CBG CBD Unterschied

Ist CBG das neue CBD? Der Unterschied erklärt

CBG und CBD stammen aus derselben Pflanze, sind beide nicht psychoaktiv und werden oft in einem Atemzug genannt. Trotzdem unterscheiden sie sich in Pharmakologie, Wirkprofil und Anwendungsgebieten deutlicher, als die meisten vermuten. Dieser Beitrag zeigt anhand der aktuellen Studienlage, wo CBG eigene Stärken hat, wo CBD die bewährtere Wahl bleibt und warum die Frage Ist CBG das neue CBD? die eigentlich spannende Frage verdeckt.

Aktualisiert: April 2026 9 Min. Lesezeit 2.100 Wörter Josef Eckmair MBA 7 Quellen
Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist CBG? Das Mutter-Cannabinoid
  2. CBG vs CBD: die zentralen Unterschiede
  3. Gesundheitliche Vorteile von CBG
  4. Warum Vollspektrum die intelligente Wahl ist
  5. Sicherheit und Verträglichkeit
  6. Wann CBG, wann CBD? Eine praktische Entscheidungshilfe
  7. Häufig gestellte Fragen
  8. Quellen & Studien

Was ist CBG? Das Mutter-Cannabinoid

Cannabigerol, kurz CBG, ist eines der über hundert Phytocannabinoide in Cannabis sativa. Auffällig ist seine Rolle im Pflanzenstoffwechsel: Aus seiner sauren Vorstufe CBGA bildet die Pflanze enzymatisch fast alle anderen Cannabinoide, darunter Tetrahydrocannabinolsäure (THCA), Cannabidiolsäure (CBDA) und Cannabichromensäure (CBCA). Wenn die Pflanze reift, sinkt der CBG-Gehalt wieder, weil ein Großteil bereits in andere Verbindungen umgewandelt wurde. Genau deshalb hat sich der Beiname Mutter-Cannabinoid eingebürgert.

In typisch reifen Hanfblüten finden sich meist nur 0,1 bis 1 Prozent CBG, während CBD oft bei 5 bis 20 Prozent liegt. Das erklärt, warum reines CBG Öl aufwändiger zu gewinnen ist als ein vergleichbares CBD-Produkt: Entweder wird zu einem früheren Erntezeitpunkt geerntet, oder es kommen Sorten zum Einsatz, die gezielt auf einen erhöhten CBG-Anteil gezüchtet wurden. Beides ist teurer als der Standard-Anbau, was sich auch im Endpreis bemerkbar macht.

Wichtig vorweg: Wie CBD ist CBG nicht psychoaktiv. Es macht weder high noch beeinträchtigt es die Aufmerksamkeit oder die motorische Kontrolle in den üblichen Anwendungsdosen7. Beide Cannabinoide eignen sich damit grundsätzlich für die tägliche Anwendung.

CBG vs CBD: die zentralen Unterschiede

Pharmakologie und Rezeptorprofil

Auf den ersten Blick wirken CBG und CBD ähnlich, beide sind nicht psychoaktiv, beide entzündungshemmend, beide gut verträglich. Auf der molekularen Ebene erzählt die Forschung allerdings eine andere Geschichte. In einer wegweisenden Untersuchung an der University of Aberdeen zeigte das Team um Maria Grazia Cascio, dass CBG ein hochpotenter Agonist am α2-Adrenozeptor ist, mit einer halbmaximalen effektiven Konzentration im niedrigen nanomolaren Bereich1. Gleichzeitig wirkt CBG als moderater Antagonist am Serotonin-Rezeptor 5-HT1A und bindet schwach an die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2.

CBD verhält sich an genau diesen Stellen anders. Es ist im Gegensatz zu CBG ein Agonist am 5-HT1A-Rezeptor und greift kaum in das adrenerge System ein. Der α2-Adrenozeptor reguliert unter anderem die Ausschüttung von Noradrenalin und damit Wachheit, Aufmerksamkeit und gefühlte Anspannung. Der 5-HT1A-Rezeptor ist eng mit Stimmung und Stressverarbeitung verknüpft. Daraus ergibt sich ein interessantes Bild: CBD wirkt eher dämpfend und beruhigend, CBG eher modulierend und in vielen Berichten als klar, fokussierend, tagesfreundlich beschrieben.

