CBN Cannabinol

Was ist CBN (Cannabinol)?

CBN ist eines der ältesten bekannten Cannabinoide und gleichzeitig eines der am wenigsten verstandenen. Es war das erste Cannabinoid überhaupt, das jemals isoliert wurde, lange bevor Forscher CBD oder THC kannten. Trotzdem fristet Cannabinol bis heute ein Schattendasein neben seinen prominenteren Verwandten. Dieser Artikel erklärt verständlich, was CBN eigentlich ist, wie es entsteht, wie es im Körper wirkt und worin sich CBN und CBD klar unterscheiden, sachlich auf Basis der aktuellen Studienlage.

Aktualisiert: April 2026 ca. 9 Min. Lesezeit ca. 2.000 Wörter Autor: Christian Eckmair 7 wissenschaftliche Quellen
Inhaltsverzeichnis

Wofür steht CBN?

CBN ist die Abkürzung für Cannabinol. Damit gehört es wie THC und CBD zur Familie der Phytocannabinoide, also der pflanzlichen Wirkstoffe der Hanfpflanze. Die Pflanze produziert über 100 dieser Verbindungen, CBN nimmt darin allerdings eine besondere Rolle ein. Es war 1896 das erste Cannabinoid, das jemals beschrieben wurde, drei Jahre später dann von Wood, Spivey und Easterfield in reiner Form isoliert.1

In der Frühzeit der Cannabisforschung galt CBN sogar als der Stoff, der für den Rauschzustand verantwortlich sein sollte. Erst in den 1960er-Jahren konnte der israelische Chemiker Raphael Mechoulam diesen Irrtum aufklären, indem er THC isolierte und als das eigentliche psychoaktive Cannabinoid identifizierte.1 CBN trat damit in den Hintergrund und blieb über Jahrzehnte ein Nebenschauplatz der Forschung. Mit dem wachsenden Interesse an minor cannabinoids wie CBG, CBC und CBN rückt es nun aber wieder in den wissenschaftlichen Fokus.

Wie entsteht CBN und wie wirkt es?

Anders als CBD oder THC produziert die Hanfpflanze CBN nicht selbst in nennenswerter Menge. CBN ist ein Oxidationsprodukt von THC, was bedeutet, dass THC sich unter dem Einfluss von Sauerstoff, Wärme und Licht im Laufe der Zeit chemisch umwandelt. Genauer gesagt liegt THC in der frischen Pflanze als Tetrahydrocannabinolsäure (THCA) vor, oxidiert bei Lagerung zu Cannabinolsäure (CBNA) und wird durch Decarboxylierung schließlich zu CBN.1

Praktisch heißt das: CBN entsteht in alten oder unsachgemäß gelagerten Hanfblüten und Extrakten. Wer schon einmal eine über Monate offen herumliegende Blüte probiert hat und sie als merkwürdig bedächtig oder einschläfernd empfand, hatte vermutlich genau diesen Effekt im Glas. Der CBN-Anteil ist also nicht durch Genetik gesteuert wie der CBD- oder THC-Gehalt, sondern durch Zeit, Hitze und Lichteinwirkung. CBN-Öle und CBN-Blüten werden heute gezielt durch kontrollierte Oxidation oder durch Extraktion aus älteren Pflanzenteilen hergestellt.

So wirkt CBN im Körper

CBN interagiert mit demselben Endocannabinoid-System wie CBD und THC. Dieses körpereigene Regulationsnetzwerk besteht aus zwei Haupt-Rezeptortypen: CB1 vor allem im zentralen Nervensystem, CB2 hauptsächlich im Immunsystem und peripheren Geweben. Die entscheidende Frage in der Praxis ist immer dieselbe: Macht es high oder nicht?

CBN bindet zwar an CB1-Rezeptoren, aber nur mit etwa einem Zehntel der Affinität von THC.2 Das ist viel zu schwach, um den klassischen Cannabis-Rausch auszulösen. Wer ein hochwertiges CBN-Produkt aus legalem Industriehanf nutzt, wird also weder ein High noch eine Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit durch das CBN selbst erleben.7 Zusätzlich greift CBN am CB2-Rezeptor an und beeinflusst Schmerz- und Entzündungssignalwege über sogenannte TRPV-Kanäle, was den potenziellen Nutzen für Entzündungs- und Schmerzanwendungen erklärt.5

„Obwohl Cannabinol im Unterschied zu Tetrahydrocannabinol kein Rauschgefühl erzeugt, gilt es als vielversprechendes Oxidationsprodukt von THC, gewonnen aus älteren Hanfextrakten, und wird aktuell in wissenschaftlichen Studien weiter untersucht."

