CBG Cannabigerol

Was ist CBG (Cannabigerol)?

CBG, ausgeschrieben Cannabigerol, ist eines der weniger bekannten Cannabinoide der Hanfpflanze. Der Reiz liegt nicht im Rausch, denn CBG wirkt nicht psychoaktiv, sondern in seiner Rolle als chemische Vorstufe vieler anderer Cannabinoide und in einer Reihe vorklinischer Befunde zu Entzündung, Nervenschutz und Augeninnendruck. Der folgende Beitrag ordnet ein, was CBG ist, wie es im Körper wirkt und wo die Forschung aktuell wirklich steht.

Von Aktualisiert: Mai 2026 10 Min. Lesezeit ca. 1.950 Wörter 8 Quellen geprüft
Inhaltsverzeichnis 7 Abschnitte

Was ist CBG (Cannabigerol)?

Cannabigerol, abgekürzt CBG, ist ein Phytocannabinoid, das in der Hanfpflanze (Cannabis sativa) vorkommt. Es wurde 1964 erstmals von dem israelischen Chemiker Raphael Mechoulam und seinem Team an der Hebrew University of Jerusalem isoliert, im selben Jahr also, in dem auch THC entdeckt wurde. Anders als THC wirkt CBG nicht berauschend. Bisher sind über 100 Cannabinoide in der Pflanze beschrieben, darunter THC, CBD, CBN, CBC und eben CBG.8

Was CBG aus pharmakologischer Sicht interessant macht, ist nicht zuletzt die Stelle, an der es in der Cannabinoid-Biosynthese sitzt. Es ist die Ausgangsverbindung, aus der nahezu alle anderen Cannabinoide der Pflanze hervorgehen. In der Fachliteratur wird CBG deshalb gelegentlich als Mutter-Cannabinoid bezeichnet, ein bildlicher, aber treffender Begriff.1

Nicht psychoaktiv

CBG erzeugt keine THC-typische Rauschwirkung und wird im pharmakologischen Sinn als nicht psychotropes Cannabinoid eingeordnet.

Vorstufe vieler Cannabinoide

Aus CBGA, der sauren Form von CBG, entstehen in der Pflanze enzymatisch THC, CBD und CBC.

Erstmals 1964 isoliert

Mechoulam und Gaoni beschrieben CBG erstmals in einer Arbeit zur chemischen Struktur von Haschisch-Inhaltsstoffen.

Geringe Konzentration

In ausgereiften Cannabis-Pflanzen beträgt der CBG-Anteil meist unter 1 Prozent, weil das meiste bereits in andere Cannabinoide umgewandelt wurde.

CBGA: das Mutter-Cannabinoid

Um zu verstehen, warum CBG so eine besondere Rolle spielt, hilft ein kurzer Blick in die Biochemie der Pflanze. Cannabis bildet seine Wirkstoffe in spezialisierten Drüsenhaaren, den Trichomen. Dort entsteht zuerst Cannabigerolsäure, abgekürzt CBGA. Im Verlauf der Pflanzenreife wandeln Enzyme diese Vorstufe in andere saure Cannabinoide um, vor allem in THCA, CBDA und CBCA. Erst durch Trocknen, Härten und Erhitzen, der sogenannten Decarboxylierung, werden daraus die heute bekannten Endformen THC, CBD und CBC.18

Genau aus diesem Grund findet sich in einer reifen Pflanze meist nur noch ein kleiner Rest CBGA und damit auch CBG. Der größere Teil wurde bereits in andere Cannabinoide umgesetzt. Wer höhere CBG-Mengen ernten will, muss entweder früher schneiden, also bevor die Umwandlung weit fortgeschritten ist, oder gezielt sogenannte High-CBG-Sorten anbauen, in denen die Umwandlung durch Züchtung verlangsamt oder ganz unterbunden wurde.

Cannabigerol entsteht als einer der ersten Bausteine in der Hanfpflanze und ist die Substanz, aus der sich praktisch alle anderen großen Cannabinoide entwickeln. Allein deshalb verdient CBG einen genaueren Blick.