Wirkprofil im Alltag

In der praktischen Anwendung beschreiben Konsumenten CBD Öl häufiger als beruhigend, schlaffördernd, abendtauglich. CBG-Öl wird umgekehrt oft als stimmungsaufhellend, mental ordnend und geeignet für die erste Tageshälfte beschrieben. Diese Eindrücke decken sich mit dem unterschiedlichen Rezeptorprofil und sind ein wesentlicher Grund, warum CBG kein Ersatz für CBD ist, sondern eher dessen aktivierender Gegenpart.

Eigenschaft CBG CBD
Häufigkeit in der Pflanze 0,1 bis 1 % (selten) 5 bis 20 % (häufig)
Rolle in der Biosynthese Vorstufe, bildet andere Cannabinoide Endprodukt aus CBGA
α2-Adrenozeptor potenter Agonist kaum Aktivität
5-HT1A-Rezeptor Antagonist Agonist
CB1/CB2-Bindung schwach, partiell schwach, indirekt modulierend
Subjektiv beschriebenes Profil aktivierend, klar, tagesgeeignet beruhigend, ausgleichend, abends
Forschungslage früher, vorwiegend präklinisch umfassend, viele Humanstudien
Preisniveau höher (geringe Pflanzenkonzentration) moderat

Gesundheitliche Vorteile von CBG

Der wissenschaftlich interessante Teil beginnt dort, wo CBG Eigenschaften zeigt, die bei CBD nicht oder nicht im gleichen Ausmaß beschrieben sind. Vier Bereiche stechen besonders heraus.

Antibakterielle Wirkung gegen MRSA

Die italienische Arbeitsgruppe um Giovanni Appendino testete fünf Hauptcannabinoide auf ihre Wirksamkeit gegen klinisch relevante Bakterienstämme, darunter Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus, also der gefürchtete Krankenhauskeim MRSA. Alle fünf Substanzen, einschließlich CBG, zeigten potente antibakterielle Aktivität2. In einer Zeit, in der Antibiotikaresistenzen zu einem der größten Probleme der modernen Medizin werden, ist das eine bemerkenswerte Beobachtung. Eine Therapie ersetzt CBG nicht, das ist klar, aber als Forschungsfeld bleibt das Potenzial außergewöhnlich.

Appetitanregung ohne THC-typische Nebeneffekte

2016 untersuchten Forscher der University of Reading, ob CBG das Fressverhalten von vorab gesättigten Ratten beeinflusst. Das Ergebnis war eindeutig: Schon nach moderaten Dosen begannen die Tiere wieder zu fressen, nahmen mehr Mahlzeiten zu sich und zeigten dabei keine motorischen oder sedierenden Nebenwirkungen3. Anders als beim klassischen Heißhunger durch THC bleibt der Kopf bei CBG klar. Für Patienten, die durch Krankheit oder Therapie an Appetitlosigkeit leiden, könnte das langfristig ein interessanter Ansatz werden. CBD zeigt diesen Effekt in dieser Form nicht.

Augeninnendruck und Glaukom

Eine ältere, aber methodisch saubere Vergleichsstudie der Pharmakologin Brenda Colasanti verglich die okulären Effekte von THC und CBG. Beide senkten bei chronischer Anwendung den Augeninnendruck um etwa 4 bis 7 mmHg. Im Unterschied zu THC verursachte CBG dabei keine zentrale Beeinträchtigung, kein verändertes EEG, keine sedierenden Effekte4. Das macht CBG aus pharmakologischer Sicht zu einem Kandidaten für Folgeforschung im Bereich Glaukom, dem zweithäufigsten Grund für Erblindung weltweit. CBD zeigt in der gleichen Studienreihe deutlich schwächere Effekte auf den Augeninnendruck.