Christian Eckmair, Gründer CBDNOL

Potenzieller Nutzen von CBN

Bei der Wirkung von CBN ist Ehrlichkeit Pflicht. Die Forschungslage steht im Vergleich zu CBD noch am Anfang, viele Aussagen stammen aus Tierstudien oder älteren Untersuchungen aus den 1970er- und 80er-Jahren. Trotzdem zeichnen sich drei Bereiche ab, in denen CBN besonders untersucht wird.

Entzündungen und Schmerz

Ein immunologisches Übersichtswerk zeigt, dass CBN über CB2-Rezeptoren auf Immunzellen die Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe wie TNF-alpha und Interleukin-6 dämpft.5 In präklinischen Modellen zeigt CBN entzündungshemmende und krampflösende Eigenschaften. Praktisch interessant wird das vor allem in Kombination mit CBD, weil sich die beiden Wirkmechanismen ergänzen können.

Appetit

Eine spannende Tierstudie von Forschern der University of Reading verglich direkt die Wirkung von CBN und CBD auf das Fressverhalten von Ratten. Das Ergebnis war eindeutig: CBN regte den Appetit deutlich an, während CBD den gegenteiligen Effekt hatte.3 Trotz ihrer chemischen Verwandtschaft sind beide Cannabinoide also pharmakologisch eigenständig. Für die Übertragung auf den Menschen fehlen klinische Studien.

Schlaf, der Mythos und die Fakten

CBN wird im Marketing oft als das Schlaf-Cannabinoid beworben. Die Quelle dieser Behauptung ist meist eine viel zitierte Steep-Hill-Labs-Studie aus 2017, nach der 2,5 bis 5 Milligramm CBN angeblich so stark wirken wie 5 bis 10 Milligramm Diazepam. Ein peer-reviewter Faktencheck im Journal Cannabis and Cannabinoid Research zeigt allerdings ein differenzierteres Bild. Es gibt bislang keine kontrollierten klinischen Humanstudien, die CBN als isolierten Schlafwirkstoff belegen.4 Die sedierende Wirkung gealteter Cannabissorten lässt sich vermutlich eher durch das Zusammenspiel von Restmengen THC und sedierenden Terpenen wie Myrcen erklären als durch CBN allein.

Das heißt nicht, dass CBN nicht beruhigend wirken kann. Im Rahmen des sogenannten Entourage-Effekts beschreibt der Cannabinoid-Pharmakologe Ethan Russo, wie CBN gemeinsam mit weiteren Cannabinoiden und Terpenen ein ruhigeres, weicheres Wirkprofil erzeugt.6 Praktisch heißt das: ein Vollspektrum-Hanfprodukt mit kleinen CBN-Anteilen kann sich abends anders anfühlen als reines CBD-Isolat. Eine Wunderpille ist CBN aber nicht.

CBN

Premium CBN Blüten von CBDNOL

Österreichischer Indoor-Hanf, veredelt mit reinem CBN-Isolat und cannabisbasierten Terpenen. Harzig-fruchtiges Aroma, unter 0,2 Prozent THC, transparent laborzertifiziert. Ideal für die abendliche Routine.

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CBD vs. CBN: Vergleich auf einen Blick

Cannabidiol und Cannabinol klingen ähnlich, sind chemisch und pharmakologisch aber zwei verschiedene Geschichten. Wer aus dem CBD-Öl-Sortiment bereits Erfahrung mitbringt, sollte das Profil von CBN klar davon abgrenzen können.

Eigenschaft CBD (Cannabidiol) CBN (Cannabinol)
Entstehung Direkt aus CBGA in der Pflanze Oxidationsprodukt aus THC durch Hitze, Licht und Sauerstoff
Genetisch gezüchtet? Ja, hohe Konzentrationen möglich Nein, hängt von Lagerung und Alter ab
CB1-Rezeptor-Bindung Keine direkte Bindung, indirekte Modulation Schwacher Partialagonist, ca. 1/10 der THC-Affinität
Psychoaktive Wirkung Keine Keine bei legalen Konzentrationen
Forschungsstand Umfangreich, inkl. zugelassenes Medikament Frühphase, überwiegend Tierstudien
Typische Anwendung Stress, Schlaf, allgemeines Wohlbefinden Entspannung am Abend, Appetit, Vollspektrum-Profile
Rechtsstatus in DE Frei verkäuflich bei THC unter 0,2 % Frei verkäuflich, nicht im NpSG gelistet

Direkter Vergleich von CBD und CBN. Stand April 2026.