Christian Eckmair, CBDNOL

Wie CBG im Körper interagiert

Wie alle Phytocannabinoide wirkt CBG über das Endocannabinoid-System, ein körpereigenes Regulationsnetz aus Rezeptoren, Botenstoffen und Enzymen, das an Schmerzempfinden, Schlaf, Appetit, Entzündungsregulation und vielem mehr beteiligt ist. Die zentralen Andockstellen sind die Rezeptoren CB1 (vor allem im Nervensystem) und CB2 (vor allem im Immunsystem). Mehr zum Gesamtsystem haben wir in unserem Beitrag Was sind Cannabinoide? zusammengefasst.

CBG verhält sich an diesen Rezeptoren anders als CBD oder THC. Studien aus der Arbeitsgruppe um Navarro zeigen, dass CBG als partieller Agonist sowohl an CB1 als auch an CB2 wirkt und zusätzlich an sogenannten CB1-CB2-Heterorezeptor-Komplexen ansetzt.2 Praktisch bedeutet das: CBG kann die Wirkung anderer Cannabinoide modulieren, also abschwächen oder gerichtet verändern. In Modellen gibt es Hinweise, dass CBG die psychotropen Effekte von THC mildern kann, indem es CB1-vermittelte Signale reguliert.

Daneben spricht CBG auch sogenannte TRP-Kanäle an, eine Familie von Sensorproteinen für Hitze, Kälte und Schmerz. Diese Wechselwirkungen, vor allem mit TRPM8, TRPA1 und TRPV1, gelten als wichtiger Ansatzpunkt für mögliche entzündungshemmende und schmerzdämpfende Effekte und werden in der Forschung aktiv untersucht.3

CBG, CBD und THC im direkten Vergleich

Wer das erste Mal mit Cannabinoiden in Kontakt kommt, verwechselt CBG, CBD und THC schnell. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede in Herkunft, Wirkprofil und rechtlichem Status.

Eigenschaft CBG CBD THC
Vollname Cannabigerol Cannabidiol Tetrahydrocannabinol
Psychoaktiv? nein nein ja, berauschend
Anteil in der Pflanze unter 1 % 10 bis 25 % variabel, gesetzl. begrenzt
Stellung im Stoffwechsel Vorstufe der anderen Endprodukt aus CBDA Endprodukt aus THCA
Hauptangriffspunkte CB1, CB2, TRP-Kanäle indirekt, ECS-Modulation CB1 (zentral)
Rechtlicher Status (DE/AT) frei verkäuflich frei verkäuflich stark reguliert

Wichtigste Unterschiede der drei bekanntesten Cannabinoide. Werte sind typische Größenordnungen aus Nutzhanf-Sorten.

Aktuelle Forschungslage zu CBG

Bevor es konkret wird, gehört ein Hinweis vorweg: Der größte Teil der CBG-Forschung stammt aus präklinischen Studien, also aus Versuchen an Zelllinien oder im Tiermodell. Belastbare klinische Studien am Menschen sind bislang die Ausnahme. Die Befunde sind interessant, aber sie erlauben noch keine medizinischen Versprechen.

Wichtig zur Einordnung CBG-Produkte sind keine Arzneimittel, sie sind nicht zur Behandlung, Heilung oder Vorbeugung von Krankheiten zugelassen. Die unten genannten Studien beschreiben Beobachtungen aus der Grundlagenforschung. Für eine therapeutische Anwendung bräuchte es deutlich mehr und größere Studien an Menschen.

Entzündung und Darm

Eine vielzitierte präklinische Arbeit aus dem Jahr 2013 untersuchte CBG in einem Mausmodell der entzündlichen Darmerkrankung. Die Tiere zeigten unter CBG eine reduzierte Darmschädigung, weniger oxidativen Stress und niedrigere Entzündungsmarker.6 Das ist kein Beweis für eine Wirkung beim Menschen, aber ein erster Anhaltspunkt, der die weitere Forschung an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa motiviert hat.

Nervensystem und Neuroprotektion

Präklinische Studie · Mausmodell · 2015

CBG bei Huntington in zwei Mausmodellen

Eine Forschergruppe der Universidad Complutense Madrid untersuchte CBG in zwei verschiedenen Mausmodellen der Huntington-Krankheit. CBG verbesserte motorische Defizite und reduzierte den Nervenzellverlust. Außerdem beeinflusste es die Aktivität bestimmter Gene, die mit der Erkrankung verbunden sind.4

Valdeolivas et al., Neurotherapeutics 2015 (PMID 25252936). Tiermodell, nicht klinisch.