Entzündungen im Verdauungstrakt

Die neapolitanische Forschungsgruppe um Francesca Borrelli prüfte CBG in einem etablierten Maus-Modell für chronisch entzündliche Darmerkrankungen. CBG reduzierte sowohl die makroskopischen Entzündungszeichen als auch die Spiegel pro-inflammatorischer Zytokine wie Interleukin-1β und Interferon-γ deutlich, teilweise vergleichbar oder sogar etwas ausgeprägter als CBD im selben Modell5. Die Wirkung läuft sowohl über CB-Rezeptoren als auch über CB-unabhängige Wege wie PPAR-γ. Beim Thema Darmentzündungen scheint CBG also keine schwächere Variante von CBD zu sein, sondern ein eigenständiges Werkzeug.

Hinweis zur Forschungslage. Die genannten Effekte beruhen überwiegend auf Tier- und Zellstudien. Sie zeigen, in welche Richtung sich CBG entwickeln könnte, sind aber kein klinischer Wirksamkeitsbeweis am Menschen. Wer CBG aus medizinischen Gründen einsetzen möchte, sollte das mit einem Arzt abstimmen.

Warum Vollspektrum die intelligente Wahl ist

Wer ein Vollspektrum- oder Breitspektrum-CBD-Produkt nutzt, hat in der Regel bereits geringe Mengen CBG mit aufgenommen. Das ist kein Marketing, sondern ein bekanntes Phänomen aus der Phytopharmakologie. Der Neurologe und Cannabinoid-Forscher Ethan Russo beschrieb 2011 ausführlich, wie sich Phytocannabinoide gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken und ergänzen, sobald sie zusammen mit Terpenen und Flavonoiden im Extrakt vorliegen6. Diese sogenannte Entourage-Wirkung ist einer der Gründe, warum hochwertige Vollspektrum-Produkte in der Praxis oft besser wirken als reine Isolate.

Für die Praxis heißt das: Wer CBD nutzt und zusätzlich gezielt CBG ergänzen möchte, kann beides kombinieren, ohne dass sich die Wirkungen aufheben. Im Gegenteil. Viele Anwender berichten, dass sich mit CBG die anregende, mental ordnende Komponente verstärkt, ohne dass die ausgleichenden Eigenschaften von CBD verloren gehen.

Sicherheit und Verträglichkeit

Der umfangreichste Sicherheitsreview zu CBD aus dem Jahr 2017 von Iffland und Grotenhermen kam zu einem klaren Ergebnis: Das Sicherheitsprofil von CBD ist über ein breites Dosisspektrum hinweg günstig, ohne psychoaktive Effekte, ohne Abhängigkeitspotenzial, mit überwiegend milden Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Verdauungsthemen oder leichten Appetitveränderungen7. Auch CBG zeigt in den bisher veröffentlichten Untersuchungen ein ähnlich gutmütiges Profil, allerdings mit einer kleineren Datenbasis.

Drei Punkte sind in der Praxis relevant:

Erstens: Beide Cannabinoide hemmen bestimmte CYP-Enzyme der Leber. Wer regelmäßig verschreibungspflichtige Medikamente nimmt, sollte vorab mit dem behandelnden Arzt sprechen, um Interaktionen auszuschließen. Zweitens: Schwangere und Stillende verzichten besser ganz, weil belastbare Daten fehlen. Drittens: Personen mit niedrigem Blutdruck sollten die Anfangsdosis bewusst klein halten, beide Stoffe können den Blutdruck leicht senken.

Während CBD und CBG beide nicht-berauschende Cannabinoide sind, liegt ihre wirkliche Stärke in ihren Unterschieden. Die bewusste Wahl zwischen beruhigender Wirkung und aktivierender Unterstützung öffnet neue Wege für eine etablierte Hanf-Routine.

Josef Eckmair MBA, Geschäftsführer CBDNOL

Bio CBG Öl Naturextrakt von CBDNOL
Empfehlung der Redaktion

Bio CBG Öl Naturextrakt

Vollspektrum-CBG aus EU-zertifiziertem Bio-Hanf, schonend extrahiert, in 5 % oder 10 %. Bitterer Naturgeschmack, ausgleichend und harmonisierend, weniger als 0,01 % THC.