Eine wichtige Gemeinsamkeit ist trotz aller Unterschiede die Modulation von THC. CBD kann unerwünschte THC-Effekte wie Paranoia oder Angst dämpfen, während CBN gemeinsam mit THC eher die sedierenden Komponenten betont.6 In Vollspektrum-Hanfprodukten findet man deshalb meist alle drei Cannabinoide in unterschiedlichen Anteilen, und genau diese Mischung macht laut Forschung den Unterschied zum reinen Isolat aus.

Anwendung und Dosierung

Praktisch wird CBN in drei Formaten angeboten. Erstens als CBN-Blüten, bei denen Indoor-Hanf gezielt mit CBN-Isolat und cannabisbasierten Terpenen angereichert wird. Zweitens als CBN-Öl in einer Pipettenflasche, oft in Kombination mit CBD und einem Trägeröl. Drittens als Anteil in Vollspektrum-CBD-Produkten, bei denen kleine Mengen CBN natürlich oder durch kontrollierte Reifung mitvorhanden sind.

Eine universelle CBN-Dosierungsempfehlung gibt es noch nicht, weil die klinische Datenlage fehlt. Aktuell laufende Studien an der Macquarie University in Australien arbeiten mit oralen Dosen von 30 Milligramm und 300 Milligramm CBN. In der Anwenderpraxis bewegen sich typische Dosierungen für CBN-Öle zwischen 5 und 25 Milligramm pro Abend. Wie bei allen Cannabinoiden gilt der Grundsatz: niedrig starten, langsam steigern, einige Tage Geduld haben, bis sich der individuelle Wirkspiegel einpendelt. Wer bereits Erfahrungen mit unserem Vollspektrum-CBD-Sortiment hat, kann CBN-Produkte ergänzend testen, ohne komplett auf neue Routinen umzustellen.

Häufige Fragen zu CBN

Ist CBN in Deutschland und Österreich legal?

Ja. CBN ist nach aktuellem Stand nicht im Betäubungsmittelgesetz und auch nicht im Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz aufgeführt. Es fällt damit nicht unter die Regelungen, die HHC seit Juni 2024 verbieten. Voraussetzung bleibt, dass das Endprodukt aus EU-zertifiziertem Industriehanf stammt und der THC-Gehalt unter dem gesetzlichen Grenzwert von 0,2 Prozent liegt. Seriöse Anbieter veröffentlichen für jede Charge Laborberichte, die genau das nachweisen.

Werde ich von CBN müde am nächsten Morgen?

In der Regel nicht. Anders als pharmazeutische Schlafmittel verursacht CBN nach derzeitigen Daten keinen Hangover-Effekt. Anwender berichten meistens davon, dass sie ausgeruhter und nicht benebelt aufwachen. Bei sehr hohen Dosen oder in Kombination mit anderen sedierenden Substanzen wie Alkohol oder Beruhigungsmitteln kann es allerdings zu verstärkter Tagesmüdigkeit kommen. Wenn Sie Restmüdigkeit bemerken, reduzieren Sie die Dosis am Folgeabend um etwa ein Drittel.

Schlägt CBN bei einem Drogentest an?

Standardmäßige Drogentests im Verkehrsbereich oder am Arbeitsplatz suchen nach THC-Carbonsäure (THC-COOH), nicht nach CBN. Reines CBN-Isolat löst diese Tests nicht aus. Vorsicht ist allerdings bei Vollspektrum-Produkten geboten: Selbst bei einem THC-Gehalt unter 0,2 Prozent kann bei sehr hoher und regelmäßiger Anwendung in seltenen Fällen ein Test positiv ausfallen. Wer beruflich getestet wird, etwa als Berufskraftfahrer, sollte zur Sicherheit auf isolierte CBN- oder Broad-spectrum-Produkte ohne THC zurückgreifen.

Lohnt sich CBN, wenn ich schon CBD nehme?