Präklinische Studie · Mausmodell · 2012

CBG-Derivat bei chronischer Multipler Sklerose

In einem chronischen MS-Modell zeigte ein CBG-Chinon-Derivat Hinweise auf eine reduzierte Neuroinflammation. Bestimmte Gene mit Bezug zur Krankheitsaktivität wurden verändert.5 Untersucht wurde nicht reines CBG, sondern eine chemisch modifizierte Variante.

Granja et al., Journal of Neuroimmune Pharmacology 2012 (PMID 22971837).

Zellforschung zu Tumoren

Eine Arbeit italienischer Forscher aus dem Jahr 2014 zeigte in einem In-vitro- und In-vivo-Modell zu Darmkrebs, dass CBG das Wachstum von Tumorzellen über die TRPM8-Achse hemmen kann.3 Solche Ergebnisse aus Zellkulturen und Mäusen sind weit entfernt von einer klinischen Anwendung. Sie sind interessant für die Grundlagenforschung, beweisen aber keine Krebshemmung beim Menschen, dazu sind klinische Studien notwendig.

Auge und Augeninnendruck

Cannabinoide insgesamt werden seit Jahrzehnten in der Augenheilkunde diskutiert, weil sie den Augeninnendruck senken können, der bei Glaukom eine zentrale Rolle spielt. Eine Übersichtsarbeit von Cairns et al. fasst zusammen, dass CB1- und CB2-Rezeptoren im Auge nachgewiesen sind und Cannabinoide den Kammerwasserabfluss beeinflussen.7 Trotz dieses Mechanismus ist Cannabis derzeit kein Standard in der Glaukomtherapie, weil etablierte Augentropfen länger und gleichmäßiger wirken.

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CBG Öl

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CBG-Öl auf Basis von kaltgepresstem Bio-Hanfsamenöl, erhältlich mit 5 % (500 mg) oder 10 % (1000 mg) Cannabigerol. Aus EU-zertifiziertem Bio-Anbau in Österreich, schonend extrahiert und unabhängig laborgeprüft auf Reinheit und Cannabinoid-Gehalt.

  • 500 mg oder 1000 mg CBG je 10-ml-Flasche
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  • Weniger als 0,01 % THC, keine psychoaktive Wirkung
  • Vollspektrum, 100 % decarboxyliert
Zum Produkt

Wo CBG vorkommt und wie es gewonnen wird

Da reifer Industriehanf meist weniger als ein Prozent CBG enthält, sind hochwertige CBG-Produkte aufwendiger herzustellen als klassisches CBD. Drei Wege haben sich in der Praxis durchgesetzt.

Erstens die frühere Ernte. Wird Hanf etwa drei Viertel des regulären Erntezyklus gelassen und dann geschnitten, ist die Umwandlung von CBGA in andere Cannabinoide noch nicht abgeschlossen, der CBG-Anteil ist höher als bei vollreifer Pflanze. Eine Untersuchung an einer medizinischen Sorte aus den Niederlanden zeigte zum Beispiel den höchsten CBG-Gehalt in Woche sechs der achtwöchigen Vegetation.

Zweitens die gezielte Züchtung sogenannter High-CBG-Sorten. Hier wurden Pflanzen so selektiert, dass die Enzyme, die CBGA in THCA, CBDA oder CBCA umwandeln, weniger aktiv sind. Das Ergebnis sind Sorten, die deutlich höhere CBG-Konzentrationen aufweisen.

Drittens die nachträgliche Anreicherung im Labor. Aus dem Vollspektrum-Extrakt der Pflanze lässt sich CBG gezielt isolieren oder aus seinen Vorstufen herstellen. So entstehen die heute am Markt verfügbaren CBG-Öle und CBG-Isolate. Wer mehr zu Cannabinoiden als Stoffgruppe lesen möchte, dem sei unser Beitrag CBG Öl und CBG Blüten im Vergleich empfohlen, in unserer CBG-Öl-Sammlung sowie unter CBG-Blüten finden Sie die aktuell erhältlichen Produkte.

Anwendung von CBG-Produkten

Die häufigste Form auf dem Markt ist CBG-Öl, also ein Trägeröl, in der Regel Hanfsamen- oder MCT-Öl, dem ein definierter Anteil CBG zugesetzt wird. Übliche Konzentrationen sind 5, 10 oder 20 Prozent. Daneben gibt es CBG-Blüten zur Verdampfung, CBG-Kristalle (reines Isolat) sowie Kombinationsprodukte mit CBD.

