier, ebenfalls auf Hanfbasis.
Der Westen entdeckt den Hanf
Von China und dem Nahen Osten schwappte der Rohstoff Hanf nach Europa: Im Jahr 1455 druckte Gutenberg seine erste Bibel auf Hanfpapier. 1492 entdeckte Kolumbus Amerika und nutzte dabei Schiffe, deren Segeltücher und Tauwerke aus Hanf bestanden. So brachte Kolumbus den Hanf nach Amerika – die amerikanische Unabhängigkeitserklärung 1776 wurde auf Hanfpapier geschrieben. Genauso wie die ersten Entwürfe der amerikanischen Verfassung. 1870 produzierte der nach Amerika ausgewanderte Levi Strauss die erste Jeans – natürlich aus Hanf.
Im 17. Jahrhunderte erlebte Hanf in Europa seinen vorläufigen Höhepunkt. Vor allem in der Seefahrt war Hanf nicht mehr wegzudenken: Von den Schiffsegeln über das Takelwerk bis zu den Seilen, Netzen, Flaggen und Uniformen – alles bestand aus Hanf! Für die Grundausstattung benötigte ein Schiff alle zwei Jahre etwa 50 bis 100 Tonnen Hanffasern. Bis ins 18. Jahrhundert gehörten Hanffasern neben Flachs, Nessel und Wolle zu den wichtigsten Rohstoffen der europäischen Textilindustrie.
Mit der Industrialisierung verlor Hanf an Bedeutung. Das Problem? Hanf konnte man zur damaligen Zeit nicht maschinell verarbeiten. Hanf war mühsame Handarbeit! Die Menschen entdeckten Rohstoffe, die billiger eingekauft und kostengünstiger weiterverarbeitet werden konnten – zum Beispiel Baumwolle. Baumwollmaschinen ("Cotton-Gin") konnten Baumwolle bereits Anfang des 18.Jahrhunderts industriell verarbeiteten.
Deshalb revolutionierte Baumwolle die Textilienherstellung. Auch Jute-Faser lief Hanf den Rang ab – es wurde in Indien zu Hungerlöhnen produziert und nach Europa importiert. Sogar die Papierindustrie fand einen billigeren Rohstoff als Hanf: Das massenhaft verfügbare Holz dichter Wälder.
“Von den Tonschnüren im alten Taiwan bis zu modernen Nachbau-Modellen zeigt die Geschichte der Hanfpflanze: Ihre Nutzung über Jahrtausende hinweg macht Hanf zu einem faszinierenden Bindeglied zwischen Kultur, Technik und Natur.”
Christian Eckmair
Auferstehung, Verbot & Verteufelung
Erst 1938 wurde die erste automatische Hanfschälmaschine vorgestellt. Hanf erlebte einen Aufschwung, doch führende amerikanische Industrielle (allen voran William Randolph Hearst) fürchteten um ihr Monopol und initiierten eine wahre Hetze gegen das zuvor als „grünes Gold“ verehrte Hanf. Diese Hetzkampagne mündete zunächst in einer Hanfsteuer, dann in einem Hanfanbauverbot. Gleichzeitig verlor Cannabis durch die Fortschritte der Pharmaindustrie seine führende Stellung als Medikament. In Europa waren bis 1950 über 100 Cannabismedikamente verfügbar – unter anderem um Krämpfe, Asthma, Schlafstörungen, Schmerzen, Depressionen und Appetitlosigkeit zu behandeln.
Infolge der US-amerikanischen Marihuana-Prohibition geriet Hanf auf der ganzen Welt in Verruf – viele Länder verboten selbst Nutzhanf. Erst in den 90er Jahren lockerten viele Länder das Anbauverbot für Nutzhanf – und neue Hanfprodukte eroberten neue Märkte. Unter anderem wurden die Hanfsamen in den 90er Jahren wiederentdeckt und geschälte Hanfsamen verkauft.
Übrigens: Viele Länder nahmen das Hanfverbot zwischenzeitlich bereits im zweiten Weltkrieg zurück – denn die Soldaten benötigten die strapazierfähigen Uniformen aus Hanf. Im Deutschen Reich wurde 1942 zum Beispiel die "lustige Hanffibel" veröffentlicht, um für den Hanfanbau zu werben. Nach dem zweiten Weltkrieg setzte man den „Kampf gegen Hanf“ trotzdem weiter fort.
Hanf in der Neuzeit
Heutzutage erlebt Hanf einen wahren Boom. In Europa waren es vor allem die Niederländer, die erste Versuche der Entkriminalisierung von Cannabis unternahmen – heute sind die Coffeeshops in Amsterdam legendär und ein Highlight für Touristen aus aller Welt. Viele Länder haben Cannabis zumindest teilweise (zum Beispiel für medizinische Zwecke) legalisiert – zum Beispiel Israel, Deutschland, Dänemark, Südafrika, Mexiko oder Luxemburg. In Uruguay und Kanada ist Cannabis für Erwachsene vollständig legalisiert, genauso wie in vielen US-amerikanischen Staaten. In Ländern wie Portugal, Spanien, Belgien oder Ägypten ist der Besitz kleiner Hanfmengen legal und der Anbau von Pflanzen wird weniger verfolgt.