Das hängt vom Ziel ab. Wenn Sie tagsüber CBD für Stressabbau oder allgemeines Wohlbefinden nutzen und das gut funktioniert, brauchen Sie CBN nicht zwingend. Spannend wird es bei spezifischen Abendroutinen. Anwender, die abends einen ruhigeren, körperlich entspannenden Effekt bevorzugen, kombinieren oft CBD tagsüber mit CBN am Abend oder greifen direkt zu Vollspektrum-Hanfprodukten, in denen beide Cannabinoide natürlich vertreten sind. Pharmakologisch ergänzen sich CBD und CBN über unterschiedliche Wirkmechanismen, statt sich zu überlappen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. CBN-Produkte sind keine Arzneimittel und nicht zur Diagnose, Behandlung oder Vorbeugung von Krankheiten bestimmt. Bei bestehenden Erkrankungen, Schwangerschaft oder gleichzeitiger Medikamenteneinnahme sprechen Sie vor der Anwendung bitte mit einer medizinischen Fachperson.
Christian Eckmair

Christian Eckmair

Gründer CBDNOL · CBD-Autor seit 2017

Christian Eckmair gründete CBDNOL 2017 nach eigenen positiven Erfahrungen mit CBD bei einer chronischen Knochenerkrankung. Seitdem schreibt er über Cannabinoide, Hanfanbau und Qualitätssicherung im CBD-Bereich. Sein Fokus liegt auf wissenschaftlich belegbaren Aussagen statt Marketing-Versprechen.