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Sublinguale Anwendung beim CBG-Öl

CBG-Öl wird üblicherweise tropfenweise unter die Zunge gegeben und dort 60 bis 90 Sekunden gehalten, bevor man schluckt. Über die Mundschleimhaut wird ein Teil des Wirkstoffs direkt aufgenommen. Sinnvoll ist eine niedrige Einstiegsdosis, etwa zwei bis drei Tropfen, die langsam gesteigert wird. Bei der Einnahme von Medikamenten oder bei chronischen Erkrankungen vorab ärztlich abklären.

Konkrete Standard-Dosierungen für CBG gibt es bislang nicht, schlicht weil belastbare Studiendaten am Menschen fehlen. In der Praxis orientieren sich viele Anwender an CBD-Dosierungen, mit denen sich CBG strukturell vergleichen lässt. Sinnvoll ist immer der Einstieg mit einer kleinen Menge, die individuelle Verträglichkeit über mehrere Tage zu beobachten und langsam zu titrieren.

Fazit auf einen Blick

Das Wichtigste in fünf Punkten

  • CBG ist ein nicht psychoaktives Cannabinoid und die chemische Vorstufe vieler bekannter Cannabinoide wie THC, CBD und CBC.
  • Es bindet an CB1- und CB2-Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems sowie an TRP-Kanäle und kann die Wirkung anderer Cannabinoide modulieren.
  • Aktuelle Forschung zu Entzündung, Nervenzellschutz und Augeninnendruck stammt überwiegend aus präklinischen Studien an Zellen und Tieren.
  • In ausgereiften Pflanzen liegt der CBG-Anteil meist unter 1 Prozent, deshalb braucht es frühe Ernte oder spezielle Züchtungen für nennenswerte Mengen.
  • Verfügbar sind Öle, Blüten, Isolate und Kombiprodukte mit CBD. Eingenommen wird meist sublingual mit einer niedrigen Startdosis.

Häufige Fragen rund um CBG

Was ist der Unterschied zwischen CBG und CBD?

Beide sind nicht psychoaktive Cannabinoide aus der Hanfpflanze, unterscheiden sich aber in zwei wichtigen Punkten. Erstens in der biochemischen Stellung: CBG ist die Vorstufe, aus der unter anderem CBD entsteht. CBD ist eines der Endprodukte. Zweitens in der pharmakologischen Wirkung: CBG bindet direkt und partiell an CB1 und CB2 sowie an TRP-Kanäle, CBD wirkt eher indirekt und moduliert das Endocannabinoid-System auf andere Weise. Praktisch heißt das: CBG-Produkte sind seltener und teurer, CBD-Produkte verbreiteter und meist günstiger. Ob das eine oder das andere besser passt, hängt von der individuellen Erfahrung und vom Anwendungsziel ab.

Macht CBG high oder fällt es im Drogentest auf?

CBG selbst ist nicht psychoaktiv und führt nicht zu einem Rausch wie THC. Drogentests, die in Deutschland und Österreich üblicherweise eingesetzt werden, suchen gezielt nach THC oder dessen Abbauprodukt THC-COOH, nicht nach CBG. Reine CBG-Produkte schlagen im Test daher in der Regel nicht an. Vorsicht ist aber angebracht bei Vollspektrum-Produkten: Diese enthalten neben CBG auch geringe Mengen THC im legalen Rahmen, was bei sehr hohen Dosen oder ungünstiger Einnahme im Einzelfall zu einem positiven Test führen kann. Wer beruflich regelmäßig getestet wird, sollte bei CBD- oder CBG-Vollspektrum-Produkten besondere Vorsicht walten lassen oder zu THC-freien Isolat-Varianten greifen. Mehr dazu in unserem Beitrag CBD und Drogentest.

Wie wird CBG eingenommen und welche Dosierung ist üblich?