Produkt ansehen

Wann CBG, wann CBD? Eine praktische Entscheidungshilfe

Wer noch nie ein Cannabinoid genutzt hat, fängt sinnvollerweise mit CBD an. Die Forschungslage ist umfangreicher, die Produktauswahl größer, die Erfahrungswerte sind belastbarer. Wer bereits CBD kennt und merkt, dass er morgens und tagsüber lieber etwas möchte, das ihn klar und konzentriert hält statt ihn zu beruhigen, ist mit CBG gut beraten. Beide kombinieren ist möglich und in der Regel sinnvoll, etwa CBG am Vormittag, CBD am Abend.

Situation oder Ziel Bevorzugt
Schlafprobleme, abendliche Anspannung CBD
Mentale Klarheit, Fokus tagsüber CBG
Allgemeines Wohlbefinden, Einstieg CBD oder Vollspektrum
Appetitlosigkeit ohne THC-Wunsch CBG
Kombination am Tagesablauf orientiert CBG morgens, CBD abends
Hautpflege, äußere Anwendung CBD-Kosmetik

Häufig gestellte Fragen

Was ist besser für mich, CBG oder CBD?
Das hängt vom Anwendungsziel ab. CBD passt besser zu Themen wie Anspannung, Einschlafen oder allgemeiner Ausgeglichenheit. CBG wird häufiger morgens und tagsüber bevorzugt, weil es als klarer und aktivierender beschrieben wird. Wer unsicher ist, beginnt am besten mit einem Vollspektrum-Produkt, das beide Cannabinoide in natürlicher Zusammensetzung enthält.
Kann ich CBG und CBD gleichzeitig einnehmen?
Ja, eine Kombination ist nach aktueller Datenlage unproblematisch und in vielen Vollspektrum-Extrakten ohnehin enthalten. Häufig wird CBG am Vormittag genommen und CBD am Abend, weil sich so die unterschiedlichen Wirkprofile gut über den Tag verteilen lassen. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte die Kombination vorher mit einem Arzt besprechen.
Macht CBG müde wie CBD bei manchen Menschen?
In der Regel nicht. CBG wirkt über andere Rezeptoren als CBD und wird subjektiv häufiger als wachhaltend oder klärend beschrieben. In Tierstudien zeigte CBG sogar bei höheren Dosen keine sedierenden Effekte. Reagieren Sie individuell anders, etwa bei niedrigem Blutdruck, lohnt sich eine kleinere Anfangsdosis oder die Einnahme zu einer ruhigen Tageszeit.
Warum ist CBG-Öl teurer als CBD-Öl?
Die Hanfpflanze enthält in der Regel deutlich weniger CBG als CBD, oft unter einem Prozent gegenüber zweistelligen Prozentwerten bei CBD. Um die gleiche Menge Wirkstoff zu gewinnen, braucht es mehr Pflanzenmaterial, frühere Erntezeitpunkte oder spezielle CBG-reiche Sorten. Diese aufwändigere Gewinnung schlägt sich im Endpreis nieder.
Medizinischer Hinweis. Die Inhalte dieses Beitrags ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. CBG- und CBD-Produkte sind keine Arzneimittel. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, schwanger ist, stillt oder unter chronischen Erkrankungen leidet, spricht die Anwendung bitte vorab mit einem Arzt oder Apotheker ab.
Josef Eckmair MBA
Geprüft von
Josef Eckmair MBA
Geschäftsführer CBDNOL · Hanf-Experte
Geprüft Inhaltlich geprüft von · Geschäftsführer CBDNOL & Hanf-Experte · Stand: April 2026
1
Studie (CBG-Rezeptor-Pharmakologie: α2-Adrenozeptor und 5-HT1A)
Evidence that the plant cannabinoid cannabigerol is a highly potent α2-adrenoceptor agonist and moderately potent 5HT1A receptor antagonist
British Journal of Pharmacology, 159(1), 129–141
PMID: 20002104 · DOI: 10.1111/j.1476-5381.2009.00515.x