Was bringt die Zukunft? Vermutlich setzt die wahrscheinlich älteste Nutzpflanze der Welt ihren globalen Siegeszug weiter fort und findet den Weg zurück in die breite Gesellschaft. Vor allem CBD erobert immer mehr Länder. Wie THC stammt CBD aus der Hanfpflanze – wirkt im Gegensatz zu THC jedoch nicht psychoaktiv. Deshalb gilt CBD in Deutschland offiziell als Nahrungsergänzungsmittel. Wer CBD einmal ausprobieren möchte und hochwertige CBD-Produkte sucht, wird im Shop von CBDNOL garantiert fündig. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Archäologische Funde belegen die Nutzung von Hanf bereits um 8.000 v. Chr. in Taiwan und frühen Kulturen Chinas.
In der Antike wurde Hanf u. a. in China zur Herstellung von Papier, Textilien und Öl verwendet — was seine technologische Bedeutung unterstreicht.
Mit der Ausbreitung über Indien, den Nahen Osten und später Europa spielte Hanf über Jahrtausende hinweg eine zentrale Rolle als Rohstoffpflanze
Der Artikel zeigt auf, dass Hanf im Laufe der Neuzeit erneut an Bedeutung gewann – sowohl in Industrie, Landwirtschaft als auch in kultureller Wahrnehmung.
Quellen und Studien – Die Geschichte des Hanfs: Von der Antike bis zur Neuzeit
Hanf in der Antike (8.000 v. Chr. – 500 n. Chr.)
1
Ren, M. et al. (2019).
The Origins of Cannabis Smoking: Chemical Residue Evidence from the First Millennium BCE in the Pamirs.
Science Advances. 5(6):eaaw1391.
Archäologische Studie: Chemische Analysen von 2.500 Jahre alten Räuchergefäßen aus dem Jirzankal-Friedhof in den Pamir-Bergen (Westchina) liefern den ältesten eindeutigen Nachweis für die Nutzung von Cannabis mit hohem THC-Gehalt zu rituellen/psychoaktiven Zwecken.
Cannabis in Chinese Medicine: Are Some Traditional Indications Referenced in Ancient Literature Related to Cannabinoids?
Frontiers in Pharmacology. 8:108. PMCID: PMC5345167.
Historische Analyse: Cannabis sativa wurde in China seit Jahrtausenden für Fasern, Nahrung und Medizin kultiviert. Hanfsamen werden seit mindestens 1.800 Jahren in der chinesischen Medizin verwendet. Das antike China gilt als eines der ältesten Zentren des Hanfanbaus.
The Great Book of Hemp: The Complete Guide to the Environmental, Commercial, and Medicinal Uses of the World's Most Extraordinary Plant.
Park Street Press, Vermont.
Umfassendes Standardwerk: Dokumentiert einen 12.000 Jahre alten neolithischen Fundort in Yuan-Shan (Taiwan) mit Keramik, die Hanfschnur-Abdrücke aufweist, sowie stabförmige Steinwerkzeuge zum Bearbeiten von Hanffasern – einer der ältesten Belege menschlicher Hanfnutzung.
Historisches Standardwerk: Dokumentiert, dass das Weben von Hanffasern als Industrie vor etwa 10.000 Jahren begann – ungefähr zur gleichen Zeit wie die Töpferei und vor der Metallverarbeitung. Hanf war eine der ersten domestizierten Kulturpflanzen der Menschheit.
Zusammenfassung archäologischer Funde: Hanffaser-Abdrücke auf Yangshao-Kultur-Keramik aus dem 5. Jahrtausend v. Chr. in China. Archäologische Funde auf den Oki-Inseln (Japan) mit Hanfsamen datiert auf ca. 8.000 v. Chr. In Korea wurden Hanftextilien bis 3.000 v. Chr. zurückdatiert.
Historische Dokumentation: 1456 druckte Johannes Gutenberg seine „42-zeilige Bibel" auf Hanfpapier. 1492 segelte Christoph Kolumbus mit Schiffen nach Amerika, die mit 80 Tonnen Hanfsegeln und -seilen ausgestattet waren.
Dokumentiert die ältesten europäischen Hanffunde (ca. 5.500 Jahre alt) aus dem Raum Eisenberg (Thüringen). Herodot (450 v. Chr.) erwähnt Hanfkleidung. Plinius der Ältere und Pedanios Dioskurides berichten über medizinische Anwendungen von Hanf in der Antike.
Colonial Hemp Cultivation and Early American History.
Wikipedia, aktualisiert 2025.
1619 verordnete König James I., dass die Kolonisten von Jamestown Hanf anbauen sollten. George Washington baute Hanf in Mount Vernon an. Die Unabhängigkeitserklärung und erste Verfassungsentwürfe wurden auf Hanfpapier geschrieben. Hanf war im 18./19. Jahrhundert ein allgegenwärtiger Rohstoff für Seile und Textilien.