Die häufigste Anwendungsform ist CBG-Öl, das tropfenweise unter die Zunge gegeben und 60 bis 90 Sekunden im Mund gehalten wird. Allgemeingültige Dosierungsempfehlungen gibt es noch nicht, weil belastbare klinische Studien am Menschen fehlen. In der Praxis hat sich der vorsichtige Einstieg bewährt: zwei bis drei Tropfen eines 5-prozentigen CBG-Öls ein- bis zweimal täglich, die individuelle Verträglichkeit über fünf bis sieben Tage beobachten und die Dosis bei Bedarf langsam erhöhen. Wer Medikamente einnimmt oder chronisch erkrankt ist, sollte die Anwendung vorab mit einem Arzt besprechen, da Cannabinoide den Abbau einiger Wirkstoffe in der Leber beeinflussen können.

Ist CBG in Deutschland und Österreich legal?

Ja, CBG-Produkte aus zertifiziertem EU-Nutzhanf sind in Deutschland und Österreich legal frei verkäuflich, solange sie die geltenden THC-Grenzwerte nicht überschreiten. In Deutschland gilt seit Januar 2023 ein Grenzwert von 0,3 Prozent THC für Nutzhanf. In Österreich orientiert man sich am EU-Standard von ebenfalls 0,3 Prozent. CBG selbst unterliegt nicht dem Betäubungsmittelgesetz und ist auch nicht in der Liste der psychoaktiven Stoffe geführt. Werbeaussagen mit gesundheitsbezogenen Wirkungen sind allerdings stark reguliert, CBG-Produkte gelten in der EU nicht als Arzneimittel und dürfen nicht mit medizinischen Heilversprechen vertrieben werden.

Hinweis: Die in diesem Beitrag genannten Studien sind überwiegend präklinisch und stammen aus Zell- oder Tiermodellen. Sie liefern wertvolle Anhaltspunkte für die weitere Forschung, sind jedoch kein Beleg für eine therapeutische Wirkung beim Menschen. CBG-Produkte sind keine Arzneimittel und nicht zur Diagnose, Behandlung oder Heilung von Krankheiten bestimmt. Bei bestehenden Erkrankungen, in Schwangerschaft oder Stillzeit sowie bei der Einnahme von Medikamenten konsultieren Sie bitte vorab eine ärztliche Fachkraft.
Christian Eckmair, Cannabinoid-Experte und Mitgründer von CBDNOL