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Geprüft Inhaltlich geprüft von · Gründer CBDNOL & CBD-Autor · Stand: April 2026
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Grundlagenreview · Geschichte & ECS
The Endocannabinoid System and the Brain
Annual Review of Psychology, 64, 21–47
PMID: 23092419 · DOI: 10.1146/annurev-psych-113011-143739 · Hebrew University of Jerusalem
Raphael Mechoulam, der Vater der Cannabinoidforschung und Erstisolator von THC, dokumentiert die vollständige Geschichte der Cannabinoidchemie. CBN wurde 1896 erstmals beschrieben und 1899 von Wood, Spivey und Easterfield in reiner Form isoliert. Damit ist CBN das historisch erste isolierte Cannabinoid, noch vor CBD und THC. Mechoulam beschreibt zudem den Oxidationsmechanismus, durch den THC bei Lagerung zu CBN abgebaut wird. Wissenschaftliche Grundlage für die historischen Aussagen und die Erklärung von CBN als Oxidationsprodukt von THC.
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Rezeptorpharmakologie · CB1/CB2-Affinität
The diverse CB1 and CB2 receptor pharmacology of three plant cannabinoids: delta-9-tetrahydrocannabinol, cannabidiol and delta-9-tetrahydrocannabivarin
British Journal of Pharmacology, 153(2), 199–215
PMCID: PMC2219532 · DOI: 10.1038/sj.bjp.0707442 · University of Aberdeen
Grundlegender Rezeptorpharmakologie-Review von Roger Pertwee, einem der weltweit führenden CB1/CB2-Forscher. CBN ist ein schwacher Partialagonist am CB1-Rezeptor mit einer Bindungsaffinität von etwa einem Zehntel der Stärke von THC. Diese reduzierte CB1-Aktivierung erklärt, warum CBN trotz struktureller Verwandtschaft zu THC keine relevante psychoaktive Wirkung erzeugt. Wissenschaftliche Grundlage für die zentrale Aussage zur fehlenden Berauschung trotz CB1-Bindung.
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Tierstudie · CBN als Appetitanreger
Cannabinol and cannabidiol exert opposing effects on rat feeding patterns
Psychopharmacology, 223(1), 117–129
PMID: 22543671 · DOI: 10.1007/s00213-012-2697-x · University of Reading, UK
Präklinische Studie zu den entgegengesetzten Effekten von CBN und CBD auf das Fressverhalten von Ratten. CBN erhöhte signifikant die Nahrungsaufnahme, die Mahlzeithäufigkeit und die Gesamtkalorienmenge, also ein klarer appetitanregender Effekt. CBD hatte im selben Modell den gegenteiligen Effekt. Direkter wissenschaftlicher Beleg für die Aussage zu CBN als Appetitanreger und für die pharmakologische Eigenständigkeit der beiden Cannabinoide trotz struktureller Verwandtschaft.
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Faktencheck · CBN & Schlaf
Cannabinol and Sleep: Separating Fact from Fiction
Cannabis and Cannabinoid Research, 6(5), 366–371
PMID: 34699449 · DOI: 10.1089/can.2021.0006
Präzisester verfügbarer wissenschaftlicher Faktencheck zur CBN-Schlafwirkung. Corroon analysiert sämtliche verfügbare Literatur und zeigt, dass es keine kontrollierten klinischen Humanstudien gibt, die CBN als isolierten Schlafwirkstoff belegen. Ältere Daten zeigten sedierende Effekte stets in Kombination mit THC und Cannabis-Terpenen. Akademischer Beleg für die differenzierte Formulierung des Artikels und die ehrliche Einordnung der oft zitierten Diazepam-Vergleichsbehauptung.
5
Immunologie · CBN antientzündlich
Cannabinoids as novel anti-inflammatory drugs
Future Medicinal Chemistry, 1(7), 1333–1349
PMCID: PMC2828614 · DOI: 10.4155/fmc.09.93 · University of South Carolina
Grundlegender immunologischer Review zu Cannabinoiden als antientzündliche Wirkstoffe. CBN moduliert über CB2-Rezeptoren auf Immunzellen die Ausschüttung pro-inflammatorischer Zytokine wie TNF-alpha, IL-1-beta und IL-6 und zeigt in präklinischen Modellen sowohl antientzündliche als auch antikonvulsive Eigenschaften. CBN aktiviert zudem TRPV-Kanäle, die an Schmerz- und Entzündungssignalwegen beteiligt sind. Pharmakologischer Beleg für entzündungshemmende und krampflösende Eigenschaften von CBN.
6
Entourage-Effekt · CBN, CBD & THC
Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects
British Journal of Pharmacology, 163(7), 1344–1364
PMID: 21749363 · PMCID: PMC3165946 · DOI: 10.1111/j.1476-5381.2011.01238.x
Grundlegender Entourage-Effekt-Review von Ethan Russo. CBN ist explizit eines der Phytocannabinoide, das im Zusammenspiel mit CBD und THC synergetische Effekte erzeugt. CBN verstärkt die sedierende Komponente von THC, während CBD unerwünschte THC-Effekte wie Angst und Paranoia abschwächt. Wissenschaftliche Grundlage dafür, warum Vollspektrum-Hanfprodukte ein anderes Wirkprofil haben als reine Isolate und warum CBN in dieser Mischung pharmakologisch relevant ist.
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Sicherheits-Review · Nicht psychoaktiv
An Update on Safety and Side Effects of Cannabidiol: A Review of Clinical Data and Relevant Animal Studies
Cannabis and Cannabinoid Research, 2(1), 139–154
PMID: 28861514 · PMCID: PMC5569602 · nova-Institut, Deutschland
Umfassender Sicherheitsreview zu nicht-psychotropen Cannabinoiden. CBD und in Erweiterung CBN, das mit noch geringerer CB1-Aktivität ausgestattet ist, erzeugt keine psychoaktive Wirkung, kein Abhängigkeitspotenzial und keine kognitive Beeinträchtigung bei moderaten Dosen. Beide Cannabinoide haben kein Missbrauchspotenzial. Sicherheitsbeleg dafür, dass CBN-Produkte aus legalem Industriehanf ohne psychoaktive Risiken verwendet werden können, auch wenn CBN strukturell aus THC entsteht.
Hinweis zur Forschungslage: Die CBN-Forschung steht im Vergleich zu CBD noch am Anfang. Ein Großteil der verfügbaren Daten stammt aus Tierstudien, in-vitro-Untersuchungen und älteren Arbeiten aus den 1970er- und 80er-Jahren. Kontrollierte klinische Humanstudien zu CBN bei Schlaf, Schmerz und Entzündung fehlen weitgehend, einzelne neuere Cross-over-Designs an der Macquarie University Sydney sind aber in Arbeit. Die häufig zitierte Steep-Hill-Labs-Aussage zum Diazepam-Äquivalent stammt aus einer nicht peer-reviewten Laborstudie und ist klinisch nicht bestätigt. CBN-Produkte sind keine Arzneimittel und ersetzen keine ärztliche Behandlung. Mehr zu unseren Qualitätsstandards und redaktionellen Richtlinien.

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