Wegweisende pharmakologische Charakterisierung von CBG durch die Aberdeen-Gruppe um Roger Pertwee. CBG zeigte eine hochpotente Aktivierung des α2-Adrenozeptors mit einer halbmaximalen Wirkkonzentration im niedrigen nanomolaren Bereich, eine moderate Hemmung des 5-HT1A-Serotonin-Rezeptors sowie eine Bindung an die CB1- und CB2-Cannabinoid-Rezeptoren. Diese Untersuchung ist der wissenschaftliche Beleg dafür, dass CBG und CBD trotz oberflächlicher Ähnlichkeiten an unterschiedlichen Zielstrukturen wirken: CBD ist 5-HT1A-Agonist, CBG dagegen 5-HT1A-Antagonist und gleichzeitig potenter α2-Aktivator. Genau diese Rezeptorunterschiede erklären, warum die beiden Cannabinoide im subjektiven Empfinden so verschieden wirken.
2
Studie (CBG antibakteriell gegen MRSA)
Antibacterial Cannabinoids from Cannabis sativa: A Structure-Activity Study
Journal of Natural Products, 71(8), 1427–1430
PMID: 18681481 · DOI: 10.1021/np8002673
Strukturaktivitätsstudie zur antibakteriellen Wirkung der fünf wichtigsten Phytocannabinoide aus Cannabis sativa, darunter CBG. Alle untersuchten Substanzen zeigten potente Aktivität gegen klinisch relevante Stämme von Methicillin-resistentem Staphylococcus aureus (MRSA). CBG erwies sich dabei als selektiv wirksam gegen grampositive Bakterien wie Staphylokokken. Die Studie ist der Hauptbeleg für die im Artikel genannte antibakterielle Eigenschaft von CBG und zeigt, dass dieses Cannabinoid in einer Zeit zunehmender Antibiotikaresistenzen pharmakologisch besonders interessant ist.
3
Tierstudie (CBG appetitanregend bei Ratten 2016)
Cannabigerol is a novel, well-tolerated appetite stimulant in pre-satiated rats
Psychopharmacology, 233(19–20), 3603–3613
PMID: 26849493 · PMCID: PMC5021742 · DOI: 10.1007/s00213-016-4397-4
Verhaltensbiologische Studie an vorab gesättigten Ratten zur Wirkung von purem CBG auf das Fressverhalten. Schon mittlere Dosen führten zu einer signifikanten Zunahme der Nahrungsaufnahme und der Mahlzeitenfrequenz, ohne dass motorische Beeinträchtigungen, Sedierung oder andere unerwünschte Effekte auftraten. Im Gegensatz zur Hyperphagie unter THC blieb das Verhalten klar und gerichtet. Die Studie ist die direkte Grundlage für die im Artikel genannte appetitanregende Wirkung von CBG und macht es als möglichen Kandidaten für die Behandlung therapieinduzierter Appetitlosigkeit interessant, insbesondere dort, wo psychoaktive Effekte unerwünscht sind.
4
Studie (CBG vs THC: Augeninnendruck und ZNS-Effekte)
A comparison of the ocular and central effects of delta 9-tetrahydrocannabinol and cannabigerol
Journal of Ocular Pharmacology, 6(4), 259–269
PMID: 1965836 · DOI: 10.1089/jop.1990.6.259
Methodisch saubere Vergleichsstudie zur Wirkung von THC und CBG auf den Augeninnendruck. Beide Cannabinoide senkten bei chronischer topischer Anwendung den Druck um etwa 4 bis 7 mmHg, ein klinisch durchaus relevanter Effekt. Während THC dabei deutliche zentrale Effekte zeigte, also Polyspike-Aktivität im EEG und Verhaltensänderungen, blieb CBG in dieser Hinsicht unauffällig. Die Studie ist der wissenschaftliche Beleg für die im Artikel formulierte Aussage, dass CBG den Augeninnendruck senken kann, ohne psychoaktive Begleiterscheinungen zu verursachen, und macht es zu einem theoretischen Kandidaten für künftige Glaukom-Forschung.
5
Tierstudie (CBG gegen experimentelle Darmentzündung)
Beneficial effect of the non-psychotropic plant cannabinoid cannabigerol on experimental inflammatory bowel disease