Historische Übersicht: Nach Kolumbus' Reise 1492 begannen britische Hersteller, mehr Hanf für die Royal Navy anzubauen. König Heinrich VIII. erließ ein Gesetz, das Landbesitzer verpflichtete, mindestens ¼ Acre Hanf anzubauen oder eine Strafe zu zahlen. Hanf wurde für Schiffstakelage, Segel, Karten und Logbücher verwendet.
Industriegeschichtliche Analyse: Mit der Erfindung der „Cotton Gin" (Baumwoll-Entkörnungsmaschine) im frühen 18. Jahrhundert wurde Baumwolle kostengünstiger verarbeitet und verdrängte Hanf. Bis 1883 wurden 75-90% allen Papiers weltweit aus Hanffasern hergestellt – danach übernahm Holzzellstoff.
USDA Bulletin No. 404, U.S. Department of Agriculture.
Historisches USDA-Dokument: Die Wissenschaftler des US-Landwirtschaftsministeriums kamen zu dem Schluss, dass Hanfschäben („Hemp Hurds") als Papierrohstoff „günstig im Vergleich" zu anderen Materialien abschneiden. Dieses Bulletin wurde später im Kontext der Hanfprohibition oft zitiert.
Correcting Popular Misconceptions About the Origins of the Marihuana Tax Act of 1937.
Addiction (Wiley Online Library), December 2025.
Wissenschaftliche Analyse: Kritische Untersuchung der Ursprünge des Marihuana Tax Act von 1937. Korrigiert verbreitete Missverständnisse über Harry J. Anslingers Rolle und die angebliche Verschwörung von Hearst, DuPont und Mellon gegen die Hanfindustrie.
Der Marihuana Tax Act wurde von Harry Anslinger entworfen und am 14. April 1937 eingebracht. Nach Anhörungen mit Anwälten von DuPont Chemicals und der Hearst Newspapers Group wurde das Gesetz verabschiedet. William Randolph Hearst befürchtete, dass billiger Hanf seine Holz- und Papierbeteiligungen bedrohen könnte.
Did You Know... Marijuana Was Once a Legal Cross-Border Import?
CBP History Archive.
Offizielle US-Behördendokumentation: Der Marihuana Tax Act von 1937 regulierte Import, Anbau, Besitz und Vertrieb von Marihuana. In der Praxis wurde auch Industriehanf durch die Anti-Drogen-Gesetzgebung erfasst, was Hanfimport und kommerzielle Produktion in den USA unwirtschaftlich machte.
Akademische Analyse: Anslinger nutzte „Yellow Journalism" mit sensationalisierten und verzerrten Geschichten. Hearst hatte eigennützige Interessen, Marihuana illegal zu machen. Das Endergebnis war, dass die Hanfindustrie – völlig unabhängig von Drogenproduktion – innerhalb weniger Jahre praktisch vernichtet wurde.
Historischer Kriegsfilm: Nach dem Fall der Philippinen 1942 ermutigten das US-Landwirtschaftsministerium und die Armee Farmer, Faserhanf anzubauen. Zwischen 1942 und 1945 wurden 400.000 Acres (ca. 162.000 Hektar) Hanf kultiviert – trotz des bestehenden Marihuana Tax Act.
Cannabis sativa: A Comprehensive Ethnopharmacological Review of a Medicinal Plant with a Long History.
Journal of Ethnopharmacology. 227:300-315.
Umfassender Review: Dokumentiert die Renaissance von Cannabis in der modernen Medizin nach der Entdeckung des Endocannabinoid-Systems in den 1990er Jahren. CBD und andere Cannabinoide werden heute weltweit für therapeutische Zwecke erforscht und eingesetzt.
Legal History of Cannabis in the United States – Modern Era.
Wikipedia, aktualisiert 2025.
Rechtliche Entwicklung: 1996 wurde mit Kaliforniens Proposition 215 erstmals medizinisches Cannabis in einem US-Bundesstaat legalisiert. Kanada (2018) und Uruguay (2013) legalisierten Cannabis vollständig. In der EU wurde CBD 2020 vom EuGH als nicht unter das UN-Drogenabkommen fallend eingestuft.
Die Geschichte der Hanfpflanze – Kulturpflanze Hanf im Wandel.
Hanafsan Cannabis History Documentation.
Historische Übersicht: 1961 erreichte die Cannabis-Verteufelung mit dem UN-Einheitsabkommen über Betäubungsmittel (Single Convention on Narcotic Drugs) ihren Höhepunkt. In den 1990er Jahren gelang es israelischen Forschern, THC zu isolieren und zu synthetisieren, was die moderne Cannabinoid-Forschung einleitete.
Diese Quellensammlung dokumentiert die wissenschaftlichen und historischen Grundlagen zur Geschichte des Hanfs von der Antike bis zur Neuzeit. Hanf (Cannabis sativa) ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit mit nachgewiesener Nutzung seit mindestens 10.000 Jahren. CBD-Produkte sind keine Arzneimittel und nicht zur Diagnose, Behandlung oder Heilung von Krankheiten bestimmt. Bei gesundheitlichen Fragen konsultieren Sie bitte einen Arzt. CBDNOL verwendet ausschließlich EU-zertifizierten Nutzhanf mit einem THC-Gehalt unter 0,2%.
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