Christian Eckmair

Cannabinoid-Experte und Mitgründer von CBDNOL

Geprüft Inhaltlich geprüft von · Cannabinoid-Experte und Mitgründer von CBDNOL · Stand: Mai 2026
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Übersichtsarbeit
The Pharmacological Case for Cannabigerol
Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics, 376(2), 204 bis 212 · Penn State College of Medicine, USA
PMID: 33168643 · DOI: 10.1124/jpet.120.000340
Die Übersichtsarbeit fasst den aktuellen Forschungsstand zu CBG zusammen. CBG entsteht aus seiner sauren Vorstufe CBGA, dem ersten Cannabinoid, das in der sich entwickelnden Cannabispflanze gebildet wird. Aus CBGA entstehen durch enzymatische Umwandlung die anderen großen Cannabinoide. CBG ist nicht psychoaktiv und zeigt in präklinischen Studien Hinweise auf neuroprotektive und entzündungshemmende Eigenschaften.
2
Studie
Cannabigerol action at cannabinoid CB1 and CB2 receptors and at CB1-CB2 heteroreceptor complexes
Frontiers in Pharmacology, 9, 632 · University of Barcelona, Spanien
PMCID: PMC6290192 · DOI: 10.3389/fphar.2018.00632
CBG wirkt als partieller Agonist an CB1- und CB2-Rezeptoren und beeinflusst zusätzlich CB1-CB2-Heterorezeptor-Komplexe. Damit kann CBG die Wirkung anderer Cannabinoide wie THC modulieren. Die Studie liefert wichtige mechanistische Grundlagen, warum CBG die psychoaktiven Effekte von THC abschwächen kann.
3
Präklinische Studie
Colon carcinogenesis is inhibited by the TRPM8 antagonist cannabigerol, a Cannabis-derived non-psychotropic cannabinoid
Carcinogenesis, 35(12), 2787 bis 2797 · University of Naples Federico II, Italien
PMID: 24594796 · DOI: 10.1093/carcin/bgu205
In einem präklinischen Mausmodell von Darmkrebs hemmte CBG das Tumorwachstum signifikant. CBG wirkte dabei als Antagonist des TRPM8-Rezeptors und aktivierte TRPA1, TRPV1 und TRPV2. Die Studie ist eine der wichtigsten präklinischen Arbeiten zu Tumorbiologie und CBG, sie liefert aber keinen Beleg für eine Wirkung beim Menschen.
4
Präklinische Studie
Neuroprotective Properties of Cannabigerol in Huntington's Disease: Studies in R6/2 Mice and 3-Nitropropionate-Lesioned Mice
Neurotherapeutics, 12(1), 185 bis 199 · Universidad Complutense Madrid, Spanien
PMID: 25252936 · DOI: 10.1007/s13311-014-0304-z
In zwei verschiedenen Mausmodellen der Huntington-Krankheit zeigte CBG neuroprotektive Eigenschaften. Es verbesserte motorische Defizite, reduzierte den Nervenzellverlust und beeinflusste die Aktivität bestimmter krankheitsassoziierter Gene. Die Autoren sehen CBG als vielversprechenden Kandidaten für die weitere Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen.
5
Präklinische Studie
A cannabigerol quinone alleviates neuroinflammation in a chronic model of multiple sclerosis
Journal of Neuroimmune Pharmacology, 7(4), 1002 bis 1016 · Vivacell Biotechnology Spanien
PMID: 22971837 · DOI: 10.1007/s11481-012-9399-3
In einem chronischen Mausmodell der Multiplen Sklerose reduzierte ein CBG-Chinon-Derivat Neuroinflammation und beeinflusste die Genexpression krankheitsrelevanter Marker. Untersucht wurde nicht reines CBG, sondern eine chemisch modifizierte Variante, was bei der Übertragbarkeit auf CBG-Öl-Produkte zu beachten ist.
6
Präklinische Studie
Beneficial effect of the non-psychotropic plant cannabinoid cannabigerol on experimental inflammatory bowel disease
Biochemical Pharmacology, 85(9), 1306 bis 1316 · University of Naples Federico II, Italien
PMID: 23415610 · DOI: 10.1016/j.bcp.2013.01.017
In einem Mausmodell der Kolitis reduzierte CBG Entzündungsmarker, oxidativen Stress und Darmschäden. Die Studie liefert mechanistische Hinweise auf entzündungshemmende Eigenschaften von CBG im Gastrointestinaltrakt und ist Ausgangspunkt für weitere Forschung zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.
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Übersichtsarbeit
Cannabinoids and the eye
Journal of Neuro-Ophthalmology, 36(2), 195 bis 204 · Dalhousie University, Kanada
PMID: 26849798 · DOI: 10.1097/WNO.0000000000000356
Übersichtsarbeit zu Cannabinoiden in der Augenheilkunde. CB1- und CB2-Rezeptoren sind im Augengewebe nachgewiesen und regulieren den Kammerwasserabfluss. Cannabinoide einschließlich CBG können den Augeninnendruck senken, der bei Glaukom eine zentrale Rolle spielt. Klinisch werden sie aktuell nicht als Standardtherapie eingesetzt.
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Übersichtsarbeit
Major Phytocannabinoids and Their Related Compounds: Should We Only Search for Drugs That Act on Cannabinoid Receptors?
Pharmaceutics, 13(11), 1823 · University of Barcelona, Spanien
PMCID: PMC8625816 · DOI: 10.3390/pharmaceutics13111823
In der Cannabispflanze wurden mehr als 100 Phytocannabinoide identifiziert. CBG ist als Vorläufermolekül aus CBGA das Mutter-Cannabinoid, aus dem THC, CBD und CBC entstehen. Reife Pflanzen enthalten meist nur etwa 1 Prozent CBG, weil der Großteil bereits in andere Cannabinoide umgewandelt wurde. Wichtig für die gezielte Züchtung von High-CBG-Sorten.
Hinweis zu CBG-Produkten: Die hier aufgeführten Studien sind überwiegend präklinisch und stammen aus Zell- oder Tiermodellen. Sie wurden noch nicht in größeren klinischen Humanstudien bestätigt. CBG-Produkte sind keine Arzneimittel und nicht zur Diagnose, Behandlung oder Heilung von Krankheiten bestimmt. Bei gesundheitlichen Fragen konsultieren Sie bitte einen Arzt. Mehr zu unseren Qualitätsstandards finden Sie unter Qualität und Produktion.

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