Biochemical Pharmacology, 85(9), 1306–1316
PMID: 23415610 · DOI: 10.1016/j.bcp.2013.01.017
In-vivo-Untersuchung im murinen DNBS-Colitis-Modell zur Wirkung von CBG bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. CBG reduzierte deutlich die Entzündungsmarker, die Aktivität der Myeloperoxidase und die Expression der induzierbaren NO-Synthase, gleichzeitig normalisierte es die Spiegel pro-inflammatorischer Zytokine wie Interleukin-1β, Interleukin-10 und Interferon-γ. Die Wirkung läuft sowohl über den CB2-Rezeptor als auch über CB-unabhängige Wege wie PPAR-γ. Im Vergleich mit CBD im selben Modell zeigte CBG eine gleichwertige bis etwas ausgeprägtere antientzündliche Wirkung im Darm und untermauert damit die Aussage des Artikels, dass CBG bei bestimmten Entzündungsformen kein schwächeres Pendant zu CBD ist, sondern eine eigenständige Option.
6
Review-Artikel (Entourage-Effekt: Synergie von CBG, CBD und Terpenen)
Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects
British Journal of Pharmacology, 163(7), 1344–1364
PMID: 21749363 · PMCID: PMC3165946 · DOI: 10.1111/j.1476-5381.2011.01238.x
Klassischer Übersichtsartikel von Ethan Russo zum sogenannten Entourage-Effekt. Phytocannabinoide wie CBD, CBG, CBC und CBN wirken in Vollspektrum-Extrakten zusammen mit Terpenen synergistisch und können sich gegenseitig in Wirksamkeit, Bioverfügbarkeit und Verträglichkeit ergänzen. Der Artikel bezieht CBG ausdrücklich in dieses Konzept ein und liefert den wissenschaftlichen Hintergrund für die im Artikel formulierte Empfehlung, CBG nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung von CBD zu betrachten und Vollspektrum-Produkten den Vorzug vor reinen Isolaten zu geben.
7
Review-Artikel (Sicherheit von CBD: nicht psychoaktiv, keine Abhängigkeit)
An Update on Safety and Side Effects of Cannabidiol: A Review of Clinical Data and Relevant Animal Studies
Cannabis and Cannabinoid Research, 2(1), 139–154
PMID: 28861514 · PMCID: PMC5569602 · DOI: 10.1089/can.2016.0034
Umfassender Review zur Sicherheit und zu Nebenwirkungen von Cannabidiol auf Basis klinischer und tierexperimenteller Daten. Bestätigt das günstige Sicherheitsprofil von CBD über ein breites Dosisspektrum, mit überwiegend milden Effekten wie Müdigkeit, Verdauungsthemen oder leichten Appetitveränderungen. Der Review beschreibt CBD ausdrücklich als nicht psychoaktiv und ohne Abhängigkeitspotenzial. Da CBG strukturell und pharmakologisch ähnlich gut verträglich erscheint und ebenfalls keine psychoaktiven Eigenschaften aufweist, ist diese Arbeit der Hauptbeleg für die Aussage des Artikels, dass beide Cannabinoide ohne Beeinträchtigung der Alltagsfunktionen eingesetzt werden können.
Hinweis zur Forschungslage. Die CBG-Forschung steht im Vergleich zu CBD am Anfang. Die hier zitierten Effekte stammen überwiegend aus Tier- und Zellstudien, größere Humanstudien fehlen bisher. CBG- und CBD-Produkte sind keine Arzneimittel und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Bei Glaukom, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, bakteriellen Infektionen oder unter laufender Medikation immer den behandelnden Arzt einbeziehen. Entdecken Sie unsere CBG-Öle und CBG-Blüten mit unabhängigen Laborberichten.

Hinterlassen Sie ein Kommentar

Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen

Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.